Da die Natur für mich ein wichtiger Lebensbestandteil ist und das in meinem unmittelbaren und auch ferneren Umkreis durchaus kein Geheimnis ist, habe ich von einer lieben Bekannten, die diese, meine Vorlieben für Natur und Umwelt kennt, einen neuen Naturführer geschenkt bekommen. Ich bin immer und überall viel und gern unterwegs, um mich in Naturbetrachtungen zu ergehen. Ich liebe es aber ebenso unendlich, still und leise in meinem kleinen Gartenbiotop vor mich hin zu werkeln oder noch viel lieber, in einem stillen Winkel meines Gartens zu sitzen, ein Buch zu lesen, einen Cappuccino oder Kaffee zu trinken, dabei dem Gesang der Vögel zu lauschen, dem Summen der Insekten und dem Rauschen der Blätter im Wind mein Ohr zu leihen. Manchmal jedoch mischen sich unter all diese lieblichen und wohlklingenden Töne auch Laute einer etwas anderen Art. Schon immer hat mich interessiert, welcher Spezies wir denn dieses seltsame Geräusch zu verdanken haben. Nicht immer sind es wohlklingende Laute, manchmal empfinde ich sie als geradezu störend und unangenehm. Oft jedoch klingen diese unmelodischen Gesänge aus größerer Entfernung zu mir in den Garten. Einerseits bin ich froh darüber, sie so weit entfernt von meiner so wundervoll lieblichen Ruhe zu wissen, andererseits interessiert es mich schon, wer oder was denn da so piept und lärmt. Sicher könnte ich mich zum Orte des Geschehens schleichen und versuchen, den Lärmpegel anhand seiner Gestalt zu bestimmen, andererseits weiß man nie, was einen dort erwartet. Vielleicht ist dieses Wesen gar angriffslustig und geht gar nicht auf meine wohlmeinenden und beruhigenden Worte, zur Mittagszeit diesen unangenehm lauten Geräuschpegel etwas herunterzuschrauben, ein. Vielleicht verfolgt es mich ab sofort auf immer und ewig oder lässt seine Gesänge gar noch um einige Dezibel lauter erklingen, nur um mich wissen zu lassen, wer hier in dieser Wohngegend der Herr und Meister über Gut und Böse ist. So wäre es mir durchaus schon immer lieb gewesen, wenn ich jene Störenfriede auch an ihrem mehr oder minder wohltönendem Gesang erkennen würde, denn ein Naturliebhaber wie ich, möchte nicht nur die lieben, netten und gar niedlichen Lebewesen, die unser Leben bereichern, kennen, nein er möchte doch ebenso gern wissen, was da sonst noch so lärmt und piept und mehr zu den unangenehmen oder gar gefährlichen Vertretern unserer sonst so schönen Umwelt gehört.

So hat mich dieses kleine Büchlein von „Andreas Altenberg: Wer piept denn da?“ zutiefst erfreut und begeistert. Obwohl ich es erst seit wenigen Tagen mein Eigen nenne, ist es mir schon zu einem unentbehrlichen Ratgeber, einem wundervollen Nachschlagewerk und zu einem ständigen Begleiter geworden. Inzwischen kenne ich dank des Büchleins den Pollenkönig, der eher harmloser Natur ist, ich kenne den Bikerich, die Hochdruckputze, das Gelbhelmchen, die Mähdrossel, Proseccolerchen, die immer im Schwarm vorkommen, die Kläfferschnepfe und die Handybrüllmeise. Ich finde es äußerst beachtlich, was ich in dieser erstaunlich kurzen Zeit, seitdem ich über dieses kleine handliche Büchlein verfüge, schon hinzu gelernt habe. Mein Wissen über unser kleines Dorfbiotop hat sich enorm erweitert und ich bin sicher, noch nicht alle Lärmpegel, die gelegentlich meine Mittags- oder auch sonstige Ruhe beeinträchtigen, zweifelsfrei erkannt zu haben, denn mit einigen Bestimmungsversuchen bin ich noch nicht so ganz zufrieden. Aber Übung macht den Meister, vor allem mit Hilfe dieses herrlichen und wundersamen Naturführers. Ich kann ihn wirklich all jenen empfehlen, die ihr Wissen über Natur und Umwelt ein wenig erweitern und vervollkommnen wollen. Ich selbst war erstaunt, welch gewaltig große Bildungslücke bis eben bei mir noch klaffte. Nun konnte ich ein kleines Stück davon schließen und ich bin froher Hoffnung, wenigstens diese Lärmpegellücke demnächst mit Hilfe meines neuen Büchleins auch ganz schließen zu können. Der Umgang mit dem kleinen Naturführer ist recht einfach. Für jede Spezies gibt es eine farbenfrohe Abbildung, die eine Fehlbestimmung nahezu unmöglich macht. Aber auch, wenn man den Pieper nur durch seine lautmalerischen Äußerungen bestimmen möchte oder kann, dürfte das durch die sehr übersichtliche Darstellung der Gesänge und Melodien der kleinen und großen Störenfriede kein Problem darstellen.

