Unterwegs in Mecklenburg – Archäologisches Freilichtmuseum Groß Raden

Veröffentlicht: 6. Juli 2012 in Geschichte, Natur, Pflanzen, Reisen, Sehenswürdigkeiten, Tiere, Unterhaltendes, Urlaub
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Heute nun die versprochenen Fotos von unserem Ausflug nach Groß Raden. Das Freilichtmuseum Groß Raden liegt direkt am Groß Radener See. Schon, bevor man überhaupt das Gelände des Freilichtmuseums erreicht hat, sieht man am Rande des Sees die Ringwallburg liegen. In den Jahren 1973 bis 1980 hatten hier in der Nähe des Groß Radener Sees archäologische Ausgrabungsarbeiten stattgefunden, bei denen man die Reste eines slawischen Siedlungsplatzes entdeckte. Ringwallburg und Dorf wurden rekonstruiert und als Freilichtmuseum eingerichtet. Die Fotos vermitteln vielleicht einen kleinen Eindruck von diesem altslawischen Tempelort aus dem 9. und 10. Jahrhundert.

Vielleicht noch eine kleine Anmerkung: Was uns bei unserem Rundgang durch dieses altslawische Dorf aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass sich an der Grundstücksgröße von Einfamilienhäusern zwischen damals und heute eigentlich so gar nichts geändert hat. 😉

Kommentare
  1. Wolfram sagt:

    Die Häuser hatten auch damals schon ein sehr großes Wohnzimmer; nur die Nebenräume waren wesentlich weniger zahlreich. 😉

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    • Silberdistel sagt:

      Ein großes Wohnzimmer ist ja doch eine wunderbare Sache, nur, wenn sich die gesamte Familie dort und nur dort aufhalten kann, ist der Charme eines solchen Wohnzimmers doch schon nicht mehr ganz so umwerfend. Solche kleinen Nebenräume wie den Sanitärtrakt hat man damals ganz weggespart. Da nehme ich dann doch lieber ein etwas kleineres Wohnzimmer in Kauf und würde mir gern dafür noch ein extra Zimmerchen für die besonderen Bedürfnisse wünschen. 😉

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      • Wolfram sagt:

        In meinem Garten (der etwas größer ist als der um die Häuser dort im Freilichtmuseum) steht ein leider nun verfallendes Hüttchen, fein gemauert und gedeckt mit römischen Ziegeln; es diente früher als „Lieu d’aisance“, wörtlich „Wohlfühlort“ oder „Ort der Erleichterung“. Das wird damals, zur Zeit der Germanen, ähnlich gewesen sein… aber ich bin auch nicht böse, daß wir jetzt fließendes Wasser und ein porzellanenes „lieu d’aisance“ innerhalb des Hauses haben, sowie Dusche und Bad – auch wenn dafür ein Schlafzimmer geopfert werden mußte.

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        • Silberdistel sagt:

          Wenn man diese kleinen, eher niedlichen Häuschen dort sieht und sich vorstellt, dass man so ganz ohne unseren heutigen Komfort auskommen sollte, dann weiß man erst, dass wir es doch heute mehr als gut haben. Ich könnte sicher mit wesentlich weniger auskommen, als mir in unserer heutigen Zeit zur Verfügung steht, aber auf einige wesentliche Dinge wie Dusche, WC, ein ordentliches Bett, vielleicht noch Kühlschrank und Waschmaschine möchte ich nur ungern verzichten.
          Ich kenne aus der Kindheit auch noch das sogenannte Herzhäusl auf dem Hof. Bei meinen Großeltern stand noch lange eins. Das mag man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Lange Zeit musste man das Wasser, das man den Tag über brauchte auch noch von einer Pumpe holen – richtige schöne Handarbeit, um ans Wasser zu kommen, mit Pumpenschwengel zu bedienen. Als Kind fand ich das toll. Ich weiß aber auch noch, wie lange es dauerte bis Pferde, Kühe, Ziegen, Schafe getränkt waren. Wenn große Wäsche war, war es auch ein tolles Unternehmen. Da lobe ich mir meine Dusche, mein WC, meine Waschmaschine 😉
          Dein Hüttchen ist dann ja ein echtes Stück Geschichte. 🙂 Andererseits ist es auch immer wieder schade, wenn solche Gebäude oder Häuschen verschwinden, erinnern sie doch an unsere Vorfahren und ein Leben, das wesentlich anders aussah als unseres heute.

