Wir Silberdistels waren wieder einmal auf Entdeckungstour. Dieses Mal sind wir in Richtung Mecklenburgische Seenplatte gefahren – Richtung Stavenhagen. Unser eigentliches Ziel war Ivenack – malerisch und fast verwunschen wirkt dieser Ort. Bekannt ist er durch seine uralten Eichen. Die Ivenacker Eichen sind Zeugnisse einer Landnutzungsform aus dem Mittelalter – des Hudewaldes (Hütewaldes). Diese Form der Landnutzung hat sich im Waldgebiet um Ivenack bis heute erhalten. Als die Eichen, die man dort bestaunen kann, keimten, wir bewegen uns hier um bis zu 1000 Jahre zurück, wurde das Waldgebiet bereits von den Slawen als Waldweide genutzt.
Es war damals üblich, Pferde, Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen zur Futtersuche in den Wald zu treiben. Die Tiere bedienten sich natürlich an allem Grün ringsum, auch an dem Grün der Bäume, sodass im Grunde nur große und starke Bäume, die durch ihre Früchte den Tieren zusätzliches Futter lieferten, übrig bleiben konnten. Durch den starken Verbiss der Tiere entwickelten sich aus den einstmals geschlossenen nun relativ lichte Wälder.
Später folgten die Hirten des Ivenacker Klosters, die Zisterzienser (Nonnen) hatten sich hier niedergelassen, die ihre Tiere zur Futtersuche in den Wald trieben, so wie es einst die Slawen taten. Nach der Reformation wurde das Waldgebiet zu herzoglichem Eigentum. Im Jahre 1709 dann wurde das Amt Ivenack Rittergut und etwa in dieser Zeit entstand auch der sogenannte „Thiergarten“. An Stelle der Weidetiere, die früher im Wald auf Futtersuche waren, hielt man jetzt Damwild in Gehegen. 1929 wurde das Damwildgehege aufgelöst und der typische Charakter des Hudewaldes ging somit langsam durch nachwachsende Bäume verloren.
Erst 1972 richtete man ein neues kleines Tiergehege ein, beseitigte den bis dahin nachgewachsenen Jungwuchs und schuf somit wieder Raum für das Wachstum und den Erhalt der Eichen und gab damit dem Hudewald seinen einstigen Charakter zurück.

Die älteste Eiche im wiedererstandenen Ivenacker Tiergarten ist um die 1000 Jahre alt. Sie hat eine Höhe von 35,5 Metern, einen Stammdurchmesser von 3,49 Metern und einen Stammumfang von 10,96 Metern. Sie ist die älteste und stärkste noch lebende Eiche Deutschlands und könnte mit Sicherheit viel erzählen. Um die Ivenacker Eichen ranken sich viele Sagen und Geschichten, und wenn man diese gewaltigen Bäume anschaut, wundert man sich darüber keinen Augenblick lang, denn sie sehen wirklich aus wie riesige erstarrte Lebewesen. Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Diese Bäume sind beeindruckend groß und beeindruckend schön. Man muss sie einfach gesehen haben.

Kommentare
  1. katerchen sagt:

    Hallo liebe Silberdistel
    das sind ja gigantische Eichen..so knorrig..
    mag Eichen..diese sind wirklich ganz BESONDERS.
    DANKE sagt das katerchen mit einem LG von hier..ist das ALLES eine Sorte?? oder gibt es da auch verschiede Arten..finde die Blätter immer so interessant von den unterschiedlichen Sorten

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    • Silberdistel sagt:

      Vorwiegend sind es Stieleichen. Ich habe nun die Schilder mit den Bezeichnungen und Größenangaben noch einmal dazu gestellt und außerdem einige weitere Informationen für die besonders Interessierten verlinkt.
      Das sind ganz wundervolle Bäume, in der Art habe ich zuvor noch nichts gesehen. Wir waren ganz sicher nicht das letzte Mal dort.
      Liebe Grüße zu Dir, liebes Katerchen

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  2. Frau Hummel sagt:

    Bombastisch…

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    • Silberdistel sagt:

      Schön, von Dir zu lesen 🙂
      Ja, sie sind wirklich bombastisch. Die MUSST Du einmal anschauen – für eine Baumfrau ein MUSS.

