Abschied von den Eseln

Veröffentlicht: 11. September 2011 in Reisen, Unterhaltendes, Urlaub
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So verschwanden gestern Abend die Berge im Nebel

Samstag, 10. September: Gar nicht urlaubsgemäß geht heute um 6.30 Uhr der Radiowecker an. Normalerweise gehört ein Wecker für mich nicht zum Urlaubsgepäck. Da wir aber eine weite Rückreise vor uns haben, ist es wohl doch besser, wenn wir nicht zu spät aufstehen, damit wir uns einigermaßen zeitig in Richtung Heimat auf den Weg machen können. Gepackt habe ich ja bereits gestern, sodass wir uns in Ruhe dem Frühstück widmen können, dann mache ich noch ein wenig Ordnung in der Ferienwohnung, während mein Gatte unser Gepäck im Auto verstaut, und schon sind wir startbereit.

Spinnenetz

Wir verabschieden uns von unserer Vermieterin und los geht’s dem Norden entgegen, d. h. halt, stopp! Ich entdecke in einem Blumenbeet noch ein wunderhübsches Spinnennetz. Ich nehme es mit als Erinnerung an die Pfalz. Ob das Foto etwas geworden ist? So, nun aber ins Auto! Unser Navigationsgerät behauptet, dass wir um 16.33 Uhr zuhause sein werden. Mein Gatte bezeichnet diese Zeitangabe als „Grimms Märchen“. Wenn ich an die Hinfahrt in unseren Urlaub denke, bin ich geneigt, das zu glauben. Aber Märchen haben ja oft ein wundersames Ende.

Mein Gatte betankt unser Gefährt in Klingenmünster an der Tankstelle, während ich mit zwei kleinen Kanistern beladen zu einem Obst- und Weinhändler gehe, der etwas unterhalb der Tankstelle gerade dabei ist, seine Zelte aufzuschlagen. Ich frage, ob ich auch schon vorfristig etwas neuen Wein bekommen könnte. „Aber selbstverständlich“, lautet die Antwort, „wir freuen uns doch über jeden Kunden, egal, wann er kommt.“

Esel in Klingenmünster

Die Esel, die ich nach unserem Ausflug vor einigen Tagen hier am Ortsrand von Klingenmünster fotografiert hatte, stehen genau hinter dem Obst-, Gemüse- und Weinstand und lauschen scheinbar unserem Gespräch. Ich frage, ob die Esel zu ihnen gehören. „Nein, die gehören unserem Nachbarn. Manchmal bekommen sie von uns ein paar Äpfel oder Gemüse. Darum kommen sie immer gleich her, wenn wir hier den Stand aufbauen.“ Ich erzähle, dass wir vor ein paar Tagen die Eschbacher Esel angeschaut hätten und ganz begeistert waren, als wir dann hier die echten Esel entdeckt hätten. Da erfahre ich, dass die Eschbacher früher ihre Waren mit Eselskarren ausgefahren hätten und man sie deshalb immer als Esel bezeichnet hätte. Die Eschbacher nahmen das jedoch mit Humor. Als Eschbach sein 750 jähriges Jubiläum feierte, gehörte der Esel natürlich mit zur Ortsgeschichte. So nahm die Geschichte mit den Eschbacher Eselsfiguren seinen Lauf – und ein Esel wurde immer schöner als der andere, denn ursprünglich kamen die Esel in reinem und edlen Weiß nach Eschbach. Im Laufe der Zeit bekam jeder Esel sein ganz persönliches Gewand und seine ganz eigene Geschichte.

Ich nehme meine beiden Kanister und bekomme noch den Hinweis, daran zu denken, die Deckel öfter zu lüften, damit sich die Kanister mit dem frischen Wein nicht zu kleinen Bomben entwickeln. Ich lache und sage: „Ja, wir wollten ihn eigentlich trinken und nicht vorher schon versprühen“, verbschiede mich und komme gerade rechtzeitig. Mein Gatte hat das Auto bereits betankt. Wir winken der Pfalz und den Eseln noch einmal zu und fahren davon.

Mainhattan huscht vorbei

… und wie es mit Märchen manchmal so ist, unsere Navigationsdame (unsere Märchenerzählerin – mein Gatte nennt sie die „maulende Myrte“) hat fast recht behalten mit ihrer Zeitvorhersage.

… und wie ein Schatten erscheint es noch einmal ganz kurz

Einschließlich Tankpause und Fahrerwechsel erreichen wir glücklich gegen 17.00 Uhr heimatlichen Boden, müssen schnell die Katzen in den Garten lassen, dann dürfen wir uns selbst in selbigen setzen und noch einen Kaffee trinken, bevor wir uns fast übergangslos dem Abendessen widmen.

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