Auf den Spuren der Poppenhausener Kunstmeile

Veröffentlicht: 10. Juni 2011 in Alltägliches, Natur, Pflanzen, Sonderbares, Unterhaltendes, Urlaub
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Heute sind wir los – ohne Regenbekleidung, mit Wanderfutter im Rucksack und mit Sonnencreme im Gesicht und auf den Armen – mehr mochten wir nicht bloßstellen, weil zu kalt und zu aufsehenerregend.

Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung ist das „Grabenhöfchen“ – eine Gaststätte, in der Essen und Eis ausgezeichnet schmecken. Ein weiterer Vorteil des „Grabenhöfchens“ ist seine Lage – es ist Schnittpunkt mehrerer attraktiver Wanderstrecken. … und es gibt dort eine Kunstmeile, ja genau, die „Poppenhausener Kunstmeile“. Diese Kunst ist in freier Natur aufgestellt und dort auch zu bewundern – entlang eines Wanderweges in Richtung Milseburg bzw. Fuldaer Haus (eine weitere Gastlichkeit).

Die Kunst, die hier aufgestellt ist, ist meistens schmal und lang und das Grundmaterial ist vorrangig aus Holz. Diese Kunst ist Kunst für jeden und auch wieder nicht. Einerseits ist es Kunst, die Du und ich auch könnten, wenn wir uns denn trauen würden. Andererseits ist diese Kunst irgendwie symbolhaft, sodass sie doch nicht für jeden ist, denn man muss sie erst einmal begreifen und das nun wieder kann vielleicht nicht jeder. Auf jeden Fall kann man stunden- ja tagelang vor diesen, meistens hohen und schmalen, Gebilden stehen und darüber sinnieren, was ihre Gestalt mit dem, was sie darstellen sollen, zu tun hat. Was mir am begreiflichsten erscheint, ist der Rhönschäfer. Da bildet sich in meinem Kopf sofort eine Einheit, wenn ich die Figur betrachte und die Bezeichnung lese: „Rhönschäfer“. Ja, da kann ich mir durchaus etwas drunter vorstellen, und den „Rhönschäfer“ kann vielleicht auch nicht unbedingt jeder „zusammenbasteln“ – der ist schon ein wenig kunstvoll – durchaus.

Mit dem „Wiedervereinten Deutschland“ – aus dem Thema „Nebelwelten“ habe ich schon so meine Probleme. Da schaue und schaue und schaue und schaue ich … Aber vielleicht ist das ja der Sinn und Zweck dieses Kunststücks. Interessant finde ich auch die „Schwingen“ – zum Thema „Aufwind“ oder „Die innere Stärke“. Auch „Teilung der Grenzen“ macht mir Kopfzerbrechen, „Bemantelung“ (hier meckert sogar meine Rechtschreibprüfung) oder „Eingrenzung, Ausgrenzung, Abgrenzung“, „Kokon“ oder „Messer im Bauch“ geben mir wirklich Rätsel auf. Bei „Messer im Bauch“ habe ich eher eine Vision von meinem Zahnarzt.

Es gibt aber auch Kunst, die mich anspricht – also, der „Rhönschäfer“ ja sowieso. Zum Beispiel gefallen mir aber auch die „Rhönhexe“, der „Engel““ und natürlich der „Teufel mit Liebeskummer“, wobei sich hier natürlich für mich die Frage ergibt, warum er ein aufgespießtes Herz auf seiner Gabel trägt. Ist das seins oder das seiner Angebeteten oder aber sonst … auch noch …? Aber darüber könnte ich zur Not ja noch sinnieren.

Was soll’s, seht selbst. Auf jeden Fall ist dieser Wanderweg bestimmt nicht langweilig – egal, was man von der Kunst am Wegesrand hält.

Katze Am Wegesrand – Kunst der Natur

Wer denn dann mit der Kunst nicht so viel im Sinn hat, der findet, was mir übrigens besonders gut gefiel, zwei Katzen – auch am Wegesrand – wie die Kunst – aber aus Fleisch und Blut – und Wandersmann und –frau freudig begrüßend, obwohl wir keine Leckerbissen dabei haben. Aber Schmuseeinheiten dürfen wir entgegen nehmen und verteilen. So kann man sich etwas von der anstrengenden Kunst entspannen. Das hat was, ganz sicher!

