Als Kind war ich während der Sommerferien Jahr für Jahr bei meinen Großeltern auf dem Lande zu Besuch. Ich verbrachte dort die schönsten Sommer meines Lebens – unbeschwert, sorglos, voll schöner Erlebnisse, an die ich mich selbst heute noch gerne erinnere. Ich verbrachte meine Tage mit Lesen, war mit dem Opa zum Angeln, durfte Hühner, Enten, Ziegen Schafe, Kühe und Pferde füttern, mit Katzen und Hunden umhertoben und der Oma im Garten helfen, wobei sich das Helfen eigentlich mehr auf das Naschen von Obst und Gemüse beschränkte. Aber irgendwann war auch der schönste Sommer, waren die längsten Ferien vorüber. Sogar ich als Kind merkte an den Zeichen der Natur, dass diese wundervolle unbeschwerte Zeit nicht mehr lange dauern würde. Bald würden diese schönsten aller Ferien, die Sommerferien, wieder vorbei sein, der Schulalltag war nicht mehr fern. Ich merkte es an den Schwalben, die sich auf den Telegrafendrähten für ihren Flug in den Süden sammelten und ich merkte es daran, dass die Felder abgeerntet waren. Damals lagen nicht diese großen Strohballen auf den Feldern, damals standen die Garben aufgehockt wie Strohpuppen nebeneinander und warteten darauf, dass sie von den Bauern eingefahren wurden. Beides – Schwalben und Stoppelfelder – ein untrügliches Zeichen für das Ende des Sommers.

Gestern waren mein Herr Silberdistel und ich ein weiteres Mal im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden, um noch einmal die kleine Wanderung vom Ort Groß Raden bis zum Museumsdorf zu genießen, so, wie wir das bereits Anfang Juli taten. Es war ein wunderschöner Tag, das Wetter herrlich und es gab auch dieses Mal wieder viel zu sehen. Vor allem glaubten wir, bereits den Herbst in der Natur zu erkennen, denn die Fotos, die wir gestern aufnahmen, erinnerten mich doch sehr an die letzten Ferientage aus meiner Kindheit. Ein Sommer geht wieder einmal zu Ende.

Kommentare
  1. katerchen sagt:

    JAAAA liebe Sielberdistel LEIDER.. und doch hat er auch seine schönen Seiten..freuen wir uns auf die schönen Farben.
    LG vom katerchen

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  2. kowkla123 sagt:

    Hallo, ich habe das Leben auf dem Land auch genossen, ehe ich dann ab dem 16. Lebensjahr Stadtmensch wurde und nur zur Entspannung mal auf’s Land fahre, Mutter lebt ja auch nicht mehr, so fahren wir einfach dahin und suchen etwas RFuhe, meine Söhne waren auch gerne da und wenn sie mal kommen, fahren sie auch dahin, ja, schön war es immer irgendwie, schönes WE, KLaus

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  3. Frau Hummel sagt:

    Die Zeit rast nur so dahin. Eben war doch noch Frühling und den Sommer habe ich noch gar nicht genug genossen… ich hatte soooo viel vor. Deine Marshmallows-Bilder gefallen mir besonders gut 🙂

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    • Silberdistel sagt:

      Der Frühling hat in diesem Jahr doch sehr lange auf sich warten lassen, und der Sommer hat sich nur sehr dürftig gezeigt. Mit den letzten Hitzetagen wollte er wohl alles wieder wettmachen. Lass uns den Herbst genießen. Herr Silberdistel meint, der wird schön 🙂
      Marshmellows?! 😀 😀 😀

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  4. Waldameise sagt:

    Schön sind deine Erinnerungen, liebe Silberdistel. Auch ich darf auf eine so schöne Kindheit zurückblicken, die eigentlich der Beweis war, dass es wirklich nicht das Geld und der Komfort ist, das den Menschen, speziell ein Kind glücklich macht, denn meine Großeltern waren im Vergleich zu heute bitterarm und lebten mehr als bescheiden. Aber die Liebe zur Natur hab ich auch meiner lieben Großmutter zu verdanken, die mit mir durch die Wälder und über Felder zog, Kräuter und Pilze sammelte oder mich in ihrem Garten nach Herzenslust tummeln liess. Ich werde niemals jene wunderbare Zeit vergessen. Der Geruch von frisch gemähtem Heu, Schafgarbe, Hutlattich … oder das Pfeifen der Schwalben sind immer wieder Assoziationen, die ich mit diesen wunderbaren Erinnerungen verbinde. Ich bin so dankbar.

