Urlaub in der Rhön 2012 – Ein Kreuz, ein Berg und sein Bier I

Veröffentlicht: 30. Mai 2012 in Insekten, Natur, Pflanzen, Reisen, Tiere, Unterhaltendes, Urlaub
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Alljährlich, wenn wir in der Rhön Urlaub machen, gehört natürlich auch eine Wanderung zum Kreuzberg zu unseren Touren. Seit einigen Jahren nun sind wir während unseres meist zweiwöchigen Urlaubs nicht nur dort oben, um uns das leckere Kreuzbergbier schmecken zu lassen, nein, wir treffen uns mit jemandem, den mein Gatte über ein Internetforum kennengelernt hat. Seit einer ganzen Weile schon tauschen sich die beiden Männer über ihre gemeinsamen Interessen aus. Meistens geschieht das natürlich per Internet. Seit einigen Jahren ist es nun auch so, dass wir uns persönlich kennen und inzwischen ist es zu einer guten Tradition geworden, dass wir uns an einem Tag während unseres Aufenthalts in der Rhön auf dem Kreuzberg zu einem Plausch treffen. Gewöhnlich verabreden wir uns auf einem Parkplatz unterhalb des Kreuzberges, lassen dort unser Auto stehen, steigen in das unseres Bekannten um und fahren gemeinsam bis zu dem Parkplatz, der fast direkt am Kloster Kreuzberg liegt, denn unser Begleiter ist nicht unbedingt ein Wanderfreund. Er benutzt lieber die PS seines Autos als seine eigenen zwei Füße. Mein Gatte und ich aber sind zum Wandern hier und damit wir uns auch am Tag dieses Kreuzbergtreffens ein wenig wandernd bewegen, laufen wir nach Biergenuss, Mittagessen und ausführlichem Plausch auf unseren zwei Füßen zu unserem Auto zurück. So spielt sich das Ganze auch heute wieder ab. Wir haben Donnerstag, den 10. Mai. Als wir auf den Parkplatz zusteuern, werden wir bereits erwartet. Die beiden Männer haben sich gleich viel zu erzählen und tauschen an Ort und Stelle einige Mitbringsel aus, während ich ein wenig durch die Gegend laufe und nach Fotomotiven Ausschau halte.

Schließlich fahren wir hoch zum Kreuzberg. Ein kleines Stück müssen wir dennoch vom Parkplatz aus laufen. In der Ferne ist bereits das Klostergebäude zu sehen und es dauert auch nicht lange und wir stehen direkt vor dem Kloster. Er ist kurz vor 12.00 Uhr und im Außenbereich ist noch reichlich Platz. Auch das Wetter lädt uns dazu ein, unser Mittagessen im Freien einzunehmen. Während ich nach einem schönen Platz für unser Mittagsmahl Ausschau halte, kümmern sich die beiden Männer um Essen und Getränke. Ich suche und finde ganz hinten in einer gemütlichen Ecke einen Platz.

Von dort aus kann man genau auf den Zwinger der Bernhardiner, die hier im Kloster Kreuzberg gezüchtet werden, hinunterschauen. Wie man sieht, gibt es auch oben auf dem Kreuzberg wilde Tiere zu beobachten und diese beiden haben stattliche Ausmaße. Voller Respekt schaue ich auf die großen Hunde hinunter. Dieses Mal will ich mein Mittagsmahl nicht mit den Hunden, wie im Freilandmuseum mit dem Huhn, teilen und Kunststückchen, nein, die müssen auch nicht sein. Fotos darf und muss ich aber trotzdem machen und ein kurzer Film soll es auch noch sein. Ich bin fasziniert von diesen großen Tieren, die eigentlich einen recht gemütlichen Eindruck machen. Als aber ein anderer Hund mit seinen Herrschaften an ihrem Zwinger vorbeigeht, ist es aus mit der Gemütlichkeit. Wie die Löwen im Käfig laufen die Bernhardiner laut bellend hinter den Gitterstäben hin und her. Ich wusste doch, warum ich Respekt vor ihnen habe. Nein, ein Bernhardiner wird wohl demnächst nicht zu meinen neuen Haustieren zählen.

