Am Freitag war es hier bei uns an der Küste überraschend warm, um nicht zu sagen – heiß. Am späten Nachmittag verfinsterte es sich zunehmend und in der Ferne war schon ein leises Donnergrollen zu vernehmen. Es wurde so dunkel, dass sogar unsere Solarlampen meinten, dass es Zeit wird, den Silberdistels ein Licht aufgehen zu lassen. Sie leuchteten fröhlich vor sich hin und verausgabten sich fast damit, denn es wurde dunkler und dunkler und eine Solarleuchte, die etwas auf sich hält, tut dann natürlich ihre Arbeit und leuchtet ihrer Herrschaft heim. Da denkt sie keinen Moment über die Folgen nach, schaut nicht einmal zur Uhr, um zu überprüfen, ob es denn schon Zeit zum Leuchten ist, nein, sie leuchtet sinnlos vor sich hin. Sinnlos, jawoll, denn wer würde bei einem solchen Unwetter, das dann folgte, nach draußen gehen und dabei auch noch Licht brauchen. Also nein, wirklich nicht, die Silberdistel flüchtete sogar aus ihrem Wintergarten. Man kann ja nie wissen, denn ab und zu zuckte bereits ein Blitz am Himmel und dann war ein gewaltiges Kegeln zu hören. Ja, ich glaube fast, der Wettergott kegelte mit seinen Kumpanen um die Wette, lachte hingebungsvoll dazu und rief: „Lasst es krachen Jungs!“ Ja, und dann krachte und krachte es gewaltig vor sich hin. Aber nicht nur das, ihr Bier schütteten sie dort oben auch noch um und über uns aus. Zum Glück war das Bierchen recht dünn, sodass, als es hier unten ankam, kaum noch zu erkennen war, dass es sich um etwas anderes als Wasser handelte. Die Pflanzen aber tranken und tranken, auch wenn es dünn war, das Getränk, das machte nichts, es tat unendlich wohl. Ganz verzückt und verzaubert  schauten sie, still lächelnd, vor sich hin und fühlten sich unendlich wohl auf ihrem Fleckcken Erde. Inzwischen waren die Jungs dort oben von ihrem dünnen Bier berauscht und eingeschlafen. Nur ganz fern hörte man manchmal noch ein leises Schnarchen und dann war der Spuk vorbei und das Internet auch, das war einfach weg. So konnte die Distel noch ein wenig die trunkenen Blumen in ihrem Garten bewundern und das war nett und wunderschön, viel schöner als vor dem PC zu sitzen. Die Silberdistel musste über ihre verzückt und glücklich in den Abendhimmel strahlenden Blumen lächeln.

Später schaute das Internet tatsächlich auch wieder vorbei. Es hatte sich irgendwie gegruselt und versteckt. Als Herr Silberdistel es dann leise rief, kam es ganz vorsichtig aus seinem Versteck gekrochen. Zuerst schaute es noch etwas ängstlich um die Ecke, doch dann kam  es ganz langsam wieder hervor. Der Kommentar, den die Distel gerade noch geschrieben hatte, bevor das Internet verschwand, den fand das arme verängstigte www aber nicht wieder. Ärgerlich, denn die Distel hatte sich besondere Mühe gegeben. Das Internet guckte zwar etwas schuldbewusst, aber der Kommentar blieb trotzdem verschwunden. Also, die Distel denkt noch einmal darüber nach, was sie geschrieben hatte und dann versucht sie es noch einmal. Verzeihen wir dem armen verwirrten kleinen Internetbündel.

Kommentare
  1. kowkla123 sagt:

    na, da ist es doch noch alles gut ausgegangen, ich wünsche einen Gewitterfreien Sonntag, KLaus

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  2. Mathilda sagt:

    Das sind sehr schöne Fotos.
    Bei uns gibt es keine schlimmen Gewitter, immer nur ganz kurz und Internet war auch da.
    Aber mir fehlen ganz viele Beiträge im WP Reader, weiß nicht, was da los ist 😦

    LG und einen schönen Sonntag wünscht

    Mathilda ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Na wenn es bei Euch keine schlimmen Gewitter gibt, ist kein Wunder, dass die alle bei uns aufschlagen 😉
      Wohin sind die Beiträge im WP Reader entschwunden? Vielleicht hat sie auch das ängstliche Internet verschlampert 😉
      LG und auch Dir einen schönen Sonntag

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  3. Waldameise sagt:

    Über eine Kegeltruppe hätte ich mich ja noch gefreut, liebe Silberdistel, aber die Haudegen, die hier übers Land zogen, die hatten Übleres im Sinn. Ein großes Wunder, dass sich der Strom hier nicht verabschiedet hat.

    Ich genieße wieder deine Fotos … hier die Blümchen und die wunderschönen roten im vorletzten Eintrag. Wunderbar.

    Ein lieber Sonntagsgruß
    von der Waldameise

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    • Silberdistel sagt:

      Haben die Haudegen schlimmen Schaden angerichtet? In einigen Gegenden ist es ja wohl noch schlimmer gewesen als hier bei uns.
      Ich freue mich sehr, dass Dir die Fotos gefallen und das rote Feld, ja das war schon ein ganz besonderer Augenschmaus, auch für mich. Ich mochte dort gar nicht wieder weg.
      Liebe Grüße zurück zu Dir und einen schönen restlichen Sonntag

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  4. M. sagt:

    Wir hatten in Berlin auch ein starkes Gewitter und das, wo ich doch so eine Angst davor habe. Nein, ich kann mir am Blitz und Donner keine Freude holen. Dafür umso mehr bei deinen Blümeleins. Die sind wirklich sehr hübsch. Ja man meint sogar, man könne sie erschnuppern…

    Ganz liebe Grüße zu dir!

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    • Silberdistel sagt:

      Ich hoffe, das Gewitter hat Dir nicht den ganzen Ausflug verdorben. Ich habe mich auch einmal sehr bei einem Gewitter gefürchtet. Da waren wir in den Alpen zum Wandern, noch dazu recht weit oben. Nach dem Gewitter war es dann allerdings sehr schön, weil wir plötzlich überall Murmeltiere gesehen haben.
      LG auch zu Dir

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  5. Kim sagt:

    Die Kapmargerite ist nicht nur wunderschön, sondern wurde auch sehr schön in Szene gesetzt!!!
    Wobei die Chysantheme auch nicht zu verachten ist! 🙂
    Sehr schön 🙂

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  6. katerchen sagt:

    hach haben wir hier GLÜCK gehabt..einen Schauer ohne Krach von OBEN..
    Liebe Silberdistel ist hat sich keiner verkriechen brauchen..schön Deine Blümchen..immer eine Freude..
    LG zum Wochenstart vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Gestern Abend sah es schon wieder so aus, als sollte es noch einmal krachen, aber dann blieb es bei Regen. In der Nacht war es wohl zeitweise ganz schön arg.
      LG und auch für Dich einen guten Wochenstart

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