Urlaub in der Rhön 2012 – An der Quelle der Fulda

Veröffentlicht: 5. Juni 2012 in Insekten, Natur, Pflanzen, Reisen, Tiere, Unterhaltendes, Urlaub
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Heute ist Montag, der 14. Mai, es ist draußen zwar immer noch kalt, jedoch längst nicht mehr so sehr frisch wie gestern. Wir getrauen uns sogar, das Frühstück auf dem Balkon einzunehmen. Die Temperaturen sind zum Glück nicht mehr so, dass wir Angst davor haben müssen, uns Erfrierungen einzuhandeln, wenn wir längere Zeit im Freien sitzen. Nach einem ausgedehnten Frühstück schwingen wir uns in unser vierrädriges Gefährt und peilen den Weg zum Moordorfparkplatz an. Von dort aus geht es dann zu Fuß weiter. Wir wollen heute zur Wasserkuppe und zwar über das Rote Moor, dem wir schon zu Beginn unseres Urlaubs einen Besuch abgestattet hatten. Da man auf diesem Wanderweg fast keinen Anstieg zu bewältigen hat, macht das Laufen hier so richtig Spaß.

Zunächst geht es natürlich wieder über den uns schon bekannten Holzbohlenweg durch das Rote Moor. Wir mögen diesen Moorpfad sehr, er ist abwechslungsreich und immer wieder interessant, auch wenn wir die zahlreichen Baumgeister inzwischen schon recht gut kennen. Man kann hier immer wieder einmal etwas Neues entdecken. Auch Eidechsen haben wir bei ihrem Sonnenbad auf dem warmen Holzsteg hier schon getroffen. Heute jedoch scheint es den kleinen Drachen wohl doch zu kalt zu sein, heute müssen wir mit Vogelgesang und den uns schon bekannten Baumgeistern vorliebnehmen. Selbst da entdecke ich doch den einen oder anderen, der sich mir vor einer Woche noch nicht gezeigt hat.

Blick über das Rote Moor

Bald sind wir am Aussichtsturm des Roten Moores, der praktisch das Ende des Moorpfades markiert, angekommen. Hier hinten hat man freien Blick über den Teil des Moores, auf dem keine Birken wachsen. Heute bescheint die Sonne die riesige Moorfläche mit den vielen verschiedenen Gräsern und lässt vor allem das Wollgras herrlich leuchten. Das muss ich unbedingt für die Ewigkeit festhalten. Dieses hübsche Bild fasziniert mich so sehr, dass ich noch eine Weile dort stehe und die sich leicht im Wind hin und her wiegenden Gräser betrachte. Hübsch sieht es aus, wenn der Wind im Gras kleine, sich immer weiter fortbewegende, Wellen erzeugt. Das leise Rascheln der Gräser erfreut mein Ohr und das Glitzern der sich sonnenden Grashalme mein Auge. Mein Gatte hat sich von diesem Schauspiel bereits gelöst und ist schon unterwegs in Richtung des Wanderweges, der uns zur Wasserkuppe führen soll. Auch ich laufe das letzte Stück Moorpfad entlang, verlasse den Holzbohlenweg und wenige Augenblicke später befinde ich mich an der Wegkreuzung, an der ich mich nun rechts halten muss, um auf die Wasserkuppe zuzulaufen.

In dem Moment, als ich mich nach rechts wende, um das Moorgebiet zu verlassen, schaut mich links aus dem gegenüberliegenden Wald ein tierischer Waldgeist freundlich an. Er muss natürlich auch mit in die Fotosammlung, denn diesen Waldbewohner kannte ich bisher noch nicht.

Inzwischen habe ich auch meinen Gatten wieder eingeholt, wir laufen nun einen breiten geschotterten Weg zwischen Moor und Wald entlang. Auf dem höchsten Punkt des Weges verlassen wir den Wald und laufen jetzt durch eine wiesenreiche Gegend. Es geht leicht bergab und läuft sich somit sehr bequem.