Für die, die einen Naturführer wie diesen, zu ihrem ständigen Begleiter machen oder vielleicht nur einmal hineinschauen wollen, hier die Angaben, die man möglicherweise braucht, um den Buchhändler oder die Bibliothekarin seines Vertrauens aufzusuchen, damit diese in ihren Bücherstapeln, -regalen, -magazinen, unter Theke und Ladentisch nach genau diesem Büchlein fahnden können. Hier noch ein kleiner Hinweis für die, die eigentlich mit eher weniger Leidenschaft lesen. Wer z. B. gern Radio hört so wie ich, der kennt vielleicht sogar schon die akustische Variante dieses herrlichen Naturführers. Für die also, die besser hören als lesen können, hier der Weg zum Buch über das Ohr.

– Altenburg, Andreas: Wer piept denn da? : von Proseccolerchen und Hochdruckputzen ; ein Naturführer. – 2. Aufl. – Reinbek bei Hamburg : Rowohlt, 2008. – 110 S. – ISBN 978 3 499 62370 7

An dieser Stelle vielleicht noch ein lieber Dank an den Spender dieses interessanten und lehrreichen Naturführers. Dieses kleine Geschenk an mich war eine wundervolle Idee.

Dieses Schlusswort musste jetzt ganz einfach noch sein – nur für den Fall, dass jener, der mir eine so große Freude bereitet hat, hier vielleicht sogar mitliest.

Kommentare
  1. kowkla123 sagt:

    Ich kenne den auch, ist toll, gut, dass es sowas gibt, die Kinder werden viel zu wenig damit vertraut gemacht, KLaus

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  2. Gudrun sagt:

    Mein Jan meinte neulich, dass er in Berlin Brüllvögel vor dem angekippten Fenster in Berlin habe. 😀 Die stellten sich letztendlich als Amseln heraus. Was ich als schön empfinde, stört manch anderen. (Und der Jan spinnt. :D)

    Liebe Grüße von der Gudrun
    (die heute gerne gelesen hat bei dir)

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    • Silberdistel sagt:

      Im Moment höre ich hier gerade wieder Proseccolerchen 😀 Aber diese Brüllamseln kenne ich auch. Bei uns sitzt immer eine auf dem Dach nicht weit von unserem Schlafzimmerfenster entfernt. Dieser Amselmann fängt gern schon um 3.30 Uhr an zu trällern. Manchmal höre ich ja gern zu, aber es gab auch schon Zeiten, da musste ich mir mehrere Kopfkissen AUF den Kopf legen, um wieder einschlafen zu können. Meistens schlafe ich aber MIT Amselgesang ganz gut wieder ein.
      Liebe Grüße zurück zu Dir von der silbrigen Distel 🙂

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  3. katerchen sagt:

    liebe Silberdistel
    so sehe ich es auch… im Garten sitzen(wenn alles schön ist..man das dauert immer) und dann alles genießen.kein Kozert ist schöner als das was die Vögel und Insekten da an Tönen liefern.
    einen LG zum Sonntag vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Oh ja, bis man sich hinsetzen und nur genießen kann, das dauert wirklich. Manchmal denke ich, das nimmt kein Ende mit der Arbeit. Aber im Grunde ist es ja auch so 😉
      Auch Dir liebe Sonntagsgrüße 🙂

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  4. Frau Hummel sagt:

    Was für ein wundervoller Ratgeber 🙂 , mutierte ich doch letzten Freitag selbst zur Proseccolerche. Und werden manche Männer angesichts zu hoher Biergaben nicht auch schnell zum Bierschnacker aus der Familie der Laberiche? Wie oft begegnen mir Bimmelhelmchen oder Handybrüllmeisen? Auch in meiner Nachbarschaft lebt der Rasenfeuchtling und einige Mähdrosseln. Du siehst, liebe Silberdistel, mein Wissen über Natur und Umwelt ist groß und habe ich doch gestern erst im Hansetag feiernden Lüneburg einige neue Arten besonderer Gattungen ausgemacht. Nämlich den Gerstenschäumlich, die Pollerblimse und die Treppenlumme. Solltest Du Erklärungsbedarf haben, will ich Dir gerne Auskunft über diese Arten geben *lach*.

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    • Silberdistel sagt:

      Aha, Du hast also auch schon mit diversen Lärmpegeln Bekanntschaft gemacht und scheinst Dich da recht gut auszukennen. Ich bin gerade noch am Üben. Aber ich habe schon ganz gute Fortschritte gemacht mit meinen Naturbetrachtungen. Vielleicht solltest Du einmal Kontakt zum Herrn Altenburg aufnehmen, denn sollte eine neue Auflage seines Naturführers erscheinen, wäre er sicher an Deinen Neuentdeckungen interessiert. Wie verhalten sich Pollerblimse, Treppenlumme und Gerstenschäumlich? Findet man sie auch außerhalb des Hansetages in Lüneburg? Vielleicht sind sie mir schon unerkannt über den Weg geflogen, gesprungen oder gelaufen. Von Bierschnackern und Proseccolerchen war ich gestern umgeben. Die kenne ich inzwischen recht gut und eine Verwechslungsmöglichkeit scheint mir ausgeschlossen zu sein.

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      • Frau Hummel sagt:

        Die Treppenlumme ist ein öfter in Scharen auftretendes kraftloses Wesen mit hängenden Lidern. Meist inhaliert es pickenderweise Kartoffelstäbchen von Papptellern, während sie es sich vor Kirchen, in Parks oder in Städten vor Denkmälern auf Treppenstufen bequem machen. Nicht zu verwechseln mit der Pollerblimse, die hockenderweise auf schmalen, höheren Säulen, die als Absperrung dienen, die Welt mit weitaufgerissenen Augen beobachtet und fröhlich mit anderen Artgenossen um die Wette schnattert. Den Gerstenschäumling sieht man oft labernd an Tränken gelehnt stehen. Meist wenig befiedert, seine Körpermitte kugelig ausgeprägt, ist er ständig bemüht, die Eichgesetze zu überprüfen, indem er gekonnt die Flüssigkeiten unterhalb der Schaumkrone absaugt. Ich denke, diese Spezies gibt es auch außerhalb Lüneburgs und das ein oder andere Exemplar ist Dir sicher schon begegnet, liebe Silberdistel 😉

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        • Silberdistel sagt:

          Interssant! Ich muss mir gleich ein Zettelchen mit Deinen neuen Beobachtungen ins Buch legen, damit ich Vorkommen und Verhalten dieser Spezies nicht vergesse. Sollten sie mir einmal über den Weg laufen, möchte ich sie unbedingt erkennen können, denn wenn man der Natur so zugetan ist wie ich, ist man immer bestrebt, sein Wissen in jeder Hinsicht zu erweitern und möglichst zu vervollkommnen.
          Danke für Deine wertvollen Hinweise 😀

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  5. Waldameise sagt:

    Oh, das könnte auch was für mich sein, liebe Silberdistel. Hier haben so einige ihren Namen weg. Würde mich schon interessieren, wie der „rein wissenschaftliche“ dafür ist … lach.

    Ganz liebe Grüße zu dir von der Waldameise

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    • Silberdistel sagt:

      Da könntest Du ja einmal eine Hörprobe im Radio nehmen. Vielleicht weißt Du dann, ob dieser wunderbare Naturführer etwas für Dich ist. Dir sind bestimmt auch schon zahlreiche Vertreter der einzelnen Spezies über den Weg gelaufen. Dann wirst Du sie exakt beim Namen nennen können 😉
      Liebe Grüße in Deinen Ameisenburg schickt die Silberdistel

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