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      • Frau Hummel sagt:

        Das sind wirklich imposante Riesen, die mir Respekt und Würdigung abverlangen. Auch ich würde vor ihnen stehen und den von ihnen ausgehenden Zauber bestaunen. Mein Gedanke war, was uns diese Baumriesen wohl zu erzählen hätten, wenn sie in unserer Sprache sprechen könnten. Was haben sie alles gesehen und erlebt? Kriege, Gewalt, Liebe, Freundschaft, vielleicht hat sich ein Liebespaar unter ihnen geküsst oder mehr…, ein Ziegenhirte hat sich in ihrem Schatten ausgeruht und ein Nickerchen gehalten und vieles mehr. Wunderschöne Baumpersönlichkeiten von Stürmen gebrochen und von Blitzen gezeichnet tragen sie Narben, die mich immer wieder faszinieren und mich beflügeln in ihnen Figuren oder Tiere, Fratzen und vieles mehr zu suchen. Sie sind unglaublich und wunderschön… aber das weißt Du ja alles selbst, liebe Silberdistel.Danke für die schönen Bilder.

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        • Silberdistel sagt:

          Die Bäume werden mehr erlebt haben, als wir uns vorstellen können. Was sind 500 bis 1000 Jahre für diese Bäume, für uns unvorstellbar. Wenn man überlegt, was während dieser enorm langen Zeit alles passiert ist. Sie haben vielleicht noch die ersten Siedler, die Slawen, gesehen, die Hirten des Klosters dürften ihnen begegnet sein, die Reformation fiel in die Lebenszeit der Bäume, die Zeit, als der Wald herzogliches Eigentum war, dann die Zeit des Rittergutes, die Zeit, als der erste Tiergarten entstand, sie haben zwei große und moderne Kriege überstanden und miterlebt, wie der erste Tiergarten sein Ende fand.
          Später erlebten sie die Wiedereröffnung eines Tiergartens und eine Zeit, in der man sich wieder um ihr Wohl und ihren Erhalt kümmerte, wie es vielleicht zur Zeit der ersten Tiergartens war.
          Diese Bäume haben Generationen von Menschen erlebt und wenn sie Glück haben, werden sie noch viele weitere Generationen erleben. Während es uns schon lange nicht mehr gibt, werden sie immer noch dort stehen. Wir werden nur ein ganz winziger Teil ihrer Geschichte sein.

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  3. Elvira sagt:

    Ihr seid ja wirklich viel unterwegs – davon kann ich nur träumen.
    Vor einigen Jahren haben wir unsere Betriebsweihnachtsfeier in einem Brandenburger Wald veranstaltet. Ein Förster und Falkner führte uns durch den Forst und zeigte uns, neben der natürlich sehr spannenden Flugvorstellung seiner Vögel, auch die kranken Eichen. Ein Merkmal wäre, dass sie, anders als gesunde Bäume, ihr Laub bereits abgeworfen hätten. Nicht geschädigte täten das erst beim Austrieb der frischen Blätter. Seitdem schaue ich jedes Jahr im Winter, ob die Eichen in meiner Nähe noch ihre Blätter tragen. Dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass sie jemals so ein hohes Alter erreichen werden. Ein langes Leben wünsche ich ihnen auf alle Fälle.
    Liebe Grüße von Elvira

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    • Silberdistel sagt:

      Wir bemühen uns, nicht nur faul zuhause rumzusitzen. Jetzt im Sommer sind wir sicher mehr unterwegs als nachher, wenn es wieder kalt ist. Ich friere nicht so gern.
      Bei den Eichen ist mir das mit irgendwelchen Schäden nicht so aufgefallen und bei diesen uralten Bäumen ist es ohnehin eine andere Sache. Die dürfen dann vielleicht schon so alt aussehen, wie sie in Wirklichkeit sind. Was aber erschreckend ist, die Kastanien sehen in der Mehrzahl ganz schön mitgenommen und krank aus.
      Liebe Grüße auch an Dich

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      • Elvira sagt:

        Ja, der Miniermotte ist schwer beizukommen. Ein natürlicher Feind sind die Meisen. Im Frühjahr hatte ich eine hübsche Art von Meisenhäusern entdeckt und gezeigt: http://wp.me/p1frmn-1mQ
        Liebe Grüße von Elvira
        Und ja, wer alt ist, darf auch so aussehen, nicht nur als Baum 😉