Ganz weit in der Ferne sehen wir bereits das auf der Wasserkuppe stehende Radom in der Sonne leuchten und die ersten Segelflugzeuge fliegen auch über uns hinweg, obwohl wir noch lange nicht an der Wasserkuppe angekommen sind. Wir versuchen, die Segelflieger mit unseren Kameras zu erfassen und beobachten dabei, wie sie von kleinen Motorflugzeugen an langen Seilen in die Höhe geschleppt werden. Irgendwann trennen sich Segelflugzeug und Motorflieger voneinander und dann beginnt der Gleitflug für die motorlosen Segler, sicher der schönste Teil an dieser Art zu fliegen.

Der Fuchsstein, wo sich Fuchs und Hase …

Wir laufen weiter und tauchen erneut in ein Waldgebiet ein. Als wir etwa die Hälfte des Waldstückes hinter uns haben, liegt vor uns eine Steingruppe – der „Fuchsstein“. Ob sich hier wohl Hase und Fuchs gute Nacht sagen? Als ich den Ort so betrachte, kann ich mir das fast vorstellen, so angenehm ruhig ist es hier. Nur die Vögel zwitschern fröhlich vor sich hin und die Sonne treibt ihr Spiel mit den Steinen. Es sieht fast so aus, als würden sich die Steine im Wechsel von Schatten und Sonne bewegen. Hockte da nicht eben wirklich ein Fuchs? War das nun Einbildung oder doch Wirklichkeit? Wahrscheinlich spielen uns die Schattenspiele hier einen Streich.

Wir umrunden die Felsansammlung, laufen ein Stück bergab, müssen bald darauf rechts abbiegen und dann erneut nach rechts. Und hier plätschert plötzlich links von uns ein kleines Bächlein. Ein Bächlein? Ja, hier ist sie noch ein Bächlein – die Fulda, denn wir befinden uns kurz unterhalb der Fuldaquelle. Noch ein kleines Stück Fußmarsch bergauf und wir verlassen den Wald wieder, überqueren eine Wiese und dann stehen wir an der Quelle dieses unscheinbar wirkenden Bächleins – an der Quelle der Fulda. Hier, wo die Fulda ihren Anfang nimmt, ist ein reges Treiben.

Tafel an der Fuldaquelle

Nicht nur wir wollen sehen, wo dieses Gewässer seinen Anfang nimmt. Hier stehen Bänke, schattenspendende Bäume und für das erste Stück Weg hat man der Fulda ein hübsch aus Steinen gemauertes Bett geschaffen. Hier ist ein Plätzchen, um ein wenig auszuruhen und dem plätschernden und in der Sonne glitzernden Wasser hinterherzuschauen. Wir tun beides, bevor wir weiter bergauf laufen zur Wasserkuppe laufen.

Kommentare
  1. katerchen sagt:

    hallo liebe Silberdistel
    viel habt Ihr gesehen und Du teilst es so selbstverständlich mit uns..DANKE
    habe schon lange kein Bachnelkwurz gesehen hat..auch die Quelle hat was.

    LG von hier vom katerchen der gleich noch den nächsten Beitrag schauen MUSS

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  2. alltagsblick sagt:

    Danke fürs „mitnehmen“ auf deine Reise 🙂
    LG Claudia

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  3. Mathilda sagt:

    Wieder mal ganz wundervolle Aufnahmen und der tierische Waldgeist ist absolut schön, auch den Schachtelhalm finde ich sehr fotogen.
    Allesamt herrliche Fotos.
    Danke für diesen Spaziergang, hab nicht gefroren 😀

    Liebe Grüße zu dir und einen sonnigen Dienstag.

    Mathilda ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Danke und schön, dass Dir die Aufnahmen gefallen.
      Siehst Du, wenn man im Warmen sitzt und nur schaut, hat man doch gewisse Vorteile dem Wandernden gegenüber, man muss nicht frieren.
      LG auch zu Dir und er ist immer noch sonnig, der Dienstag 😀

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  4. M. sagt:

    Hach, ich könnte überall liken. Die Rhön muss, nein, sie ist ein wunderbares Flecken Erde! Was ihr so alles gesehen habt. Enfach nur wunderschön!

