Schmorfleisch à la Tschikosch

Veröffentlicht: 5. März 2012 in Bücher, Essen und Trinken
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Was essen wir denn morgen zu Mittag? So lautete letzten Samstag die Frage, die ich mir selbst stellte, denn irgendwie hatte ich mich während unseres letzten Wochenendeinkaufes mit diesem Problem eher gar nicht beschäftigt. Also musste ich mir erst einmal einen Überblick über die in unserem Haushalt vorhandenen Vorräte verschaffen. Diese Bestandsaufnahme ergab, dass, wer hätte das gedacht, im Tiefkühlschrank noch ein nettes Stück Fleisch vom Reh schlummerte. In diesem Tiefschlaf befand es sich wohl schon etwas länger, denn es war meinem Gedächtnis schon fast entfallen, dass wir über solch kulinarische Köstlichkeit verfügen bzw. über Zutaten, aus denen man am häuslichen Herd genau solche zaubern könnte. Dann gab es da noch ein paar Tomaten, zwei Paprikaschoten und einen Becher saure Sahne, der ebenso möglichst bald verbraucht werden wollte.

Das passte alles erstaunlich gut zu einem meiner Lieblingsgerichte, zu „Schmorfleisch à la Tschikosch“ . Dieses Rezept entstammt einem Kochboch, das mein Gatte einst als Aussteuer mit in die Ehe brachte. Zu Anfang unserer Bekanntschaft, oder wie immer man das nennen möchte, hat der damals noch jugendliche Held seine Herzallerliebste mit wundervollen Kreationen aus diesem Kochbuch von „Emil Turós: So isst man in Ungarn“ erfreut. Später dann stellte er dieses Büchlein (in der 2. Auflage 1972 bei Corvina, Budapest erschienen) zu meiner hübschen kleinen Kochbuchsammlung dazu und gab damit auch den Kochlöffel an mich weiter. Ich glaube, schon damals muss ich etwas falsch gemacht haben, denn selten einmal gelingt es mir, diesen Staffelstab Kochlöffel noch einmal wieder an den Helden meiner einst schlaflosen Nächte abzugeben, um wie einst vor vielen Jahren seine Kochkünste herauszufordern, denn ich weiß, er besitzt diese, inzwischen leider im Verborgenen schlummernden, kochkünstlerischen Fähigkeiten.

Nun, egal, jedenfalls nahm ich besagtes Kochbuch zur Hand, um sicher zu gehen, dass nicht doch noch geschmacksentscheidende Zutaten fehlen würden, und siehe da, alles war perfekt. Eigentlich hätte mein Rehlein ein Schwein sein sollen, aber das störte mich durchaus nicht. Von einer Köchin ist immer eine gewissen Kreativität gefragt.

So nehme man oder frau (das sollte für 4 Personen reichen) folgende Zutaten für dieses leckere Mittagessen:

600 g Rehfleisch (Rücken, Keule – was immer man hat) – eigentlich nimmt man hier Schweinefleisch (halb Schwein/halb Reh schmeckt auch vorzüglich)
100 g durchwachsenen Räucherspeck
100 g Zwiebeln
1-2 Tomaten (gern auch mehr)
2 Paprikaschoten
etwa 10 g Edelsüß-Paprika
0,2 l saure Sahne
etwas Schweineschmalz
Salz, Mehl, Knoblauchsalz oder gern auch eine Knoblauchzehe (gehackt)

ZUBEREITUNG:
Räucherspeck in kleine Streifen schneiden und mit etwas Schweineschmalz anbraten.

Zwiebeln kleinschneiden und im Fett dünsten, anschließend mit Edelsüßpaprika bestreuen, gut verrühren und dann mit ein wenig Wasser auffüllen.
Das in Streifen geschnittene Fleisch dazu geben, salzen und vor sich hinschmoren lassen. Nicht vergessen, ab und zu einmal umzurühren.
Paprikaschoten und Tomaten kleinschneiden und zum Fleisch geben. Im Bedarfsfall immer wieder etwas Wasser hinzugeben, damit es nicht anbrennt.
Wenn alles fast gar ist, zur sauren Sahne 2 Teelöffel voll Mehl und etwas Wasser geben, gut verrühren und zum Fleisch geben. Je nach Wunsch abschmecken. Ich gebe immer gern noch etwas Knoblauchsalz hinzu oder vorher zusammen mit den Zwiebeln eine kleine Knoblauchzehe.

Als Beilage gab es dieses Mal bei uns Böhmische Knödel. Man kann natürlich auch gern Spätze dazu essen, Reis oder auch Kartoffeln – wie man mag. Das Rezept für Spätze habe ich schon einmal in meinem Beitrag „Heute ungarisch“ vorgestellt. Sie passen ganz ausgezeichnet zu diesem ungarischen Gericht, das ich hier allerdings etwas abgewandelt habe. Das heutige Rezept kann man in  dem besagten Kochbuch auf Seite 74/75 nachlesen.

So, dann also guten Appetit!

Kommentare
  1. Frau Hummel sagt:

    Oh, lecker, sieht das gut aus. Da läuft mir das Wasser im Mund zusammen *sehnsüchtig guck*.

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    • Silberdistel sagt:

      Inzwischen WAR’S lecker – leider alles schon niedergemacht 😉 Musste heute Morgen gleich mit der Waage schimpfen. Irgendwie zeigt sie, glaub‘ ich, mein Gewicht falsch an. Vielleicht brauchen wir eine neue Waage *grübel*

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  2. Frau Hummel sagt:

    Jaja. diese doofen Waagen, rechnen immer das aktuelle Datum dazu. So eine habe ich auch 😉

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    • Silberdistel sagt:

      Ach das Datum rechnen sie dazu? Na, dann brauch ich mich ja nicht zu wundern. Dann kann ich jetzt ja weiter um mich rum essen. Da kann es mit meinem Gewicht noch nicht so schlimm bestellt sein 😉

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  3. Mathilda sagt:

    Das sieht absolut lecker aus und liest sich auch sehr lecker.
    Danke für das Rezept.

    LG Mathilda

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  4. Flohnmobil sagt:

    Du machst das mit dem Kochlöffel und so in der Zwischenzeit sicher viel besser als dein Mann. 🙂
    So oder ähnlich wird sich der (un)heimliche Spitzenkoch auch rausreden.
    Egal wer es gekocht hat, es sieht ganz, ganz lecker aus. Zumindest die linke Hälfte des Tellers, denn Knödel sind nicht so mein Ding; vielleicht bin ich dazu einfach im falschen Teil Europas aufgefuttert worden. 😉

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    • Silberdistel sagt:

      Ich glaube auch, dass der ehemalige Spitzenkoch mir nur lobend auf die Schulter klopft, weil er keine Lust hat, sich selbst wieder einmal die Zeit am Kochherd zu vertreiben. Ich grüble noch darüber nach, wie ich ihm die Kocherei wieder schmackhaft machen kann. 😉 Aber vielleicht isst er dann lieber nichts.
      Auf die rechte Seite des Tellers kannst Du durchaus auch andere leckere Beilagen legen … und natürlich dann auch dazu essen.

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  5. katerchen sagt:

    DAS hätte ich wissen sollen..ach ich hätte auch Messer und Gabel mitgebracht..
    LIEBE solch ein Essen..mit Knödeln besonders(mein Mann kann man damit jagen) leider.
    LG vom katerchen

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  6. arabella50 sagt:

    Zu köstlich, ich habe noch eine Rehkeule eingefroren, aber das wird Braten werden.
    Beim nächsten Wild…:-)

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