Urlaub in der Rhön 2012 – Erst der Kater, dann der Berg

Veröffentlicht: 11. Juni 2012 in Insekten, Natur, Pflanzen, Reisen, Tiere, Unterhaltendes, Urlaub
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Blick vom Buchschirm

Weiter geht es mit den Silberdistels durch die Rhön. Es ist Donnerstag, der 17. Mai – Himmelfahrt. Wir schauen aus dem Fenster und was sehen wir? Einen blauen Himmel! Sollte der Himmelfahrtstag nicht laut Wetterfröschen ein ganz schlimmer und verregneter Tag werden? Offensichtlich haben die Herren der Schöpfung Einspruch dagegen eingelegt, denn es ist heute ihr Tag und den möchten sie schön haben. Scheinbar ist diesem Einspruch stattgegeben worden. Schade eigentlich, dass wir gerade heute der Einladung unserer Wirtsleute zum Mittagessen folgen müssen. Mittag kann man normalerwiese auch bei schlechtem Wetter essen. Absagen wäre natürlich unhöflich, außerdem mögen wir unsere Wirtsleute sehr gern, wir freuen uns jedes Mal, wenn wir uns wiedersehen und es gibt immer viel zu erzählen. Egal also die Sache mit dem Wetter. Wir folgen der Einladung natürlich gern. So wandern wir am Vormittag nicht, auch wenn es ein verlockender Gedanke ist. Es gibt noch andere Dinge auf der Welt, mit denen man sich die Zeit vertreiben kann. Mir fällt da doch sofort lesen ein, natürlich kann man auch endlich einmal die bisher unbeantworteten Mails anschauen und den Absendern ein paar Liebe Worte schicken oder aber wir sitzen einfach nur faul auf dem Balkon umher. Mir liegt jedoch noch irgendwie ein wenig das Bibliothekarische im Blut. Es zieht mich unwiderstehlich zum Buch, ich setze mich auf den Balkon und lese. Wie im Nu ist die Zeit vergangen. Plötzlich klopft es an der Tür unserer Ferienwohnung und wir werden zum Essen gebeten. Wegen des überraschend schönen Wetters können wir draußen im Garten Platz nehmen. Der Hausherr steht schon am Grill und sorgt dafür, dass überaus appetitliche Düfte zu uns herüber wehen. Ich helfe schnell noch beim Eindecken des Tisches und schon kann es losgehen mit dem Festmahl. Wir lassen uns nicht lange bitten, denn wir wissen, bei unseren Gastgebern schmeckt es immer hervorragend. Zu erzählen gibt es auch wieder jede Menge, schließlich saßen wir das letzte Mal vor etwa einem Jahr um diese Zeit zusammen. Inzwischen ist viel passiert, sodass der Gesprächsstoff für viele Tage reichen würde. Trotz alledem, nach drei Stunden lassen wir es genug sein und bedanken uns bei unseren Gastgebern für die überaus nette Bewirtung. Wir haben noch eine kleine Wandertour vor. Am Dienstag mussten wir unseren Wandertag so ziemlich abrupt unterbrechen, weil es zu regnen begann und lange nicht wieder aufhören wollte. Wir wollen nun heute zwar nicht mehr zum Thüringer Rhönhaus wandern, so wie wir das noch vor zwei Tagen vorgehabt haben, aber bis auf den Buchschirm wollen wir es heute dann doch noch schaffen. Buchschirm, so heißt der Berg oberhalb des Thomas-Morus-Hauses. Das ist das Haus, das uns vor zwei Tagen Schutz vor dem Regen geboten hatte, der dann einfach nicht mehr so recht aufhören wollte. Wir hatten dann ja beschlossen, unsere Wanderung abzubrechen.

So holen wir schnell noch unsere Kameras, ziehen die Wanderschuhe an und schon sind wir unterwegs. Nein, nicht ganz, erst braucht der Kater unserer Wirtdleute noch ein paar Streicheleinheiten. Er schmeisst sich uns förmlich in den Weg und der wird erst geräumt, wenn der Kater genug hat. Wie konnten wir annehmen, dass wir ohne einen solchen Liebesdienst davonkommen könnten. Als Katerling dann der Meinung ist, dass wir genug des Guten getan haben, dürfen wir unsere Wanderung beginnen. Wir lassen das schnurrende wilde Tier zurück und laufen bergab.

Zunächst müssen wir natürlich Hilders durchqueren und da entdecke ich auch gleich wieder die nächsten wilden Tiere der Rhön, auch wenn es in diesem Fall nur die metallenen Nachahmungen der Originale sind. besonders das Tier mit den Hackebeilen links und recht im Hintergrund hat es mir angetan, als würden wir hier auf Indianerpfaden wandeln. Aber nein, wir befinden uns nur vor dem örtlichen Fleischergeschäft.

