Minze ist ein schönes Kraut – vor allem riecht es sehr angenehm und frisch. Ganz besonders intensiv entfaltet Minze ihren Duft nach einem frischen Sommerregen. Vor einigen Jahren waren wir öfter einmal wandernd im Bayerischen Wald unterwegs. Einer dieser Urlaube ist mir gerade deshalb noch in Erinnerung, weil er sehr verregnet war. Trotz des vielen Wassers, das vom Himmel fiel, ließen wir uns nicht entmutigen, wir wanderten – egal, ob es regnete oder nicht, wir wollten nicht nur in unserer Ferienwohnung hocken und Trübsal blasen.

Minze aus Silberdistels Garten

Als wir wieder einmal im Regen unterwegs waren, bemerkte ich plötzlich einen wundervoll erfrischenden Duft. Er schien, die Luft rein und sauber zu machen, man hatte den Eindruck, viel leichter durchatmen zu können als kurz zuvor, als wir uns noch an anderer Stelle im Wald befanden. Was war das? Es roch, als würde jemand Kaugummi kauen. Hier, mitten im Wald, im strömenden Regen, war hier noch jemand außer uns? Ja, eine kleine grüne Pflanze meldete sich zu Wort. Sie stand triefend nass am Wegesrand und blinzelte mir zu. Ihr entströmte dieser wundervoll erfrischende Duft. Als ich genauer hinsah, sie berührte, wurde dieser Duft noch intensiver als zuvor. Neben ihr standen ganz viele Schwestern und Brüder, die alle diesen frischen, belebenden Duft verströmten.

Minze aus Silberdistels Garten

Es war Minze, die uns hier in diesem Stückchen Wald den regenreichen Tag verschönte. Durch die Regentropfen, die auf ihre Blätter prallten, gab sie offensichtlich etwas von ihren ätherischen Ölen frei, die nun die Luft mit herrlicher Frische verzauberten. Wenn ich heute den Duft meiner Minze im Garten einatme, fällt mir immer wieder dieser verregnete Wanderurlaub ein, den uns ein grünes Kraut mit seinem atemberaubenden Duft so wundervoll verschönt hat. Atemberaubend … stimmt und stimmt auch wieder nicht, denn uns war ja aufgefallen, dass man an genau dieser Stelle des Waldes mit der vielen Minze sogar besonders gut durchatmen konnte. Aber atemberaubend, atemberaubend schön war es auch irgendwie.

Blüte der ägyptischen Minze

Genau dieses Gefühl, erstaunlich frei und tief durchatmen zu können, verspürte ich kürzlich wieder – beim Minzgeleekochen. Seit vielen Jahren wächst seit besagtem Urlaubserlebnis auch Minze in meinem Garten. Gewöhnlich verschönt sie uns die Winterabende in Form eines leckeren Pfefferminztees. Vor einigen Jahren schwärmte eine Freundin von ihrem hauseigenen Minzgelee. Sie gab mir per Telefon ihr Rezept weiter. Ich hatte alles fein säuberlich aufgeschrieben und dann … dann war der kleine Zettel mit dem Rezept spurlos verschwunden und somit gab es auch bei den Silberdistels erst einmal kein Minzgelee.

Blüte der äpyptischen Minze

Wie es der Zufall so will, stand klein Silberdistel eines Tages vor einer Buchhandlung und wartete auf ihren Herrn Silberdistel, der in der Apotheke nebenan schnell ein Rezept einlösen wollte. Vor der Buchhandlung lagen auf einem Tischchen verschiedene Bücher. Natürlich konnte ich nicht widerstehen. Ich musste hier, ich musste dort blättern. „Großmutters Marmeladen“ stand auf einem Buch. Na, schauen wir mal, was Großmutter so gekocht hat. Plötzlich machte es „Plingggggg“.

Ich las „Minzgelee“ und wurde sofort an das verschwundene Rezept erinnert. Das Buch wurde an diesem Tag meines und seitdem gibt es bei Silberdistels immer wieder einmal Minzgelee.

Somit sind wir beim eigentlichen Thema des Tages – nämlich bei unserem Rezept für Minzgelee.

Man nehme:

200 g frische Minzblätter (keine getrockneten)
500 ml Wasser
300 ml Apfelsaft
ein wenig Zitronensaft
1 Pck. Gelierzucker 2:1 (500 g)
und einige frische Minzblättchen extra (als Deko und Geschmacksverstärker)

 Die Minze waschen, abtropfen lassen. Inzwischen das Wasser zum Kochen bringen, die Minze hineingeben, den Topf vom Herd nehmen und alles ein Viertelstündchen ziehen lassen, so, als würde man sich einen Pfefferminztee zubereiten wollen.