Milseburg

Nun hätten wir noch weiter Kunst in Richtung „Fuldaer Haus“ betrachten können, biegen dann aber doch lieber in Richtung „Milseburg“ ab. Von da an geht es steil bergab, wenig später in den Wald hinein und dann bald noch steiler wieder bergauf über Stock und Stein im wahrsten Sinne des Wortes. Total durchgeschwitzt kommen wir nach knappen zwei Stunden Wanderzeit ober auf dem Berg „Milseburg“ an, unter dem der Sage nach der Riese Mils begraben liegen soll.

Am Fuße der Milseburg befindet sich seit einigen Jahren ein Archäologisches Erkundungsprojekt. Eine Steinmauer, wie sie dort einmal gestanden haben soll, ist wieder errichtet worden und kann angeschaut werden, was wir heute nur aus der Ferne tun.

Auf dem Berg oben steht eine kleine Wallfahrtskapelle, eine Gaststätte ist auch vorhanden, sodass der müde Wanderer sich auch ein wenig ausruhen und stärken kann. Nachdem auch wir uns wieder erholt und etwas gestärkt haben, wollen wir ganz oben auf dem Gipfel des Bergs noch den herrlichen Blick genießen. Kaum sind wir oben, beginnt es zu tröpfeln. Ich wusste es, ich habe keine Regenjacken eingepackt. Zum Glück ist und bleibt es nur ein kurzer Schauer, den wir in der Kapelle abwarten. Bald können wir wieder aufbrechen. Nun geht es nur noch bergab – wie schön.

Wir gehen auf direktem Weg zum „Grabenhöfchen“ zurück, gestalten somit unseren Wanderweg als Rundweg. Unterwegs entdecken wir wunderhübsche Orchideen. Auch die Schmetterlinge sind heute gar nicht fotoscheu. Nach etwa 1 ½ Stunden – zurück scheint der Weg kürzer zu sein – sind wir wieder am Ausgangspunkt unserer Wanderung angelangt.

Orchidee

Kommentare
  1. Frau Hummel sagt:

    Ich weiß, Du bist im Urlaub, aber vielleicht liest Du ja danach meine Worte.
    Ich habe mir zuerst Deine Bilder angeschaut und mir für mich aufgeschrieben, was sie in mir auslösen, dann habe ich Deinen Bericht gelesen und… dann musste ich lachen, weil ich mich unter anderem auch fragte, wem wohl dieses Herz gehörte auf der Gabel des Teufels… Die Kunst ist für den Betrachter sicher eindrucksvoll gewesen doch die größte Künstlerin ist wirklich die Natur. Liebe Grüsse schickt Frau Hummel die bei Dir im Blog rumstöbert weil sie Dich hier doch ein wenig vermisst 😉 .

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    • Silberdistel sagt:

      Natürlich lese ich Deine Worte nicht erst NACH meinem Urlaub, zumal Du Dich gerade virtuell da aufhälst, wo ich eben in der Wirklichlichkeit bin. Da kann ich nicht erst nach dem Urlaub lesen, was Du mir mitzuteilen hast. Wo denkst Du hin? Im Notfall könnte ich die Kunst noch einmal neu betrachten gehen. Aber ich lese schon, dass nicht nur ich mit dieser Poppenhausener Kunstbetrachtung ein Problem habe. Das beruhigt mich doch ungemein. 🙂
      Übrigens ist seit unserem letzten Urlaub noch neue Kunst hinzugekommen. Wir sind gerade wieder diese Kunstmeile entlanggewandert. Mein Problem hat sich jetzt noch vergrößert, denn die neue Kunst ist leider noch nicht betitelt, sodass man noch mehr Zeit vor ihr verbringen kann, um herauszufinden, was sie uns denn nun zu sagen hat. Wenn ich aus dem Urlaub zurück bin, werde ich in einem Blogbeitrag diese neuen Kunststücke vorfüh… nein … vorstellen.
      Eine Silberdistel schickt liebe Grüße aus einem Urlaub nicht weit von dieser Kunstmeile entfernt in die Heide der Frau Hummel 🙂

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  2. […] über den ich hier schon in früheren Beiträgen berichtet habe. Wer möchte, kann gern hier oder hier noch einmal nachlesen. Wenn man am Grabenhöfchen rechts vorbeigeht und am Ende des […]

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  3. […] über den Malerweg, über den ich hier im vergangenen Jahr bereits berichtet hatte, und über die Poppenhausener Kunstmeile, die inzwischen meinen langjährigen Lesern ebenfalls ein Begriff sein sollte, unserem ersehnten […]

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  4. […] ist bereits einige Jahre her, als ich hier etwas ausführlicher über die „Poppenhausener Kunstmeile“ berichtete. Bei unseren Wanderungen in der Rhön, die uns zum Grabhügel des Riesen Mils, […]

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