Der Frühling bringt es an den Tag …

Veröffentlicht: 13. März 2012 in Alltägliches, Fundstücke, Sonderbares, Unterhaltendes
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Der Winter war kalt, Wärme uns allen ein Bedürfnis. Eine warme Heizung ist etwas Wundervolles, so man sich dort Hand, Fuß und Herz erwärmen kann. Aber was machten all jene, die vielleicht, warum auch immer, dort draußen in eisiger Kälte ausharren mussten? Erwärmten sie sich sich innerlich?

Ich weiß nicht, ob jemand Tag für Tag von der Straßenbahnhaltestelle immer nur bis zu diesem hübschen und einst lauschigen Plätzchen kam, sich dann Mut für den weiteren langen Weg nach Hause antrinken musste, oder ob genau hier an dieser Stelle jemand bei Eiseskälte auf seine Herzallerliebste wartete, die sich ständig verspätete oder gar überhaupt nicht kam. So musste für den Wartenden innere Wärme her aus kleinen bunten Fläschchen. Entleert und somit sinnlos geworden, verschwanden die kleinen Gefäße eins nach dem anderen in hohem Bogen im Gesträuch am Straßenrand und mussten nun selbst vor sich hinfrieren.

Andererseits könnte es auch sein, dass die Schüler von der gegenüberliegenden Schule hier ihr Herz erwärmten oder sich Mut vor der nächsten Klassenarbeit antranken. Wie auch immer es war, der nahende Frühling brachte eine wundersame Flaschenansammlung ans Licht. Die Gartenpflegemannschaft unserer Stadt war, wie alljählich, wenn der Frühjahrsputz gemacht sein will, wieder unterwegs, beschnitt Baum und Strauch und machte dabei diese erstaunliche Entdeckung, die einstmals hohe, stolze Sträucher verbargen. Flasche an Flasche, Fläschchen an Fläschchen – welch wundervolles Stillleben war hier freigeräumt und dem Auge des Betrachters zugängig gemacht worden. Beeindruckt von der Vielfältigkeit und Schönheit dieser kleinen Lebenswecker schaute ich auf sie hinab und hätte gern ihrer interessanten Lebensgeschichte gelauscht. Doch sie schwiegen mich nur vorwurfsvoll an, als wäre ich schuld daran, dass man sie so plötzlich und unerwartet an die Öffentlichkeit gezerrt hatte. Gern wären sie im Verborgenen geblieben und hätten sich dort all ihre kleinen Geheimnisse von Freud und Leid ihres heimlichen und geliebtenTrinkers erzählt.

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Kommentare
  1. Oh – wie furchtbar. Manche Menschen sind einfach Schweine. Immer getreu dem Motto – das sieht ja keiner. Aber eigentlich hätten die Grünanlagenpfleger die ja auch gleich mitentsorgen können. *mecker*
    😦

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    • Silberdistel sagt:

      Das hat mich am meisten verwundert, dass die Grünanlagenpfleger das nicht gleich weggeräumt haben. Diese Fläschchensammlung war wirklich ein beeindruckendes Bild. Ich stand da mit offenem Mund vor lauter Staunen.

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  2. Ich verstehe das Verhalten dieser Leute nicht. Es fehlt für so ein Gebaren wahrscheinlich an der Erziehung durch das Elternhaus. Dass die Anlagepfleger so etwas nicht wegräumen, ist für mich ebenfalls unverständlich. Da sollte vielleicht mal der Arbeitgeber die Pflichtenhefte überprüfen, ob die noch aktuell sind. Freuen wir uns doch an unseren Gärten, die sind zum Glück noch „Güselfrei“. (Güsel=Abfall,Dreck) Liebe Grüsse Ernst.

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    • Silberdistel sagt:

      Ich habe das auch einigermaßen verwundert „bestaunt“ und konnte nicht begreifen, wie das dort immer noch liegen konnte, obwohl man dort offensichtlich gerade mit dem Pflegen der Grünanlagen befasst war.
      LG auch an Dich

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  3. Da blutet einem das Herz. Warum nur sind manche Menschen so gedankenlos? Gerade in der Stadt, wo man für jedes Fleckchen Grün dankbar sein muss und wo es genug Mülltonnen und Papierkörbe gibt.

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  4. katerchen sagt:

    zack in die Büsche..kann das auch NIE verstehen..
    einen LG zu Dir liebe Silberdistel

    bis dann das katerchen

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  5. Frau Hummel sagt:

    Na, das ist doch ein Flaschenbaum, habe ich sofort erkannt 😉

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