Nachdem der „Tee“ gut durchgezogen ist, gießt man alles durch ein Sieb, drückt die Minze schön aus (nur keinen Tropfen verschenken), tut den so erhaltenen Pfeffitee in einen Topf, etwas Zitronensaft hinzu, den Apfelsaft und schließlich den Gelierzucker. Nun wird unser „Tee“ zum Kochen gebracht und so lange gekocht, wie es die Kochanleitung auf der Gelierzuckerpackung vorgibt. Ich lasse es in der Regel 3 bis 4 Minuten kochen. Nun nimmt man den Minzezweig, den man für die Dekoration zur Seite gelegt hat, und taucht ihn einmal kurz in das fertige Gelee. Den Zweig auf ein Brettchen oder einen Teller legen, darauf achten, dass die Blättchen am Zweig wieder schön glatt und ordentlich liegen, damit sie später im Glas eine gute Figur abgeben.

Minzblättchen, hier allerdings noch im Garten

Nun machen wir uns ans Einfüllen des Gelees in die vorbereiteten Gläser. Wenn das Glas randvoll befüllt ist, kommt zum Schluss eines der gelierten Minzblättchen auf unser Gelee, Deckel drauf, fertig.

Minzblättchen – der „Geschmacksverstärker“

Wer mag, kann den Wasseranteil etwas geringer halten und dafür mehr Apfelsaft verwenden oder aber, was dieses Mal die Silberdistel gemacht hat, man kann auch etwas Weißwein hinzufügen. Ich habe so wenig Wasser wie möglich genommen und anschließend die fehlende Flüssigkeitsmenge mit Weißwein aufgefüllt. Wer etwas gegen Alkohol hat, kann natürlich mit Apfelsaft auffüllen. Die Gesamtflüssigkeitsmenge sollte 750 ml nicht überschreiten, denn wir wollen ja, dass unser Gelee einigermaßen fest wird.

So, dann also guten Appetit! Dass es uns schon mächtig geschmeckt hat, sieht man wohl an dem einen, nur noch halbvollen, Glas, das auch noch einmal als Fotomodel für den Geschmacksverstärker Minzblättchen herhalten musste.

Minzgelee … und es schmeheckt … hmmmm

Anm.: Wer lieber in dem Buch „Großmutters Marmeladen“ schauen möchte, wie Großmutter, wessen auch immer, das Minzgelee zubereitete, für den hier noch die Angaben zum Buch: „Großmutters Marmeladen. – Renningen : garant Verl., 2008. – ISBN 978-3-86766-713-5“ – Das Rezept ist auf Seite 48 zu finden.

 

Kommentare
  1. Elvira sagt:

    Wir haben keinen Garten, hatten aber ein Töpfchen Minze auf dem Balkon, einfach so. Leider nahm es eine relativ kurze Durststrecke (mein Mann vergaß das Gießen während ich drei Tage nicht da war) recht übel und ging ein. Das Rezeptbuch ist eine wunderbare Geschenkidee für die Schwiegermutter meines Sohnes, die begeisterte Marmeladenköchin ist.
    Liebe Grüße von Elvira

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    • Silberdistel sagt:

      Es ist immer gut, ein solches Büchlein zu verschenken. Da kann man hoffen, auch einmal ein Probegläschen der fertigen Marmelade zu bekommen 😉
      Die Kräuter im Topf nehmen schnell einmal solche kleinen Durststrecken zum Anlass, sich zu verabschieden, besonders diese trinkfreudigen. Ich habe denen, die bei mir im Topf stehen sollen, irgendwann einen kleinen Blumenkasten mit Wasserspeicher spendiert. Da können sie sich so bedienen, wie sie mögen.
      Liebe Grüße zurück

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  2. Frau Hummel sagt:

    Lecker, lecker, schreit der Bäcker, das fiel mir gleich spontan ein als ich Dein leckeres Gelee sah *wasserimmundzusammenlauf*. Das werde ich auch versuchen… Minze finde ich sowieso total genial… allerdings muss ich bis zum nächsten Jahr damit warten, weil mein „Minzbusch“ nicht mehr viel hergibt *lach*. Wird aber sofort notiert *kritzel*… danke 🙂

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    • Silberdistel sagt:

      Meine Minze war jetzt mit der zweiten Ernte dran. Das reichte gerade noch so für das Gelee. Solltest Du wirklich einmal versuchen. Das ist ein echt leckeres Gelee – mal eine etwas andere Geschmacksrichtung. Wir mögen dieses Gelee sehr.
      Liebe Grüße in Deine Heide – stürmt es bei Euch auch so wie hier bei uns? Könnte schon ein kleiner Herbststurm sein.