    Ein schönes Wochenende wünscht dir mit lieben Grüßen
    die Waldameise

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    • Silberdistel sagt:

      Bei meinen Großeltern war es nicht anders. Mit heute kann man das wohl gar nicht mehr vergleichen, denn es gab nicht einmal eine Waschmaschine oder einen Kühlschrank. Sie hatten viele Jahre nicht einmal fließendes Wasser. Es musste von einer Pumpe auf dem Hof geholt werden. All das habe ich als Kind aber nicht als Nachteil gesehen. Ich war dort und so, wie es war, glücklich und zufrieden. Wir waren auch Pilze und Beeren sammeln und an all diese Gerüche, die Du beschreibst, kann ich mich selbst heute noch gut erinnern. Meine schönste Erinnerung sind die lärmenden Spatzen, die sich vor und in der Scheune tummelten, um die vielen Getreidekörner aufzupicken, die beim Dreschen vorbeigefallen waren, oder sie saßen auf den Strohdächern in der Sonne. Ja, und dann im Spätsommer die sich sammelnden Schwalben … Schön war’s 🙂
      Liebe Grüße und auch Dir ein schönes Wochenende, liebe Waldameise

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  5. Mathilda sagt:

    Ich sag mal lieber Spätsommer…Herbst ist etwas anders, denn momentan sind alle Blätter noch grün, die Sonne scheint, es ist warm und das kann noch lange so weitergehen.
    Letzten Sommer hatten wir Anfang September den schönsten Sommertag überhaupt…will ich jetzt auch wieder 😆

    Liebe Grüße zu dir und einen schönen Abend wünscht ♥ Mathilda

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    • Silberdistel sagt:

      Du hast recht, es ist Spätsommer und für den Spätsommer ist das alles normal. Nur hätten wir gern ein wenig mehr Sommer gehabt, ja, so ist es.
      Der Herbst wird schön – mein Herr Silberdistel hat es versprochen. Er sprach mit „El Nino“ und der hat ihm das verraten 😉
      LG auch an Dich und ein schönes Wochenende. Ich hoffe, Du bist gut erholt zurück 🙂

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  6. Verfärbte Blätter, die ersten Kraniche, und viel kleine sich sammelnde Vögel. Ja, so merkwürdig es scheint, auch in habe das Gefühl, der Herbst klopft an die Tür. Etwas früh vielleicht. Und eigentlich hoffe ich noch auf ein paar sonnige Tage. Aber ein großer Herbst….
    Ich bin gespannt und freue mich.
    LG Michel

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    • Silberdistel sagt:

      Ich denke auch, so ganz vorsichtig klopft der Meister Herbst da schon an unsere Tür. Aber auch der Herbst kann uns noch viele sonnige Tage schenken. Wollen wir es hoffen, dass er uns ein wenig für den etwas dürftigen Sommer entschädigt. Ja, ein wenig freue ich mich auch schon auf diesen bunten Gesellen.
      LG auch zu Dir

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  7. Elvira sagt:

    Als ich heute früh mit meiner Enkeltochter zum Bäcker ging, lag auf einer Strecke der straße schon sehr viel Herbstlaub. Ich habe ihr das gezeigt und erklärt, dass das bedeutet, dass der Sommer bald zu Ende ist. An der großen Kastanie habe ich die vielen „Stachelbälle“ gezeigt, bald würden sie ihre Schaeln öffnen und die Kastanien zu Boden fallen. Doch, die Anzeichen sind nicht zu leugnen! Meine Kindheitserinnungen führen mich zurück zu bayerischen Bauernhöfen, auf denen ich meine Sommerferien verleben durfte. Katzen auf dem Heuboden, Schwalbennester im Kuhstall, gemeinsames Essen aus EINER Schüssel, Fahradfahren ohne Helm – aber gaaaaanz schnell, barfuß über den Misthaufen, Plumsklo, dicke fette Federbetten, Beten vor dem Essen (gehörte einfach dazu), auf dem Traktor mitfahren, vor Bremsen wegrennen, im Bach baden und und und
    Liebe Grüße von Elvira

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    • Silberdistel sagt:

      Wir haben Ende August. Da ist es eben so, dass der Sommer langsam seinem Ende entgegengeht. Die Kastanien und Eicheln brauchen nicht mehr lange, dann fallen die ersten zu Boden. Letztendlich hat auch der Herbst viele schöne Seiten. Ich persönlich mag ihn ganz gern mit seinen vielen wundervollen Farben.
      Deine Kindheitserinnerungen lassen mich doch auch wieder sehr an meine eigenen denken. Die Katzen auf dem Heuboden, die Schwalbennester im Kuh- und Pferdestall, das Barfußlaufen, das Plumpsklo, Baden in Bach und Teich sind alles Erinnerungen, die jetzt auch wieder hochkommen. Es sind schöne Erinnerungen für mich an eine glückliche und zufriedene Kindheit. Wir hatten nicht viel, wir haben aber auch nichts vermisst.
      Liebe Grüße auch zu Dir

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      • Elvira sagt:

        Meine Schwiegermutter meinte nach der Geburt ihres (ersten) Enkels, dass sie bei ihm alles nachholen könne, was sie ihrem Sohn (Jahrgang 1944) nicht hatte ermöglichen können. Sie konnte nicht verstehen wenn mein Mann ihr zu erklären versuchte, dass er nichts vermisst hätte. Alle hatten nichts (die wenigen, die mehr hatte, waren ja nicht sichtbar). Dafür gab es etwas sehr Wertvolles: Zeit. Die Generation meines Sohens und jetzt meiner Enkel hat es trotz der materiellen Möglichkeiten schwerer. Denn was es in den Auslagen der Geschäfte zu sehen gibt, kann sich heute nicht jeder leisten. Eine Tafel, ohne die heute in unserem reichen Land Menschen wirklichen Hunger leiden müssten, war damals nicht nötig, obwohl der Hunger auch allgegenwärtig war. Aber das ist ein völlig anderes Thema, ich schweife ab.
        Liebe Grüße von Elvira

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        • Silberdistel sagt:

          Manchmal ist wahrscheinlich wirklich weniger mehr. Ich weiß noch, dass ich nur eine Handvoll Spielsachen hatte, die ich gehütet und gepflegt habe. Ich kann mich heute noch fast an jede Einzelheit erinnern. Einiges davon habe ich immer noch. Manchmal denke ich, diese Masse an Spielzeug, mit der die Kinder heute regelrecht zugeschüttet werden, kann auch viel kaputtmachen. Vor allem gibt es so viel sinnloses Spielzeug und alles trägt den „Aufkleber“ pädagogisch besonders wertvoll. Es lärmt und schreit und nimmt dem Kind die Gelegenheit, die eigene Fantasie zu nutzen. Wir haben zu unseren Spielzeugen die Laute, den Krach noch selbst gemacht. Das ist heute nicht mehr notwendig, weil das Spielzeug dem Kind bereits die Töne vorgibt. Ob das alles so gut ist, wage ich zu bezweifeln. Sicher, ich hatte auch viel Spaß an einer Kuh, die „muhhhh“ machte, wenn man ihren Kopf bewegte, aber sie sang nicht gleich ein Lied mit ganzer Orchesterbegleitung dazu.
          Fürsorge, Liebe, Aufmerksamkeit sind viel wichtiger als alles Materielle der Welt und das haben uns unsere Eltern und Großeltern damals angedeihen lassen. Wenn Dein Mann als Kind nichts vermisst hat, dann hat er genau das bekommen, was notwendig war, um glücklich und zufrieden zu sein und Deine Schwiegermutter hat alles richtig gemacht.
          Ich glaube, über dieses Rhema könnte man Stunden und Tage diskutieren.
          Liebe Grüße und einen schönen Sonntag für Dich

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  8. Ernst Blumenstein sagt:

    Ein Naturmensch merkt an vielen kleinen Dingen, dass der Herbst schon mächtig an die noch warme Türe poltert und Einlass begehrt. Ich bin auf dem Lande aufgewachsen und lebe immer noch auf dem Lande. Es deuten Anzeichen seit geraumer Zeit auf das Ende des Sommers hin. Deine Frage „Ist er das schon“ und deine Kindheitserinnerungen sind auch bei mir gut angekommen. Ein schöner Bericht – der auch schöne Kommentare hervorgerufen hat. Viele Grüsse zu Dir. Ernst

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    • Silberdistel sagt:

      Du hast ja in Deinem Blog auch bereits über einige Deiner Kindheitserinnerungen geschrieben. Da fiel mir schon ein oder auf, was wir doch manchmal als Kinder alles gemacht haben, was man auch eigentlich damals nicht tun sollte oder durfte, trotzdem sind aus uns ordentliche Menschen geworden.
      Du hast recht, die Kommentare zu diesem, meinem Beitrag haben auch mir sehr gefallen. Damals gab es noch nicht viele Unterschiede. Wir hatten im Grunde alle wenig, egal, wo wir gelebt haben, und trotzdem waren wir irgendwie zufrieden mit uns und der Welt. Ich möchte diese Erlebnisse nicht missen.
      Grüße auch zu Dir und ein schönes Wochenende

