Es hat den Anschein, als läge tätsächlich der Frühling in der Luft. Auch wenn immer noch am, im und unter dem Futterhaus reger Betrieb herrscht und an den Meisenknödeln ganze Trauben von Spatzen hängen, merkt man doch von Tag zu Tag mehr, dass der Frühling wie ein sanfter Windhauch, einer tänzelnd fliegenden Feder gleich, immer weiter im Land vorankommt, überall seinen unwiderstehlichen Charme verbreitet. Die Welt wird ganz allmählich bunter, die Natur zaubert wieder Farbe in den eben noch tristen Garten.

Frau Elster sammelt bereits Stöckchen und bemüht sich, in der Kiefer, die auf Nachbars Grundstück steht, ein Nest für ihren Nachwuchs zu errichten. Ob der Nachbar sich über Frau Elsters Wohnsitzwahl freuen wird, ist eine andere Frage. Aber schließlich sind auch diese Vögel um ihren Nachwuchs besorgt und bauen alljährlich zur Brutzeit ihre Nester, ob uns das nun passt oder nicht. Im vorigen Jahr hatten die Elstern einen Baum in unserem Garten ausgewählt, um ihren Nachwuchs großzuziehen. Allerdings hatten sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn unsere graue Katzendame ließ es sich nicht nehmen, einen Blick in das noch im Bau befindliche Nest zu werfen, was die Elstern natürlich zutiefst erboste. Sie saßen in sicherer Entfernung und schimpften lautstark und langanhaltend mit diesem grauen Räuber. Unsere Katzendame ließ sich davon wenig beeindrucken, kletterte zum Nest der Elstern, warf einige der mühsam eingeflogenen Stöckchen wieder hinunter und machte sich anschließend in aller Ruhe wieder an den Abstieg. Elstern sind kluge Vögel. Sie waren gewarnt und erkannten, dass ihre Nistplatzwahl nicht die beste war. Lauthals tschackernd machten sie sich davon und ließen ihr Nest in unserem Garten unvollendet. Ob sie beim Nachbarn in diesem Jahr mehr Glück haben?

Aber nicht nur die Elstern werden von Frühlingsgefühlen übermannt. Auch Amsel, Meise, Fink und Spatzen sind schon fröhlich dabei, ihre kleinen Reviere  abzustecken. Unser Hausspatz fliegt, nachdem er sich am Futterplatz satt gefressen hat, wieder hinauf zum Dach, sitzt keck auf der Dachrinne und tut weithin kund, dass sich unter DIESEM Dachziegel sein ganz persönliches Heim befindet. Er wohnt hier schon seit Jahren und hat ein Anrecht darauf, das ihm kein anderer streitg zu machen hat.

Frau Amsel ist bereits wieder damit beschäftigt, meinen Garten umzugraben. Aus den Blumentöpfen, die über Winter im Freien bleiben durften, bedient sie sich fleißig mit Baumaterial für ihr künftiges Amselwohnzimmer.

Doch was ist das? Plötzlich sind Kranichrufe zu hören. Auch sie zieht der nahende Frühling wieder in ihre Brutreviere. In großen Ketten fliegen sie über unseren Garten hinweg. Noch lange schaue ich ihnen hinterher und lausche ihren wohltönenden Stimmen.

So ist überall ringsumher ein emsiges Treiben.

Nur die Katzen sind die Ruhe selbst. Sie liegen in der Sonne und lassen sich den Pelz wärmen. Sie wissen, wie man die ersten wärmeren Tage im Freien am besten genießt. Ruhe, Augen zu, dösen, ab und zu ein kleiner Rundgang und schauen, ob nicht ein fremder Katz in ihrem Garten unterwegs war. Anschließend wird wieder ausgiebig geruht und aus der Ferne zugeschaut, wie die Gärtnerin in ihrem Garten herumwerkelt. Diese Arbeiten begleiten die beiden Tiger mit einem wohligen Schnurren, das sich sich leise unter die anderen Frühlingsgesänge mischt, so als würde es in irgendeiner der vielen Melodien noch fehlen.

Für Diashow eines der Bilder anklicken!

Kommentare
  1. laurazeitlos sagt:

    Tolle Bilder“geschichte“..ja,der Frühling naht 😀 ! Klasse finde ich ja die letzte Aufnahme..herrlicher Moment!
    LG,Laura

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  2. Mathilda sagt:

    Ganz bezaubernde Foto, bin hin und weg und Frühling liegt wirklich in der Luft, es riecht anders.
    Beobachte seit einigen Tagen ein Taubenpäärchen, die fleißig sammeln und sich in einer Tanne ein Nest bauen, auch die Amseln tun das.
    Frühling wird es bald.

    LG Mathilda ♥

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    • Silberdistel sagt:

      Danke 🙂 Freut mich sehr, dass Dir die Fotos gefallen. Stimmt, um diese Jahreszeit kann man immer besonders viel beobachten. Da Büsche und Bäume noch nicht belaubt sind, hat man auch gute Chancen auf das eine oder andere nette Foto. Ich habe auch nur durch Zufall mitbekommen, wohin die Elster flog. Hätte sie nicht ein Stöckchen aus unserem Garten fortgetragen, wäre ich wahrscheinlich gar nicht aufmerksam geworden.
      LG zurück zu Dir

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  3. wolke205 sagt:

    Ich bin immer wieder fasziniert von Deinen tollen Fotos, schau sie mir so gerne an 🙂 Fotos 42 + 43 sind meine heutigen Favoriten 🙂

    Liebe Grüße

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  4. katerchen sagt:

    oh ja das stimme ich Dir zu..selbst ich bin im Garten das erste UNERWÜNSCHTE ernten gegangen..
    Tolle Bilder,der Frühling kommt..immer ein Stückchen näher.
    übriges sage ich auch immer Märzbecher..werde dann immer schräge angesehen.
    LG vom katerchen zum Abend

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  5. Das war live aus dem Garten: Frau Silberdistel 😀

    Mal wieder sehr schön erzählt; macht wirklich Spaß, hier zu lesen 🙂

    Ach ja, Bilder gibt es ja auch noch: die gefallen mir auch sehr – man spürt förmlich den Frühling durch den Monitor kommen; hast nen schönen Garten 😉

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  6. sanetes sagt:

    Gerade eben habe ich auf dem Weg zum Einkaufen einen Stieglitz gesehen. Ohne deine Fotos wäre der mir gar nicht aufgefallen.

    PS: Kannst du ein Suchwidget in die Seitenleiste einbauen? Wenn ich mal wieder überlege, wie der Vogel denn hieß, den ich hier gesehen habe…

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    • Silberdistel sagt:

      Fein 🙂 Das freut mich doch sehr, dass Du auf meinen Seiten ein wenig dazugelernt hast 🙂
      Ich habe die Suchmöglichkeit jetzt eingebaut. Dein Wunsch war mir doch Befehl. Danke für den Hinweis. Hätte ich eigentlich schon lange machen sollen. Aber man lernt ja nie aus 😀

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