Wo man auf den Hühnergott trifft …

Veröffentlicht: 11. Februar 2012 in Alltägliches, Fundstücke, Natur, Naturgewalten, Unterhaltendes
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Gestern begann der Tag hier bei uns recht grau, immer wieder fielen Schneeflocken vom Himmel. Eigentlich hatten wir, mein Gatte und ich, uns auf einen kleinen Strandspaziergang gefreut. Wir würden ihn wohl verschieben müssen, denn auch unsere Kameras sollten wieder einmal Ausgang haben. Bei Schnee würde ihnen das sicher nicht so gut bekommen.

Doch gegen 11.00 Uhr ist dann plötzlich die Sonne da, als hätte sie unsere traurigen Gesichter gesehen. Wollte sie uns trösten? Sicher! Wir akzeptieren ihr Angebot, ziehen uns schön warm an, wie sich das für einen Winterspaziergang an der offenen See gehört, und machen uns auf den Weg.

Wir sind nicht die einzigen Spaziergänger. Auch andere Menschen mit Kameras oder Ferngläsern ausgerüstet haben sich auf den Weg entlang des rauschenden Wassers gemacht. Hunde toben begeistert am Strand umher, tragen Stöckchen und Bällchen durch die Gegend und sind genauso guter Dinge wie die Zweibeiner rund um sie.

Kaum mit meiner Kamera am Wasser stehend und in die weite Ferne blickend werde ich von einem älteren Herrn angesprochen. Ob ich denn einmal etwas ganz Besonderes fotografieren möchte? Er zeigt mir einen Stein mit einem Loch im „Bauch“ und hält ihn stolz in die Höhe. Das wäre ein Hühnergott. Ich antworte, dass ich das wüsste und bereits mehrere davon zuhause hätte. Das scheint er zu überhören. Er möchte seinen Stein fotografiert haben und so tue ich ihm den Gefallen. Vielleicht glaubt er mich als Urlauberin zu erkennen, die das weite Meer fotografiert, um es als Erinnerung mit nach Hause zu nehmen. Da sollte ich doch noch ein ganz besonderes Stück, vom Meer zurechtgeschliffen, in meine Heimat, fernab der See, mitnehmen. So kann ich hier also auch noch dieses nette kleine Fundstück zeigen, auch wenn es sicher nicht so gedacht war.

Die Ostsee ist noch nicht zugefroren, dazu wäre mit Sicherheit noch über Wochen eisige Kälte notwendig gewesen. Wenn man aufs Wasser schaut, sieht man allerdings überall kleine Eisschollen treiben. Der Winter hat also doch seine Zeichen hinterlassen. Der Strand ist voll von angespültem Eis. Das gibt ihm ein ganz besonderes bizarres Aussehen. Das Wasser ist in Ufernähe zu einer breiähnlichen Eismasse geworden, die bei jeder Welle immer wieder neue Eisstückchen an den Strand abgibt, bis er mehr und mehr damit übersät ist.

Auf dem eisigen Wasser tummeln sich Möwen, Blässhühner und Schwäne, sogar ein junger Schwan (wie in dem Märchen „Das hässliche Entlein“) ist darunter. Er ist auf dem besten Wege, sich von dem Entlein zu einem wunderschönen Schwan zu verwandeln. Sein bräunliches Federkleid wandelt sich bereits langsam zu diesem wunderschönen und herrlich strahlenden Weiß der Altschwäne.

Irgendwann müssen wir wieder zurück, denn mein Gatte hat noch eine Verabredung, die er nicht warten lassen kann. Ich hätte es durchaus noch eine Weile länger ausgehalten. Ein anderes Mal werden wir etwas mehr Zeit mitbringen. So machen wir uns dann eine gute Stunden später zufrieden und ein wenig durchgefroren wieder auf den Heimweg.

Ach, übrigens, wer zu der Ostseeluft auch noch ein wenig Nordseeluft schnuppern möchte, der sollte einmal bei akhimo schauen. Ihre Bilder haben mir ausgesprochen gut gefallen.

