Es ist schon erstaunlich, was man alles entdecken kann, wenn man Steine, die seit Jahrtausenden im Wald liegen, einmal etwas genauer betrachtet. Sie sind hier im Everstorfer Forst bei Grevesmühlen nicht nur Grabstätte und totes Gestein. Man sollte denken, auf einem Stein kann gar nichts leben. Weit gefehlt, ein Stein gibt Wärme, Unterschlupf und nicht zuletzt durch das, was sich im Laufe der Zeit auf ihm ansammelt, wie Moose, Flechten, Laub, die Nadeln der Nadelbäume und natürlich auch Staub und Erde – ob hingeweht oder hingetragen, gibt er sogar Nahrung für vielerlei Lebewesen. Die Himbeere findet ein warmes Quartier und guten Humus, der Kraft und Stärke für Wachstum und Reife verleiht, der Farn ebenso, er findet Feuchtigkeit und Wärme, die Spinne hat ein steinernes Gerüst für ihr Netz, die Ameise hat Unterschlupf und Baumaterial für ihre Burg. Ein Vogel sucht eine weiche Feder zum Auspolstern seines Nestes und vieles mehr. Wer weiß, was ich alles bei meiner Suche übersehen habe, sicher wohnen in dieser Steinlandschaft noch viele Lebewesen, ob nun Pflanze oder Tier. Würde ich ganz intensiv suchen, wäre ich mit Sicherheit erstaunt darüber, was der Lebensraum Stein alles zu bieten hat.
Hier nun ein wenig von dem, was ich auf den Steinen, die ein Teil der letzten Ruhestätte für Menschen aus längst vergangenen Zeiten darstellen, entdecken konnte – ein Hünengrab als Lebensraum für neues Leben.

Kommentare
  1. kowkla123 sagt:


    was man von dir alles lernen kann, du gehst sehenden Auges durch die Welt und verstehst es gut, zu erzählen, zu berichten , zu beschreiben, ich bewundere dich, danke für die Infos, einen schönen Sonntag, KLaus

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    • Silberdistel sagt:

      Danke für die erfrischenden Sonntagsgrüße 🙂
      Es freut mich immer, wenn ich meine Erlebnisse oder was ich selbst bei solchen Ausflügen gelernt habe, mit Euch teilen kann. Um so schöner ist es, wenn es Euch ebenso gefällt wie mir.
      LG und auch Dir einen schönen restlichen Sonntag

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  2. Elvira sagt:

    Es gab und gibt Blogs, deren Beiträge sogar meine Nase ansprechen. Bei Deinen Fotos kann ich den Wald förmlich riechen. So sommerlich würzig. Und meine Zunge erinnert sich, wie unvergleichlich wilde Himbeeren schmecken. So wie meine Füße sich ihrer Kinderzeit erinnern, als sie bei Waldspaziergängen nicht einfach losmarschieren durften, sondern vom Gehirn den von den Augen weitergeleiteten Befehl bekamen, ja auf jede Ameise und jeden Käfer zu achten, damit der Riese Kind sie nicht zertritt.
    Noch heute faszinieren mich Ameisen und ihr soziales Gefüge.
    Liebe Sonntagsgrüße von Elvira

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    • Silberdistel sagt:

      Schön, dass sogar die Gerüche des Waldes mit rüberkommen. Die liebe ich ja so unendlich. Ich möchte sie am liebsten immer mit nach Hause nehmen. Manchmal gelingt es sogar ein wenig. Nur, mit der Zeit verblassen sie leider. Aber man kann sie wieder neu aufsaugen gehen. Das hat auch was. 🙂
      Ich schaue heute immer noch ganz ängstlich auf den Waldboden, dass ich möglichst kein kleines Lebenwesen zertrete, wenn ich durch den Wald gehe. So ganz wird das aber wohl nie gelingen. Ich mag gar nicht daran denlken, was man mit jedem Schritt alles zertritt.
      Ja, Ameisen sind ein interessantes Volk. Ich könnte stundenlang irgendwo hocken und ihnen zuschauen. Nur wird man dann leider schnell von ihnen „besiedelt“ 😉
      Liebe Sonntagsgrüße zurück

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  3. katerchen sagt:

    es ist so liebe Silberdistel..LEBEN ..überall man muss nur genau schauen..und das kannst Du.
    LG vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Auf den ersten Blick ist da meistens nichts. Wenn man sich dann Zeit nimmt und eine Weile schaut, dann wimmelt es nur so 🙂 Ich glaube, Du kennst das auch.
      Liebe Grüße auch an Dich und einen schönen Wochenstart – hier begann die Woche mit Regen 😦

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  4. Mathilda sagt:

    Bin gerne mit auf Entdeckungsreise gegangen, viel Spannender als durch die Gegend zu düsen und diese Woche verordne ich mir Natur, hab das jetzt bitternötig.

    Liebe Grüße zu dir von Mathilda 🙂

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  5. alltagsblick sagt:

    Leben gibt es überall zu sehen, sofern man mit offenen Augen durch die Welt geht. Im Wald ist das Leben enorm vielfältig und es gibt immer wieder neues zu entdecken. Bei meinem letzten Waldbesuch fand ich ein kleines grünes Tier ohne Beine, dafür mit einer Unterseite wie aus Gel. Mit dieser konnte sich das Tierchen fortbewegen. Bis jetzt konnte ich das Tierchen nicht bestimmen.
    LG Claudia

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    • Silberdistel sagt:

      Manchmal entdeckt man schon seltsame Lebewesen, aber wahrscheinlich sind sie immer da, nur man sieht sie eben nicht immer. Ich staune auch jedes Mal über irgendwelche Neuentdeckungen.
      Liebe Grüße auch zu Dir

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  6. Ernst Blumenstein sagt:

    Ein fundierter Beitrag über die kleinen Dinge in der Natur, die einem das Leben lebenswert machen. Man spürt förmlich deine Liebe zur Natur und sieht sie auch in deinen tollen Bildern. Die letzten Ameisenhaufen habe ich im Schwarzwald fotografiert, muss aber nochmals hin, bin mit den Aufnahmen nicht zufrieden. Dir liebe Grüsse.

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