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    • Silberdistel sagt:

      Danke für das Überall 😀 Die Rhön IST ein wunderbares Fleckchen Erde. Du solltest Dich einmal selbst überzeugen. Ich bekomme keine Werbeprämie 😉
      Die Rhön hat das nicht nötig 😉

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  5. Frau Hummel sagt:

    Liebe Silberdistel, wer könnte dieser Einladung, Dich und Herrn Silberdistel zu begleiten, widerstehen. Noch dazu wo der Moorpfad förmlich darum bittet. Auf Bild 5 hast Du für uns, rechts unter dem Moos, eine Katze oder einen kleinen Tiger versteckt, stimmts? Sie oder er hat eine Mütze auf *lach*. Der Waldgeist auf Bild 7 hätte gut auf die Poppenhausener Kunstmeile gepasst: Sehr ignorant ;). Warum steckte Euch der Baum, den Du auf Bild 14 eingefangen hast, die Zunge heraus? Und irgendwie erwarte ich, wenn ich mir das Bild 8 ansehe, dass diese riesige Kugel doch endlich ins Tal hinunter kullern möge. Der Fuchsstein sieht aus, als hätte der Riese Mils noch ein wenig mit dem Teufel geknobelt und die Steine aus seinem Würfelbecher einfach hier ausgeleert, bevor er in der Milseburg sein Grab empfing. Deine Bilder aus der Käferperspektive sind auch wunderschön anzusehen. Ich bin gespannt auf den nächsten Ausflug 🙂

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    • Silberdistel sagt:

      Na, ich hoffe doch, dass möglichst wenige der Einladung widerstehen 😉 Dieser Moorpfad hat echt was drauf mit seinem verlockenden Aussehen. Da MUSS man einfach schauen, welche Geheimnisse links und rechts von ihm auf den Besucher warten. Wow, Du hast auch eine Katze entdeckt?! 😀 Die Mütze war mir alledings bisher entgangen. Du hast sie ihr aufgesetzt, gib’s zu 😀
      Der Waldgeist ist doch ein Knüller, oder? Aber ich glaube, er sollte im Wald bleiben, da ist sein Zuhause, da passt er hin. Auf der Kunstmeile war es auch so kalt. Es täte mit leid, wenn er frieren müsste.
      Der Baum Bild 14 – ich überlege gerade. Hatte ich etwas Ungehöriges in den Wald gerufen? Bestimmt hatte er seinen Grund, uns die Zunge rauszustrecken. *schäm*
      Bei der Kugel erwarte ich immer den Riesen Mils und dass der den Fussball von der Wasserkuppe schießt. Das würde mir gut gefallen. Vielleicht sucht der Riese noch das geeignete Tor für seinen Meisterschuss.
      Siehst Du eigentlich beim Fuchsstein den Fuchs? Der zweite Stein links neben dem Stein mit der Aufschrift hat doch oben den Schattenriss eines Fuchskopfes mit spitzen Ohren und darunter sieht man das Schattenbild seines Körpers. Ich glaube, es war doch kein Traum? Oder träume ich immer noch?

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  6. Frau Hummel sagt:

    Ja, den Fuchs kann ich erkennen, außerdem sehe ich noch eine Ratte, eine liegende Katze und Fufur aus „Die unendliche Geschichte“. Ich bin mir sicher, da halten sich noch mehr Gestalten auf und sie zeigen sich NUR dem ganz aufmerksamen Beobachter *lach*.

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    • Silberdistel sagt:

      Nun bin ich beruhigt, war der Fuchs also doch da 😉 Wie konnte ich den Drachen übersehen? Aber so ist das mit den Geistern. Sie liegen unübersehbar da, aber man sieht sie trotzdem nicht. Ich sehe noch einen Walfisch und einen auf den Hinterfüßen stehenden Igel. Nur den Hasen habe ich bisher nicht gefunden. Aber viellicht war er gerade zu FRAU Igel unterwegs 😉

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  7. Ernst sagt:

    Moore mag ich auch, leider gibt es fast keine mehr im Schweiz. Mittelland.
    Ausgeräumt und ausgeträumt!
    Deine Bilder vom Roten Moor, vom Waldgeist, Fuchs u. Hase, die Holz-Strünke und die Fuldaquelle sind toll. Danke für’s mitnehmen. Ernst

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