Das Böse ist immer und überall – für Kinder unter 8 Jahren nicht geeignet

Veröffentlicht: 1. Oktober 2012 in Alltägliches, Garten, Insekten, Lesen, Natur, Pflanzen, Reisen, Sonderbares, Tiere, Unterhaltendes, Urlaub
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Da liegt schon eine ganze Weile die „Landlust“ auf dem kleinen Tischchen neben meinem PC und wartet darauf, dass ich endlich einmal hineinschaue und mich darüber freue, was sie alles zu bieten hat. Interessiert hatten mich in erster Linie die beiden Esel, die auf dem Cover von Heft 5/2012 zu sehen sind. Doch dann finde ich, während ich so in dem Heftli umherblättere, auf Seite 33 einen hochinteressanten Artikel, der mit „Unser Garten ein Tatort“ überschrieben ist. Ein Landpfarrer, Thomas Braun, hat sich dieses kriminalistisch anmutenden Themas angenommen. Er beschreibt, was alles für gruselige Dinge in unserem ach so wunderschönen Gartenreich vor sich gehen. Kann man denn sein armes Kind überhaupt noch in die freie Natur lassen oder läuft man vielleicht Gefahr, dass der Nachwuchs gar einen Schock fürs Leben bekommt? Da draußen, in der so lieblich und idyllisch erscheinenden grünen Oase regieren Mord und Totschlag. Wer weiß, was das aufgeweckte und an allem interessierte Kind im Garten alles mit ansehen muss?

Ja, gar furchtbar spielt das Leben. Wir selbst haben diese geballte Grausamkeit während eines Urlaubs in der Pfalz mit ansehen müssen. Eben noch schauten wir den possierlichen Eidechsen zu, wie sie gegenseitig Fangen spielten, hier und dort im Efeu auf der Burgmauer umherraschelten und uns zwischendurch fröhlich zulächelten, so, als könnten sie kein Wässerchen trüben.
… und dann geschah es plötzlich, ganz unerwartet, hinterhältig und gemein. Eine kleine Fliege saß auf den warmen Steinen der Burg Neudahn, die wir beiden Wanderer bestiegen hatten, sonnte sich und fühlte sich unsagbar wohl. Es war ein so wundervoller Tag, fröhlich war sie hierhin und dorthin geflogen, hatte sich vom Wind, der mit ihr spielte, leicht und locker durch die Lüfte tragen lassen und nun, nun hatte sie sich eine kleine Ruhepause verdient. Die Fliege ließ sich am Rande der efeubewachsenen Mauer nieder, schläfrig saß sie in der Sonne und freute sich des Lebens. …und plötzlich, oh Schreck, spürte sie einen großen dunklen Schatten über sich, ganz kurz nur, dann verließen sie die Sinne, denn ein kleiner Drachen hatte sie gepackt und ließ nicht mehr los. Er biss immer fester zu, drehte die Fliege noch ein wenig im Eidechsenmaul zurecht und schluckte sie dann Stück für Stück hinunter.
Wie gebannt schauten wir beiden Wanderer zu, wie der Minidrachen die zu seinem Mittagsmahl gewordene Fliege verzehrte, sich anschließend mit der langen Zunge noch ein wenig das Maul putzte und dann vor sich hinschaute, als hätte er eine wunderbare Tat vollbracht. Das Leben kann so grausam sein, das Leben ist grausam. Wie gut, dass wir kein Kind dabei hatten. Was hätten wir ihm sagen sollen, wie hätten wir ihm das alles erklären können? Hätten wir ihm auch einen Hund und höheres Taschengeld versprechen müssen, wie unser Landpfarrer seinem Kinde, damit seine kleine Seele wieder ins Gleichgewicht käme? … und was ist überhaupt mit unserer Seele? Wie konnten wir nur, ohne Schaden genommen zu haben, in dieses immerhin schon etwas fortgeschrittene Alter kommen?

Kommentare
  1. Mathilda sagt:

    Das ist nun mal in der Natur so und die Fotos sind klasse, aber für die kleine Eidechse war das definitiv zuviel, sie hat jetzt einen Kullerbauch:-D

    Liebe grüße zu dir und einen sonnigen 1.Oktober ♥ Mathilda

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, so ist das – nur, man beobachtet es eigentlich recht selten. Die Eidechse hatte damit bestimmt ihre Tagesration an Futter geschafft und konnte anschließend in der Sonne dösen.
      Danke für die lieben und sonnigen Grüße – sie sind angekommen – die Sonne lacht vom Himmel 🙂 Ich hoffe, der starke Wind pustet sie nicht gleich wieder davon.
      Liebe und natürlich auch sonnige Grüße zurück zu Dir

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  2. laurazeitlos sagt:

    Man,sind die toll! Danke! Da hast Du diese kleine Echse hervorragend festgehalten!
    LG,Laura

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    • Silberdistel sagt:

      Das war ein Zufallstreffer, dass wir bei dem Festmahl dabei sein durften. Das sieht man, glaube ich, nicht jeden Tag. Umso schöner ist es natürlich, wenn man das dann auch noch im Bild festhalten kann. Danke für das Lob 🙂
      LG zurück

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  3. katerchen sagt:

    eine Eidechse und dann so 😀 ach liebe Silberdistel..eine Fliege weniger die uns ärgert.
    DANKE für diese schönen Bilder sagt das katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      😀 Ja, so kann man das natürlich auch sehen, liebes Katerchen.
      Ich zeige die Bilder gern. Die kann man nicht einfach nur für sich behalten. Bei einem solchen Festessen dabei zu sein, das war schon ein spannendes Erlebnis.
      LG zurück

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  4. Sally sagt:

    Wie zufrieden sie nach dem köstlichen Mahl schaut. Fast meint man, sie würde grinsen, die kleine Eidechse.
    Und die Fliege? Zum Troste sei gesagt: Sie hatte ein schönes, freies Leben und das Ende war unerwartet, kurz und schmerzlos. So schön haben es die armen Nutztiere in Massentierhaltung leider nicht. Ich weiß, deine Überschrift ist mit einem Augenzwinkern geschrieben, aber wenn man mal genauer nachdenkt, dürfte man Kindern heute mit gutem Gewissen nur noch ganz wenige Grillwürstchen u.a. auf den Teller legen.