Für Diashow eines der Bilder anklicken!

Kommentare
  1. Flohnmobil sagt:

    Für mich ist „Meer“ eigentlich eine Angelegenheit des Sommers, sprich Urlaub. Aber wenn man natürlich dort wohnt, verkommt es zum Alltag.
    Herrliche Bilder, trotz oder eben grad wegen der klirrenden Kälte.

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    • Silberdistel sagt:

      Für mich ist das Meer fast in den anderen drei Jahreszeiten interessanter als im Sommer. Wenn man es ganz genau nimmt, gibt der Winter mehr außergewöhnliche Ansichten her, obwohl man da auch Sturm und eisige Kälte, die einem dann noch viel drastischer vorkommt, in Kauf nehmen muss. Aber angeblich soll ein Gesichtspeeling ja nicht so ganz unvorteilhaft sein.

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  2. Schöne Bilder! Und ein schöner Anschubser, doch mal den Hof wieder Richtung Meer zu verlassen, für ein wenig salzgeschwängerte Frischluft.

    Und obwohl wir nur 30 km von der Ostsee weg wohnen, zum Alltag ‚verkommt‘ es nicht. Dafür ist es zu beeindruckend! (Und wird zu selten besucht 😦 )

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    • Silberdistel sagt:

      Naja, je dichter man dran wohnt, um so eher wird es wohl wirklich Alltag. Wir hatten es auch schon einmal dichter als jetzt, obwohl das jetzt auch eine eher lachhafte Entfernung ist. Man muss sich trotzdem erst ein wenig anschubsen. Aber wenn man dann da ist, weiß man gar nicht, wieso man sich eigentlich so zwingen musste. 😉

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  3. katerchen sagt:

    ein Spaziergang belohnt mit einem, Hühnergott..

    habe ein ganze Kette mit diesen Steinen 😀
    Meer ist NIE ALLTAG..da ist immer etwas los(finde ich)
    LG vom katerchen

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  5. Frau Hummel sagt:

    Ich hätte auch gern einen Hühnergott. Wir haben zwar keine Hühner, denen man so einen Stein ins Nest legen könnte aber ich könnte mir vorstellen, dass einige Steine, in den Apfelbaum gehängt (in verschiedenen Längen) sehr dekorativ aussehen würden. Was machst Du mit Deinen Hühnergöttern, liebe Silberdistel?

    Ich musste erst einmal Donnerkeile googlen. Habe ich noch nicht gehört. Werde in Zukunft meine Äuglein danach offen halten. Da sag noch einer, das Meer wäre nicht interessant ;). Natürlich habe ich wieder Strandgut gesammelt, obwohl es etwas schwieriger war als in anderen Jahreszeiten. Es ist so ein schönes Gefühl, Beute mit nachhause nehmen zu dürfen.

    Deine Bilder sind echt toll, besonders das Fünfte hat es mir angetan. So schön…

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    • Silberdistel sagt:

      Einige der Hühnergötter liegen in meinen Aquarien. Ansonsten habe ich schon öfter welche verschenkt. Eine ehemalige Kollegin hat ganz lange Ketten mit Hühnergöttern im Garten hängen. Das sieht sehr dekorativ aus. Ich werde diese Lochsteine vielleicht jetzt auch einmal ernsthaft sammeln. Eventuell reicht es dann mal für eine solche Kette.
      Die Donnerkeile liegen in einem kleinen Tabaksbeutel und warten darauf, dass sie immer mal wieder Zuwachs bekommen. Auf Donnerkeile bin ich ganz wild, ich weiß gar nicht warum. Irgendeinen Spleen muss man vielleicht haben. 😉 Ansonsten stehen bei uns noch einige versteinerte Seeigel und andere Versteinerungen umher – Mitbringsel von solchen Strandspaziergängen.

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  6. Ernst sagt:

    Vom Hühnergott hab ich doch schon einmal irgendwo gelesen!

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