Meine beiden Männer reißen mich aus meinen Hundebetrachtungen. Sie sind mit dem Essen da. Wir lassen es uns erst einmal schmecken. Das Essen ist wie immer sehr lecker und das berühmte Kreuzbergbier, das hier oben im Kloster gebraut wird, natürlich auch. Schon allein wegen des Bieres macht sich so mancher Ausflügler auf den Weg hierher zum Kloster Kreuzberg. Schließlich lasse ich die beiden Jungs allein und mache mich auf eine kleine Entdeckungstour durch den Klosterbereich, kaufe einige Ansichtskarten, eine neue Figur für meine „Heiligensammlung“ und dann klettere ich die letzten Meter hinauf bis ganz oben auf den Kreuzberg. Von hier, auf immerhin 927 m ü. NN, hat man einen wundervollen Blick auf die Gegend rundum, ich mache entsprechend viele Fotos, entdecke dabei wiederum einige Bäume mit recht eigenartigem Wuchs. Ein Buchfink bietet mir ein Ständchen dar und ein bunt schillernder Käfer kreuzt meinen Weg – auch hier treffe ich also wieder auf die wilden Tiere der Rhön. Auf einer Wiese finde ich eine freie Bank und lasse mich häuslich nieder, betrachte die Gegend und staune über den riesigen Sendemast des Senders Kreuzberg, der sich mir gegenüber erhebt. Irgendwie wirkt er fast ein wenig bedrohlich auf mich mit den vielen Stahlseilen, die rings um ihn herum verankert sind, damit er auch starken Stürmen Widerstand leisten kann. Die sich mühsam durch die Wolken quälende Sonne schräg hinter ihm verstärkt diesen Eindruck noch. Ein Hinweisschild für diejenigen, die sich im Winter hierher verirren, gibt mir recht mit dieser Vermutung, dass es hier oben mitunter nicht ganz ungefährlich ist, auch ohne wilde Tiere. Ich schaue mir noch ein wenig die Gegend an, staune, wie weit man von hier oben ins Land hinein schauen kann, und mache mich dann ganz langsam wieder an den Abstieg, gehe auf die Aussichtsplattform zu, auf der drei riesige Kreuze stehen, sie markieren eine der vierzehn Stationen des Kreuzweges hier auf dem Kreuzberg, bleibe dort stehen und schaue hinauf zu den drei Gekreuzigten. Irgendwie ist es ein beeindruckendes Bild, wenn man gegen den hellen Himmel auf diese monumentalen Kreuze schaut. Ich kann vor lauter Faszination meinen Blick gar nicht von ihnen wenden. Schließlich gehe ich aber doch an ihnen vorbei und auf die endlos erscheinende Treppe zu, die mich wieder nach unten zum Kloster führt.

Ich war eine gute Stunde unterwegs, doch der Gesprächsstoff scheint den beiden Männern noch nicht ausgegangen zu sein. Ich setze mich zu ihnen, genieße noch ein wenig die Sonne und schließlich machen wir uns langsam wieder auf den Rückweg. Mein Gatte und ich laufen nun zu Fuß in Richtung des Parkplatzes, auf dem wir unser Auto heute Mittag zurückgelassen haben.

Kommentare
  1. katerchen sagt:

    Hallo liebe Silberdistel
    verwunschene Wälder und große Hunde..Glitzerkäfer und eine tolle Gegend..wunderschön.
    Die Stahlseile beeindruckend..was muss das heulen wenn der Wind komisch in die Seile pustet..
    LG vom katerchen

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    • Silberdistel sagt:

      Die Rhön ist eine tolle Gegend. Es macht immer wieder neu Spaß, wenn man sie erkundet.
      Die Stahlseile, die den Sendemast da oben auf dem Kreuzberg halten, sind gewaltig. Da ist bestimmt manchmal eine seltsame Melodie zu hören, wenn der Wind um die Seile pfeift. Da hast Du recht. An dem Tag ging allerdings kaum Wind.
      LG auch zu Dir

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  2. M. sagt:

    Du zeigst uns wieder einmal, welche wunderschöne Ecken es in Deutschland gibt. Mein Mann und ich haben uns ganz fest vorgenommen, im kommenden Jahr mal eine kleine Deutschlandtour zu absolvieren. Danke für deine wieder einmal mehr als aussagekräftigen Bilder! Liebe Grüße von Mandy

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    • Silberdistel sagt:

      Diese Ecke gefällt mir persönlich ganz besonders gut. Sie ist schon fast wie ein zweites Zuhause für uns. Wir waren schon viele Male in der Rhön und entdecken immer wieder Neues. Es lohnt sich, dort Urlaub zu machen.
      LG auch an Dich

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  3. Frau Spätlese sagt:

    Na, mit dem Video hast Du ja zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen . . . Die riesigen Hunde sind ja schon toll für sich – aber das Glockenläuten dazu. Klasse. Das muss ich unbedingt dem Kronsohn vorspielen. Bestimmt gibt’s dann gleich den passenden Urlaubswunsch. 😉

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    • Silberdistel sagt:

      Ich fand das herrlich mit dem Läuten der Glocken. Das war das Mittagsläuten vom Kloster. Was Besseres hätte ich mir gar nicht wünschen können. Da konnte man doch gleich erkennen, wo wir waren 😉
      Na dann los, wenn der Sohn das mag, da habt Ihr doch gleich ein Urlaubsziel 😉

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  4. einfachtilda sagt:

    Wunderschöne Landschaft, bemooste Bäume und die herrlichen Flechten, das alles rundet diese schönen Landschaftsbilder ab.
    Ein sehr guter Bick für die Details. Bin begeistert.

    Liebe Grüße

    Marhilda 😉

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    • Silberdistel sagt:

      Es ist schon eine wunderschöne Landschaft. Ich werde nie müde, das alles anzuschauen. Es macht ungeheuer viel Spaß, dort zu wandern und die Natur zu entdecken.
      Liebe Grüße auch an Dich

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  5. Frau Hummel sagt:

    Deine Baumbilder sind echt faszinierend. Ich bin mal wieder hin und weg…

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    • Silberdistel sagt:

      Ja, diese Bäume haben mich auch fasziniert, besonders die mit den Flechten hatten es mir angetan. Sie sahen aus wie angezogen, auch die bemoosten Bäume waren eine Pracht, samtig und weich wie ein Teddybär.

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