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          • Wolfram sagt:

            Wo du es sagst, einen Brunnen habe ich auch hinter der Garage, aber der ist verschlossen.

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            • Silberdistel sagt:

              Dein neues Zuhause scheint ja sehr interessant zu sein. Das klingt sehr spannend. 🙂

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              • Wolfram sagt:

                Ich muß wohl doch mal ein paar Fotos machen…

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                • Silberdistel sagt:

                  Tolle Idee! 🙂 Du scheinst ein schönes neues Zuhause zu haben 🙂 – mit einer spannenden Geschichte.

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                  • Wolfram sagt:

                    Nun, es ist ein altes Pfarrhaus aus dem 19. Jahrhundert. Welche Geschichte es in den Mauern trägt, kann ich noch nicht sagen.

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                    • Silberdistel sagt:

                      Bei einem Pfarrhaus ist doch sicher die Geschichte gut dokumentiert. Das ist bestimmt nur eine Frage der Zeit und Du weißt alles, was Dir das Haus und seine früheren Bewohner zu erzählen haben.

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                    • Wolfram sagt:

                      Dokumentiert ist sicher alles – irgendwo. Aber wo? Leider gibt es kein zentrales Archiv im Kirchenamt, und die Archive der einzelnen Kirchengemeinden lassen meist sehr zu wünschen übrig.
                      Es sind eben nur wohlwollende Laien, die die Archivierung übernehmen, und denen geht manchmal die Notwendigkeit nicht auf, dieses oder jenes Dokument aufzubewahren, das schon seit 30 Jahren keiner mehr gebraucht hat. Oder auch nur, eine Struktur ins Archiv zu bringen, da wird dann einfach abgelegt nach Eingangsdatum…
                      Ich habe einiges an alten Akten hier liegen, aber noch keinerlei Überblick. Und fünf Predigtstätten, eigentlich sogar sechs (die sechste ist vor 40 Jahren verkauft worden), bedeuten: das waren wahrscheinlich mal fünf oder sechs Gemeinden, die sich nach und nach zusammengeschlossen haben, mit entsprechend vielen Pfarrhäusern!

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                    • Silberdistel sagt:

                      Das finde ich immer sooooo schade, dass machmal alles einfach so verschwindet, entsorgt wird oder irgendwo ungenutzt in Archiven schlummert. Aber ich kenne das auch von Bibliotheken. Manchmal fehlt einfach die Zeit dafür, alles sofort zu bearbeiten. Da schlummern so manche Schätze irgendwo. Man wundert sich dann, wenn plötzlich irgendwelche historisch besonders wertvollen Dokumente wieder auftauchen, wenn wieder einmal Zeit zum Sichten und Einarbeiten war oder es zusätzliche Gelder gibt, um sich mit den fast vergessenen Archivmaterialien oder Büchern zu beschäftigen. Ich hatte gehofft, bei den Kirchenarchiven ist es anders. Schade! Aber wenn Dich die Geschichte Deines „neuen“ Pfarrhauses interessiert, wirst Du sicher nach und nach erfahren, was Dein Haus zu erzählen hat.

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                    • Wolfram sagt:

                      Die Situation der evangelischen Kirche hier ist ja auch eine andere…
                      sie war bis 1784 (ungefähr, ich erzähle aus dem Gedächtnis) verboten, dann zunächst nur geduldet – mit Ausnahme des Elsaß, wo besondere Verträge den Evangelischen das Überleben ermöglichten. Mit den „Articles Organiques“ Napoleons bekamen Evangelische und Juden einen Rechtsstatus in Frankreich. Dabei strukturiert sich die Reformierte Kirche allerdings presbyterial-synodal, d.h. „von unten“, die Basis ist die Ortsgemeinde, die als „Kirche“ im Vollsinn gilt. (Die Lutheraner dagegen sehen die Ortsgemeinde als Teil der Regional- oder Landeskirche an.) Die Konsistorien als übergeordnete Ebene sowie die Nationalsynode unterliegen zunächst staatlicher Aufsicht – und die Geistlichen wie auch ein Teil der sonstigen Auslagen werden aus Steuermitteln finanziert, wie auch für die römisch-katholische Kirche. Wegen der kirchenamtlichen Aufsichtspflicht der Konsistorien über die Ortsgemeinden haben erstere auch viele Dokumente…
                      Mit dem Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat, Dezember 1905, werden die bisherigen Strukturen aufgelöst. An ihre Stelle treten – und hier merkt man, daß Reformierte fleißig mitgearbeitet haben an diesem Gesetz – Kultvereine (Association Cultuelle, AC), die die juristische Basis der Ortsgemeinden bilden. Einzig diese sind zunächst als juristische Person Kirche. Dabei stellt sich aber schon das Problem, daß die AC nicht unbedingt deckungsgleich sind mit den vorherigen Presbyterien, deren Platz sie einnehmen… und damit die Frage, wer bekommt die Dokumente: die AC mit Sitz am Sitz des vorherigen Presbyteriums, oder die AC, die betroffen ist? Darum ist oft lange gerangelt worden…
                      Die Konsistorien werden als lockerer Zusammenschluß ohne juristische Basis wiederbelebt, denn nur eine übergemeindliche Ebene als Union von Orts-AC ist im Gesetz vorgesehen, und das ist bei den Reformierten die Union Nationale des Associations Cultuelles des Eglises Réformées de France. (Die Lutheraner bilden die „Inspection“ als Union, die zwei Inspektionen wiederum bilden so etwas wie eine Föderation mit anderem Status.)
                      Die Archive der alten Konsistorien – wo sind sie gelandet? Das dürfte von Ort zu Ort verschieden sein; einiges mag in Paris lagern, anderes in den Departementalarchiven, aber da wieder heranzukommen ist schwierig und oft auch mit Kosten verbunden.
                      Nach 1905/06 entstandene Akten unterliegen keiner staatlichen Aufsicht mehr, von den Registern abgesehen, und werden deshalb nicht unbedingt pfleglich bewahrt. Oft lagern sie in Kellern oder auf Dachböden, werden möglicherweise beim Verkauf von Gebäuden darin vergessen… für den Forscher ist es ein Drama, aber auch gelegentlich für die Gemeinden, wenn man denn doch einmal darauf zurückgreifen muß, etwa um sein Eigentum zu belegen… (Grundbücher sind in Frankreich nicht üblich, außer in den ehemaligen Reichslanden.)

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                    • Silberdistel sagt:

                      Das macht ja dann doch einen recht verworrenen Eindruck. Bei einem solchen Hin und Her kann ich mir schon vorstellen, dass es dann natürlich auch in den Archiven etc. unter Umständen problematisch aussieht. Dein Überblick über dieses Stückchen kirchliche Zeitgeschichte Frankreichs ist ja sehr interessant. Danke für die Erläuterungen.
                      Nun verstehe ich allerdings schon, dass es wahrscheinlich nicht nur Zeit sondern auch Geld kosten würde, um z.B. sein Haus etwas besser kennenzulernen. Ein wenig kenne ich solche Um- und Verlagerungen auch, wenn sich Zuständigkeiten änderten oder einige Behördern ganz verschwanden. Unsere Bibliothek wurde nach 1989 auch mit allerlei Buch und Papier anderer Einrichtungen, die einfach geschlossen wurden quasi zugeschüttet. Sicher kann man sagen, wenigstens wurde dass alles nicht vernichtet. Wir haben bis heute aber keine Möglichkeit gefunden, dass alles aufzuarbeiten, wissen also auch nicht, welche Schätze noch wo verborgen sind. 😦 Kein Geld, kein Personal bzw. viel zu wenig.

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                    • Wolfram sagt:

                      Ich glaube, in vielen Museen, aber auch vielen Bibliotheken liegen in den Depots noch wahre Schätze, die seit Generationen schlicht vergessen wurden und nie repertoriert wurden.
                      Im evangelisch-reformierten Raum kommt gerade, wenn man nach ehemaligen kirchlich genutzten Bauten sucht, auch noch hinzu, daß das Gebäude keine Heiligkeit in sich trägt. Nicht weit von hier wurde im 18. Jahrhundert eine Scheune zur, damals noch illegalen, Betstätte – und ist heute noch kirchlich genutzt. Andere wurden irgendwann wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung übergeben, und wenn man keine Spuren in Dokumenten findet, geht das Wissen darum verloren. Wiederum nur einen Steinwurf weit wurde ein Kirchlein verkauft, darin richtete die Post ein kleines Amt ein. Über der Tür stand immer noch: „die Wahrheit wird euch freimachen.“ (Leider 2003 abgerissen.) Das ist bekannt, weil die Leute im Ort sich drüber amüsiert haben, und es wird mündlich tradiert. Inzwischen kann man es auch auf einer den evangelischen Gottesdienststätten gewidmeten Internetseite nachlesen, aber darauf muß man auch erst kommen. Weil aber die Mauern nicht heilig sind, wird die Erinnerung an sie auch nicht gepflegt.

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                    • Silberdistel sagt:

                      Leider ist das so, dass erst einmal eingelagert wird und wenn es dann nicht gleich bearbeitet oder gesichtet werden kann, gerät es immer mehr in den Hintergrund und im schlimmsten Fall in Vergessenheit. Da kommen irgendwelche Schätze dann oft nur durch reinen Zufall wieder ins Licht der Öffentlichlkeit.
                      Interessant ist, was Du über die Kirchen bzw. kirchlich genutzten Bauten in Frankreich schreibst. Das wusste ich bisher so noch nicht. Dass allerdings Kirchen zweckentfremdet genutzt wurden, kenne ich noch aus DDR-Zeiten. Auf der anderen Seite waren da auch viele Kirchen praktisch dem Verfall nahe, weil die Kirche an sich nicht gern gesehen war. Es wird mit den Dokumenten vielleicht auch nicht viel besser ausgesehen haben.
                      Die Internetseite, auf die Du verweist, ist recht interessant. Ich muss mal meine verschütteten Französischkenntnisse wieder etwas ausgraben und mir das noch einmal ganz in Ruhe anschauen.

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                    • Wolfram sagt:

                      Vorsicht, das gilt nur für evangelische Kirchen, und auch da vor allem für diejenigen zwinglianisch-calvinistischer Prägung (reformiert und freikirchlich)! Katholische Kirchen sind geweiht und deshalb mit einer gewissen Heiligkeit versehen.
                      Viel Spaß beim Stöbern – und im Departement 17 kommst du bei mir vorbei. Einer unserer fünf „Tempel“ ist denkmalgeschützt, in St.Sulpice.

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                    • Silberdistel sagt:

                      Danke! Ich denke, das wird ein sehr interessanter Ausflug.

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  2. einfachtilda sagt:

    Fantastische Fotos.
    Ein schönes Wochenende wünsche ich dir.

    LG Mathilda ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Danke 🙂 Schön, dass sie Dir gefallen. Es war ein interessanter Ausflug. Blumen gab es auch noch zu bewundern. Die zeige ich dann demnächst.
      Liebe Grüße und auch für Dich ein schönes Wochenende, hier hat es den ganzen Vormittag genieselt, jetzt guckt gerade ein wenig die Sonne raus

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  3. kowkla123 sagt:

    ich habe mich sehr an den Bildern erfreut, kenne ich doch schon vieles davon, danke und ein schönes WE, KLaus

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  4. katerchen sagt:

    so liebe Silberdistel..nun aber.
    schön das es gefunden wurde das DORF und noch besser finde ich das man es aufgebaut hat/nachempfunden.Das gefällt mir alles sehr,sehr gut.
    Danke das ich auch schauen durfte.
    LG vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Es ist schon interessant, wie die Menschen früher gelebt haben. Ich finde es schön, dass man sich hier die Mühe gemacht hat, ein solches Dorf zu rekonstruieren und es als Museum zu eröffnen.
      Schön, wenn Dir gefällt, was Du hier bei mir ansiehst.
      Liebe Grüße auch an Dich und ein schönes Wochenende

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  5. Ich schaue Dokumentationen immer sehr gerne an – in letzter Zeit immer öfter im Internet 😉

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  6. sanetes sagt:

    Interessante Fotos. Schaut irgendwie aus wie bei Wickie. 😀

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  7. […] Raden gibt es ein Archäologisches Freilichtmuseum, das wir schon öfter einmal besucht haben. Hier gab es auch schon den einen oder anderen Bericht dazu. Dieses Mal sollte im […]

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