Weiter geht es bergauf. Wenig später laufen wir an der Kirche vorbei und der eigentliche Aufstieg beginnt. Der relativ steile Anstieg ist nach dem reichhaltigen Mahl eine echte Herausforderung, trotzdem kommen wir irgendwann oben auf dem Berg an, von dem aus wir einen wunderschönen Blick in die schöne Umgebung haben. Wir können sogar weit bis nach Thüringen hineinsehen. Wenn wir schon nicht dorthin wandern, das Thüringer Rhönhaus liegt, wie sein Name schon verrät, im Thüringischen, so können wir wenigstens aus der Ferne in das benachbarte Bundesland schauen.

Ganz oben auf dem Kamm des Buchschirms steht eine kleine Aussichtsplattform, die heute am Himmelfahrtstag aber bereits besetzt ist. Wir wollen die fröhliche Herrenrunde nicht stören und nehmen ein Stückchen weiter unten auf einer Bank Platz, von der aus der Blick nicht minder schön ist. Wir hoffen, einige Greifvögel zu sehen, haben extra die lange Optik für unsere Kameras mitgenommen, leider tun uns diese interessanten Vögel nicht den Gefallen und veranstalten extra für uns ein Schaufliegen. Wahrscheinlich sind sie heute anderswo auf der Jagd. Kurz bevor wir den Kamm des Berges oberhalb des Ortes Hilders erreicht hatten, hatte mein Gatte einen Greifvogel vor der Linse. Ein paar Bilder sind auch gelungen. Dann jedoch drehte der Vogel ab, war hinter den nahen Bäumen verschwunden und kam auch nicht wieder. So oft wir hier oben schon saßen, meistens haben wir sogar mehrere Greifvögel beobachten können. Heute nun, wo wir fototechnisch gut ausgerüstet sind, tun sie uns nicht den Gefallen. Nun, macht nichts, man kann die Gegend auch hervorragend ohne Greifvögel genießen und das tun wir ganz ausgiebig.

Als es dann allmählich kühl zu werden beginnt, machen wir uns wieder an den Abstieg. Bald sind wir wieder auf Höhe des Thomas-Morus-Hauses. Heute ist hier im Vergleich zum Dienstag reges Leben. Es wird gespielt und gelacht. Wahrscheinlich genießt man auch hier den schönen Himmelfahrtstag.

Wir laufen weiter bergab, finden auch ohne Greifvögel interessante Fotomotive, unter anderem auch ein hoch oben an der Hauswand des örtlichen Fahrradgeschäftes hängendes Fahrrad oder den Radfahrer, der den Radwanderweg, der durch Hilders verläuft, markiert. Nach etwa 45 Minuten sind wir wieder in unserem Urlaubsquartier angekommen. Unterwegs musste ich mir sogar wieder meine Fleecejacke anziehen, denn es ist erstaunlich kühl geworden. Unsere Gastgeber hatten bei unserem Gespräch heute Mittag erwähnt, dass wir in der Nacht Bodenfrost hatten. Der Rasen trug in der Frühe eine leichte Raureifschicht. Mir fielen sogleich meine Pflanzen zuhause ein, die ich noch vor unserem Urlaub ins Freie gestellt hatte. Hoffentlich war es bei uns im Norden nicht ähnlich. Wie ich dann später durch unsere Tochter, die sich um unsere Katzen und natürlich auch um meine Pflanzen kümmert, erfahre, gab es zuhause bisher keinen Bodenfrost mehr.

Wegen der doch unangenehmen Kälte verbringen wir den restlichen Abend nicht auf dem Balkon unserer Ferienwohnung. Wir machen es uns ausnahmsweise vor dem Fernseher bequem.

Kommentare
  1. Mathilda sagt:

    Danke für deinen wundervollen Bericht, die herrlichen Fotos.
    So schöne Wildblumen und dazu noch Hummeln, das dind prächtige Fotos.
    Wünsche dir einen guten Wochenstart und liebe Grüße

    LG Mathilda ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Freut mich sehr, dass Dir mein Urlaubstag in Wort und Bild gefallen hat. Diese wuscheligen fliegenden Gesellen, die Hummeln, sind hier bei uns im Moment leider selten zu sehen. Wenn ich sie aber sehe, könnte ich stundenlang mit der Kamera um sie herumschleichen 😉
      Liebe Grüße und auch Dir einen guten Start in die neue Woche

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  2. kowkla123 sagt:

    was ihr alles getroffen habt, war doch sicher wiedr ein schöner Tag für euch, eine gute Woche, KLaus

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  3. katerchen sagt:

    das es schön war..nicht unbedingt vom Wetter her..man spürt es an der Art WIE berichtet wird und dann diese Bilder.
    LG vom katerchen
    habe im Moment Probleme hier in den Kommentar zu gelangen..das d a u e r t

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