Die Stunde der Geister

Veröffentlicht: 31. Oktober 2012 in Sonderbares, Unterhaltendes
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Schon wieder ist ein Jahr vorbei. Habe ich nicht eben erst großzügig Süßigkeiten an kleine und große Geister verschenkt? Gleich wird es wieder an unsere Tür pochen und „Süßes oder Saures“ von uns verlangen, wie die beiden kleinen Geister es soeben taten. Wie dumm, wir haben nur Süßes eingekauft. Sollte ich ein Gurkenglas öffnen, um die Gemüter zu befriedigen?
Doch dann werden wir von einem Gespenst, das über einen reichen Erfahrungsschatz in solchen Dingen verfügt, aufgeklärt. Wenn wir nicht spuren und Süßes herausrücken, würden WIR Saures bekommen und zwar gründlich.

Mir fährt der Schreck in die Glieder. Sollte Saures zu einer furchtbaren Erfahrung für uns werden? Ich neige zur Herausgabe all des Süßen, das wir da angehäuft haben, auch auf die Gefahr hin, selbst  gar nichts mehr davon abzubekommen, was ich mir heimlich doch ein wenig erhofft hatte. Wo ist das Körbchen mit den Süßigkeiten? Nur schnell her damit und bereitgestellt, damit auch ja nichts schiefgehen kann. Ob mein Vorrat für die Schar der in der Dunkelheit herumirrenden Schreckgespenster reichen wird? Irgendwann werde ich es wissen und dann habe ich diesen Gruseltag entweder gut überstanden oder ich bin um eine Erfahrung reicher, nämlich die, was sich wirklich und wahrhaftig hinter diesem Wort „Saures“ verbirgt. Mir fällt wieder dieses Hackebeil der einen Gruselgestalt vom Vorjahr ein und die schreckliche Maske und verzweifelt grüble ich darüber nach, ob ich am Ende schnell noch Kekse würde backen oder Marmeladenbrote würde reichen müssen. Mich überläuft ein leichter Gruselschauer. Vor Aufregung esse ich schnell ein kleines süßes Etwas. Dann setze ich mich ins Wohnzimmer und harre der Dinge, die da kommen. Werden wir diesen Tag aller Tage gut überstehen oder werden wir von Hexen, Zauberern und anderen Bösewichten gefoltert und gequält werden? Schrecklich, dieser Gedanke. Vielleicht sollte ich mich verkleiden und ebenfalls Süßigkeiten einfordern? So wäre für ständigen Nachschub gesorgt. Was Herr Silberdistel vorne herausgibt, könnte ich hinten wieder ins Haus schmuggeln. Da Frau Silberdistel gar nicht so groß ist, würde sie unter den Gnomen und Wichten nicht weiter auffallen. Ja, doch, im Ernstfall müssen wir auf diesen Notfall zurückgreifen. Erleichtert über meinen Plan lehne ich mich gemütlich in meinem Sessel zurück, schaue noch einmal die süßen Vorräte an, knabbere eins davon und harre der Dinge, die da kommen.

Kommentare
  1. Mathilda sagt:

    😀 du machst dir ja richtig viel Sorgen und rate dir zur Verkleidung, vielleicht hast du deinen Spaß daran 😆
    Bei uns werden keine Geister kommen und nach Süssem fragen, das ist hier gar nicht geläufig, aber man weiß ja nie und jetzt solltest du doch schnell ein paar Kekse backen, denn wer rastet, der rostet :mrgreen:
    In diesem Sinne wünsche ich dir einen fröhlichen Tag ohne böse Geister ♥ Mathilda

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    • Silberdistel sagt:

      Naja, wer weiß, was hier für unheilvolle Dinge auf uns zukommen, wenn wir nicht genug Süßigkeiten zur Verfügung haben 😉 Bei uns ging das vor einigen Jahren ganz plötzlich los mit diesen Geistern. Da waren wir überhaupt nicht vorbereitet. Ich musste all unsere herrlichen Lebkuchen und Kekse rausrücken, weil ich gar nichts anderes hatte, auch die Kekse, die wir selbst zum Kaffee essen wollten. 😦 Immerhin sind Kekse ja auch irgendwie Süßes 😀 Später habe ich mich mit Nachbarn unterhalten, die sagten, sie hätten auch alle nur Kekse und ein paar Bonbons gehabt 😀
      Nach diesem Anfangsversagen sind wir nun alljährlich einigermaßen gut vorbereitet. Schön ist ja, was übrig bleibt, kann man selber essen 😀
      LG zu Dir