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  9. Ernst Blumenstein sagt:

    Ja, Du hast Recht, irgendwie war die Zeit und das Leben in jener Zeit einfacher, weniger reglementiert. Das Geld für Lebensmittel und Unterkunft war wichtig, aber sonst waren wir mit wenig zufrieden. Die Welt war damals sehr lebenswert. Auch Dir einen schönen Sonntag

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    • Silberdistel sagt:

      Ob das Leben einfacher war, weiß ich nicht, weniger reglementiert war es auf jeden Fall. Ich denke, unsere Eltern hatten es schon nicht leicht. Meine z.B. haben mit NICHTS begonnen, nur mit ihrer Liebe füreinander. Mein Vater kam erst 1947 aus der Gefangenschaft zurück, meine Mutter hatte auf der Flucht ALLES verloren. Es gibt nur noch einige wenige Fotos und persönliche Papiere. Meine Eltern hatten es nicht leicht, aber sie haben das eingesetzt, um die Familie glücklich zu machen, was sie geben konnten und das waren Liebe, Zuneigung, Vetrauen. Leicht war es damals ganz sicher nicht, es war anders, wir waren mehr FÜREINANDER da, nicht so wie heute, dass erst einmal ICH wichtig bin.
      Liebe Grüße und genieße Deinen Sonntag

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  10. Ernst Blumenstein sagt:

    Ich setze einfacher nicht für leichter ! Ich finde ja, das Leben war einfacher, einfacher im Sinne von weniger kompliziert und mehr Füreinander, wie Du es erwähnst. Das Leben meiner Eltern war Arbeit und nochmals Arbeit. Sie waren einfache und aufrichtige, gerechte Leute und sind es das ganze Leben geblieben. Die Kriegswirren haben in unserem Land die kleinen Leute wirtschaftlich auch hart getroffen. Ich habe mich später mit dem 2. Weltkrieg intensiv auseinandergesetzt, weil ich Offizier war und es mich interessierte. Ich holte mein Wissen aus verschiedensten Quellen, um mir ein ausgewogenes Bild machen zu können. Ich merkte auch, wie unmoralisch die Schweiz damals schon handelte und mit den Nazis riesige Geschäfte abschloss, also wirtschaftlich vom Krieg profitierte. Oder mit anderen Worten: Die kleinen Leute darbten – die Grossen verdienten!
    Weisst Du, ich glaube, dass das Geld gegenüber früher viel zu wichtig geworden ist. Es könnte verantwortlich sein für „“weniger FUEREINANDER und für mehr ICH““. Nochmals Grüsse

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    • Silberdistel sagt:

      Es war wahrscheinlich nach 1945 in fast allen Ländern ähnlich. Ich glaube, da hatten alle wenig und man brauchte da noch und wieder viel Energie und Arbeit, um wieder zu einem neuen und geregelten Leben zu kommen. Deutschland hat zwar damals auch diesen 2. WK begonnen, aber es ist nicht das einizige Land, das sich Vorwürfe machen muss. Wenn man genau hinschaut, hat fast jedes Land seine „Leichen im Keller“, wenn ich das mal im übertragenen Sinne so sagen darf. Das ist lange her und wir sollten inzwischen daraus klug geworden sein.
      Leider ist es heute so, wie Du schreibst, dass Geld oft viel zu wichtig ist. Wir sind Menschen mit unterschiedlichen Charakteren und Ansichten und Geld kann halt manchmal auch den Charakter verderben. Jedes Kind weiß inzwischen schon, dass es mit Geld Eindruck schinden kann. Wir hatten damals keins, darum mussten wir das einsetzen, was wir hatten – nämlich uns, zeigen, dass wir ein liebevoller, freundlicher und hilfsbereiter Mensch sind, für den der andere wichtig und wertvoll ist, zeigen, dass man einander brauchte. Irgendwann auf unserem Lebensweg ist dieser letzte Punkt auf der Strecke geblieben. Ich weiß nur nicht genau wann und wo.
      Grüße zurück und eine schöne, hoffentlich sonnige, Spätsommerwoche, für Dich

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  11. alltagsblick sagt:

    Silberdistel, auch ich entdeckte bei hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad den Herbst: farbige Blätter im Walensee und Herbstzeitlosen auf der Wiese. Ich freue mich auf den Herbst und hoffe auf Farben und warm-goldenes Licht.
    LG Claudia

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