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        • Silberdistel sagt:

          Aha, das wusste ich bisher noch nicht, dass unsere Meisen sich dieser kleinen Schädlinge angenommen haben. Das finde ich sehr in Ordnung von ihnen.
          Wo kann man denn diese schönen kleinen Meisenhäuser kaufen? Die gefallen mir ausgesprochen gut. Wenn sie den Meisen auch gefallen, wäre das eine tolle Sache, ihnen bei der Wohnungssuche ein wenig unter die Flügel zu greifen
          Jap, wer alt ist, darf auch so aussehen, auch wenn man versucht, es möglichst lange hinauszuzögern. Das ist legitim

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  4. hellboy2503 sagt:

    Beeindruckende Bäume – schön.

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  5. winnieswelt sagt:

    Wundervolle Impressionen!!! ♥

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  6. einfachtilda sagt:

    Nur mal kurz ein lieber Gruß…Koffer packen ist so anstrengend 😀

    LG Mathilda ♥

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  7. Ernst Blumenstein sagt:

    Ich mag alte Bäume und bin von ihnen immer wieder fasziniert. Dein Bericht ist wie immer interessant und mit schönen Baum-Collagen u. informativen Texten versehen! Bei mir im Kanton Aargau gibt es u.a. die Linner Linde, eine Sommerlinde, die ca. 660 Jahre alt ist (wie immer unterschiedlich je nach Quelle). Lustig, ich arbeite gerade an einem Bericht über Rotbuchen. Liebe Grüsse zu dir in den Norden. Ernst.
    Mit den Neuerungen im WordPress tue ich mich sehr schwer.

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    • Silberdistel sagt:

      Diese Bäume sind fantastisch. Ich konnte mich gar nicht sattsehen. Das war ein Erlebnis der besonderen Art. Wenn man vor diesen riesigen Bäume steht, weiß man, wie klein und nichtig man eigentlich ist. Was ist ein Menschenleben gegen das eines Baumes? Was diese Bäume alles gesehen und erlebt haben mögen?
      Die ganze Anlage, dieser Ivenacker Tiergarten, ist wunderschön. Wir werden wohl öfter einmal dort sein, auch wenn wir dafür eine ganze Strecke mit dem Auto zurücklegen müssen. Diese Bäume vergisst man so schnell nicht wieder. Ich werde morgen noch einmal ihre Gesichter zeigen, man glaubte wirklich, Lebewesen, Sagengestalten, vor sich zu sehen.
      Bin gespannt auf Deinen Bericht.
      Konnte Deine Tochter Dir nicht helfen, was WordPress betrifft?
      LG zurück zu Dir

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  8. Die Baumexpertin war wieder unterwegs – schön 🙂
    Es ist schon imposant, daß der Umfang eines Baumstammes über 10 Meter betragen kann.
    Interessant finde ich vor allem auch, daß es so aussieht, als wollten die Bäume eine Geschichte erzählen 🙂

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    • Silberdistel sagt:

      Nun ja Expertin? Lassen wir das mal dahingestellt sein. Toll war es schon, diese gewaltigen Bäume betrachten zu können. Wenn man sie so anschaut, kommt einem wirklich der Gedanke, sie könnten gleich beginnen, ihre Geschichte zu erzählen, und wie unglaublich gern würde ich zuhören 🙂

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      • Nun, ich denke schon, daß Expertin paßt, weil Du Dich ja auch viel mit Bäumen beschäftigst 😉

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        • Silberdistel sagt:

          Es ist lieb, dass Du das so siehst, aber ich denke, wenn ich Bäume mag und mich viel mit dem Baum an sich beschäftige, bin ich durchaus noch keine Expertin in allen Fragen, die den Baum betreffen. Da komme ich mir eigentlich noch ganz klein und dumm vor 😉 Ich bemühe mich, den Baum als Lebewesen zu begreifen und ihn ein wenig zu verstehen 🙂 Sollte ich Dir jemals alle Baumfragen beantworten können, dann können wir das Thema neu betrachten 😉

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  9. Sally sagt:

    Sie sind wunderschön. Man kann nur noch atemlos staunen.
    1000 Jahre! Man möge sich das einmal ernsthaft vorstellen. Wie viele Menschengenerationen haben sie überlebt! Wie viel Freud und Leid geschah in ihrer Nähe.
    Ich komme ins Trudeln bei all diesen Gedanken.
    Wie fühlt es sich an, unter solch alten Veteranen zu stehen, sie zu berühren und ihr Flüstern zu vernehmen? Ich stelle es mir großartig vor.
    Danke fürs Zeigen und für die informativen Erläuterungen (zu denen man Schulklassen schicken sollten, ich meine, dein Blog bietet sehr sehr viel Lehrreiches)
    Lieber Gruß zu dir und viele guten Wünsche zu vielen schönen Ausflügen noch in diesem Sommer
    Sally

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, atemlos staunen – genauso war es. Diese Bäume müssen eine Unmenge erlebt haben. Wie spannend wäre es, wenn sie wirklich erzählen könnten. Ich glaube, da käme man wahrscheinlich wirklich nicht mehr aus dem Staunen heraus.
      Wenn man unter ihnen steht, kommt man sich noch winziger vor als man in Wirklichkeit ist. Berühren soll man sie möglichst nicht, sie stehen auf umzäuntem Gelände, den Eichen zuliebe, damit der Boden nicht verfestigt wird und sie noch viele, viele Jahre leben können, wahrscheinlich auch uns überleben werden. Aber auch ohne jegliche Berührung war es schön, sie einfach nur bewundernd anzuschauen. Was man da alles entdecken konnte. Es war einfach nur schön. Ich habe selten so bewundernd zu jemandem aufgeschaut 🙂
      Danke für die lieben Wünsche und Grüße. Mal schauen, was wir diesen Sommer noch alles entdecken.
      Liebe Grüße auch zu Dir und auch für Dich in Deinem Wald viele neue Entdeckungen

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  10. Großartige Bäume. Voller Leben und Weißheit.
    LG Michel

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    • Silberdistel sagt:

      Wunderbare Bäume, die es lohnt, anzuschauen. Du würdest sie bestimmt von einer ganz anderen Seite her betrachten. Ich glaube, das könnte sehr spannend sein. Ich denke noch mit Freude an Deine Bäume aus dem Gespensterwald.
      LG auch zu Dir

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  11. Waldameise sagt:

    Liebe Silberdistel,

    wow … wow … wow. Das sind solche Orte … da bekomme ich eine Gänsehaut und muss mich zusammenreißen, dass ich nicht weine, so sehr berühren und faszinieren sie mich. Wunderbar, ich liebe es. Ich liebe alte Bäume. Sich zu überlegen, wie lange sie an dieser Stelle schon stehen und dass sie zumindest teilweise immer noch Blätter tragen, erzählt mir mehr vom Wunder Natur und Leben als jedes Fachbach.

    Ich danke dir ganz sehr für diesen ganz speziell wunderbaren Eintrag. Bald werde ich vom Ahornboden berichten, was dich ja vielleicht auch interessiert, liebe Silberdistel.

    Ein lieber Gruß von der Waldameise

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    • Silberdistel sagt:

      Ich weiß, dass Du solche Orte auch sehr magst, liebe Waldameise. Ich war dieses Mal auch so voller Staunen, denn solche Riesen habe ich bisher noch nicht gesehen. Man konnte die einzelnen Bäume gar nicht mit einem Blick erfassen. Ich bin mehrere Male drumherum gelaufen und entdeckte immer wieder Neues. Toll, was die Natur doch zustande bringen kann. Man mag es gar nicht so recht glauben, dass diese Eichen schon so uralt sind. Das sind Dimensionen, die man eigentlich als kleiner Mensch gar nicht so recht erfassen kann. Was mögen diese Bäume alles erzählen können. Ich bin eigentlich irgendwie immer noch voller Staunen und ich weiß, ich muss dort noch einmal hin und wahrscheinlich noch einmal und noch einmal. Es war einfach zu schön, um wahr zu sein – solch herrliche Riesen.
      Liebe Grüße zurück, ich bin gespannt, was Du über den Ahornboden zu berichten hast

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  12. alltagsblick sagt:

    Liebe Silberdistel, herzlichen Dank für das mitnehmen zu diesen mächtigen, alten, knorrigen Eichen.
    LG Claudia

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