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  2. Elvira sagt:

    Bei uns wird es (fast) ununterbrochen klingeln. Leider werden wir nicht öffnen können, da unser Hund spätestens beim letzten Klingler entweder keine Stimme mehr hat oder aber einen Herzkapser bekommen hat. Solange es nur klingelt, ist die Welt für Hund in Ordnung, sobald aber eines der Rudelmitglieder aufsteht, geht das Gebelle los. Für einige der Kinder tut es mir leid. Sie geben sich so viel Mühe mit den Kostümen und werden meistens von ihren Eltern begleitet (wahrscheinlich, weil irgend jemand Deine Idee in die Tat umgesetzt und gruselig verkleidet die Tür hat). Die meisten Kinder aber hinterlassen ihre sauren Spuren auch dann, wenn ihnen reichlich Süßes gegeben wurde. Rohe Eier, die an Türen, Fenstern und Balkons geworfen werden, sind leider keine Ausnahme. Mal sehen, wie morgen hier ausschaut.

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    • Silberdistel sagt:

      Da muss ich dann wohl unsere Kinder hier loben, denn bisher haben wir keine schlechten Erfahrungen mit dem „Sauren“ gemacht. Vielleicht gab es aber auch überall Süßes. Obwohl, in einem Jahr waren wir erst spät am Abend zuhause. Da kamen nur noch einige wenige Kinder. Unser Haus stand trotzdem noch und war auch nicht mit Eiern und sonstigen Verzierungen versehen. Eine ehemalige Kollegin hatte allerdings in einem Jahr das Problem, dass ihre Eingangstür mit Eiern beworfen wurde, weil sie keine Süßigkeiten mehr hatte. Sie war ganz schön verärgert darüber.
      Liebe Grüße zu Dir und kauft Eurem Hund für das nächste Jahr Ohrschützer, wie sie die Bauleute haben 😉

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  3. M. sagt:

    Ich bin ja gespannt, ob bei uns auch die Geister klingeln, obwohl ich es nicht glaube, denn hier ist das Halloween nicht so verbreitet. Für dich aber wünsche ich mir liebe Geister, die nach Süßem oder Saurem verlangen 😉 Alles Liebe!

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  4. eifeltussi sagt:

    Bei uns geht es auch ständig weiter mit der Klingelei und diversen Drohungen… Der letzte verkleidete kleine Zwerg wollte mir drohen, indem er unter seiner Horrormaske hervorstiess: „Süßes oder ich freß‘ Dein Gehirn!“. Aber als dann die Schokoriegel in seine Tasche wanderten, war er total friedlich und süß. Liebe Grüsse und einen schönen Feiertag – Elke

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    • Silberdistel sagt:

      Das hört sich ja brutal an. Wo lernen sie diese Horrorsprüche? 😉 Wir haben hier wohl die guten Geister. Ich habe schon Gedichte gehört und Gesang 🙂 Meine Strichliste sagt, dass bisher 38 Geister hier waren 😀
      Liebe Grüße zurück und Dir auch einen schönen Feiertag (???)

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  5. Frau Hummel sagt:

    Das muss ich jetzt aber unbedingt in Erfahrung bringen *lach*.
    Und… musstest Du Dich nun verkleiden? Oder haben die Süßigkeiten für 38 kleine und große Geister gereicht? 🙂 Ich hoffe, Ihr habt das gespenstische Haustürtreiben gut überstanden 😉

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, wir haben alles gut überstanden. Tatsächlich kamen zu etwas vorangeschrittener Stunde noch zwei Geister.
      Nein, ich musste mich nicht unters Geistervolk mischen, es ging alles gut ab, die Vorräte an Süßigkeiten waren gut bemessen. Da ich mich vor dem „Sauren“ so fürchtete, habe ich ja soooo viel eingekauft. Herr Silberdistel und ich werden oft naschen dürfen, denn da sind in einem Schrank im Wohnzimmer noch so allerlei wundervolle Reste 😉 😀 Dieser Schrank wird uns noch lange magisch anziehen 😉

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  6. katerchen sagt:

    Hier war nichts los liebe Silberdistel..

    LG vom katerchen der vom Kürbisfest nichts hält..

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    • Silberdistel sagt:

      Liebes Katerchen, ob ich nun etwas davon halte oder nicht, ich muss mich mit den Geistern gutstellen, sonst nämlich gibt es Saures 😉
      Den Kindern hier macht es Spaß, darum sehe ich das nicht so verbissen 🙂
      Liebe Grüße zu Dir

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