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      • Frau Hummel sagt:

        Ja, es stürmt (die Walnüsse fallen wie Regentropfen) und regnet und ist nur 13,5 Grad warm/kalt. Ich habe Halsschmerzen und irgendwie ist mir nach einem Pfeffitee. Stürmische Grüße zurück zu Dir an Deine Ostsee.

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        • Silberdistel sagt:

          Ich musste schon umgeknickte Blumen für die Vase retten, so stürmt es.
          Halsschmerzen? 😦 Nicht schön – trink nur ganz schnell einen Pfeffitee, bevor sich das auswächst zu irgendeiner Erkältung.
          Liebe Grüße und pfleg Dich schön

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  3. katerchen sagt:

    lecker..aber nachkochen werde ich es nicht…ich selbst bin kein Marmeladen/geleeesser und mein Mann..der darf nicht so wie er möchte.Apfelsaft so eingekocht,das lässt sich sicher schwer berechnen in BE.doch die Pfanze selbst wohnt inmeinem Garten.Der Duft ist unbeschreiblich..einen Tee ab und an..FRISCH ist das.
    LG vom katerchen der einen guten Start in die Woche wünscht

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    • Silberdistel sagt:

      Das glaube ich, wenn man das alles in BE umrechnen muss, das ist gar nicht so einfach. Auf der anderen Seite, man muss ja nicht alles mögen. Es ist nur dumm, wenn man möchte und nicht darf. Als Tee mag ich Pfefferminze auch sehr. Jetzt kommt ja bald wieder die Zeit, wo man froh ist, wenn man sich mit einem leckeren heißen Tee aufwärmen kann.
      Liebe Grüße zu Dir und auch Dir einen schönen Start in die neue Woche, auch, wenn wir fast schon wieder mittendrin sind.

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  4. M. sagt:

    Mensch, ich liebe Minze und ich werde mir dein Rezept für das Gelee jetzt gleich mal kopieren. Das ist toll! Lieben Dank für deine Anregung!

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  5. Mathilda sagt:

    Das liest sich ja wirklich atemberaubend und Minze finde ich frisch als Tee sehr lecker, auch im Sommer paßt Minze immer mal in ein Getränk und ich kenne einige, die daraus Minzsirup herstellen.
    Selber habe ich das noch nie probiert, außer dem köstlichen Tee und ein Geleefan bin ich auch nicht, eher Marmelade und schön stückig.

    Liebe Grüße zu dir von Mathilda ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Schmeckt lecker, auch für Nicht-Gelee-Fans 😉 Ich könnte mir vorstellen, dass das auch in Kombination mit irgendwelchen Früchten schmeckt. Ich bin sonst auch eher ein Konfitürenfan. Irgendwann werde ich das einmal ausprobieren, welche Früchte gut zu Minze passen und dann koche ich Minzkonfitüre 😉
      Liebe Grüße zurück

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  6. kowkla123 sagt:

    ich kenne es auch als Tee und finde, es gehört zu den wichtigsten Hausmittelchen, die man anwenden kann ohne gleich zum Arzt zu rennen , als Gelee Marmelade kenne ich es nicht, eine gute Woche, KLaus

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  7. Oh – danke für das Rezept! Wir haben das früher schon mal versucht, es hat aber nicht wirklich funktioniert. Weiß der Geier, was wir falsch gemacht haben. Wir waren sooo traurig, denn Minzgelee zu einem schönen Stück Braten ist so was von oberlecker!
    Jetzt freue ich mich über Dein Rezept und unsere Minzgeleelosen Tage sind gezählt. Ich danke Dir!
    *freu*
    😀

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  8. arabella50 sagt:

    Hat dies auf Einfach(es) Leben rebloggt und kommentierte:
    Ich bat die verehrte Frau Silberdistel um ein Rezept für Minzegelee, das müsst ihr auch lesen. Ich werde es umgehend probieren.

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  9. nixe sagt:

    Pfefferminzgelee…habe ich bis jetzt weder gehört und deshalb noch nie gekostet. Auf den Geschmack bin ich direkt neugierig.
    Pfefferminz mag ich mit Zartbitterschokolade oder im Sekt…bzw auch als Tee.
    Ich kann es mir gut vorstellen wie erfrischend die Minze im Regen duften kann.
    Liebe Grüße und einen schönen Abend
    wünsche ich dir.

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    • Silberdistel sagt:

      Oh, Pfefferminze im Sekt – kenne ich noch nicht. Muss ich demnächst direkt einmal probieren. Das Minzgelee ist echt eine Bereicherung für den Frühstückstisch – sehr lecker, wenn man Minze mag.
      Liebe Grüße zurück und auch Dir einen schönen Abend, liebe Nixe

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