    Die Bilder sind ganz toll, ja, und dass Ihr sie in meiner Pfälzer Heimat aufgenommen habt, toppt das Ganze natürlich noch. Übrigens, es gibt da tatsächlich Burgruinen und Felsen mit Drachensagen und -namen. Ihr wart also ganz nah am Geschehen ;-)))

    Lieber Gruß
    Sally

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    • Silberdistel sagt:

      In Deiner Heimat gibt es viele schöne Burgruinen und Felsen. Wir sind gern und oft in der Pfalz unterwegs – eben weil’s so wunderschön dort ist. Einen Felsen mit Drachennamen kenne ich auch – den Drachenfelsen 🙂 Dort oben hausen auch etliche von diesen kleinen gefährliche Drachen, ja, ich weiß. Ich hab‘ sie schon oft gesehen. 🙂
      Liebe Grüße zurück zu Dir und grüß mir die Drachen 😉

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  5. Elvira sagt:

    Ich schreibe gerade eine Geschichte für meine kleine Enkeltochter, um die Zuordnung lieber Schnecken (die mit Haus) und böser Schnecken (die obdachlosen) ihrer Mama etwas aufzuweichen. Dabei geht es natürlich auch um Fressen und gefressen werden.
    Mein jüngerer Sohn hatte ein Terrarium mit Anolis. Deren Hauptfutter waren die von mir sehr geliebten Heuschrecken. Natürlich in lebendiger Form. Viel lieber hätte ich einen Iguana Iguana (Grüner Leguan) gehabt. Der ernährt sich als adultes Tier nur noch von Obst. Aber dessen Lebensbedingungen hätten wir ihm nicht bieten können. Das Los der Fliegen ist nun einmal das Spinnennetz, ein weit aufgerissener Schnabel, Frosch- und andere Mäuler und die Fliegenklatsche.
    Liebe Grüße von Elvira

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    • Silberdistel sagt:

      Eine kleine Schneckengeschichte habe ich demnächst auch noch zu bieten. 🙂
      Das ist wohl nicht nur das Los der Fliegen, in irgendwelchen Mäulern zu landen. Im Grunde funktioniert das Leben an sich ja nur so, das einer den anderen frisst. Nur wir gestalten das für uns etwas vornehmer – wir gehen halt einkaufen. Aber auch für uns muss einer diese Arbeit tun und unser Futter töten, auch wenn wir das lieber alles gar nicht so genau wissen wollen.
      Liebe Grüße auch zu Dir

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  6. kowkla123 sagt:

    das ist die natürlich Auslese, möge es uns auch weh tun, übrigens der Mensch macht es doch auch, wie auch immer(z.B.Kriege), eine schöne Woche, KLaus

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    • Silberdistel sagt:

      Naja, der Mensch braucht keine Kriege, um zu töten, er muss ja auch essen, und wir sind nun mal nicht nur Pflanzenfresser. Wir sind Allesfresser und somit auch Fleischfresser. Wir haben nur den Vorteil, dass die Masse von uns im Supermarkt auf die Jagd gehen kann.
      LG und auch Dir eine schöne Woche

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  7. Frau Hummel sagt:

    Hätte mir jemand erzählt, dass eine Echse einen glücklichen Gesichtsausdruck haben kann, hätte ich ihn wahrscheinlich für verrückt gehalten. Nun habe ich es aber selbst gesehen, SIE KANN. Da sind Dir wirklich geniale Fotos gelungen, ich bin hin und weg, toll. Den Gesichtsausdruck der Fliege konnte ich leider nicht erkennen… 😉

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    • Silberdistel sagt:

      Du hast es also auch so gesehen, dass die Eidechse glücklich und zufrieden geschaut hat? Die Fliege wird wohl eher einen überraschten und verwirrten Gesichtsausdruck gehabt haben. Die Eidechse hat rasant schnell zugeschlagen. Ich glaube nicht, dass die Fliege lange leiden musste.

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  8. Natur ist grausam. Oder gerecht. Weil sie keine Unterschiede macht. Nicht eingreift. Und leben läßt. Oder auch nicht. Unabhängig davon eine schöne Eidechsenstrecke. Ich hatte bisher noch nicht das Glück, die flinken Tiere fotografieren zu dürfen.
    LG Michel

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    • Silberdistel sagt:

      Eidechsen sind zwar neugierig, andererseits aber auch recht vorsichtig und immer sehr auf Abstand bedacht. Es war schon erstaunlich, dass wir die Möglichkeit hatten, festzuhalten, wie eine Eidechse eine Fliege verschlingt. Es war schon toll, das überhaupt einmal beobachten zu können. Umso schöner war es natürlich, dass wir auch noch unsere Kameras im rechten Moment an der rechten Stelle parat hatten.
      LG auch zu Dir

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