Kloster Kreuzberg

Veröffentlicht: 7. Juni 2011 in Alltägliches, Natur, Urlaub
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Wieder haben die Wetterfrösche schönes Wetter versprochen. Heute glaube ich ihnen das vorsichtshalber nicht. In meinem Rucksack sind Fleece- und Regenjacke verstaut – gegen Kälte und gegen Regen. Ich bin sicher – heute wird es weder kalt sein noch regnen.

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Mein Gatte hat für heute mit einem Kumpel ein Treffen auf dem Kreuzberg, auch der „Heilige Berg der Franken“ genannt, vereinbart. Da ich mir für den Urlaub Ausschlafen erbeten habe, werden meine Wünsche berücksichtigt, so dass wir uns erst um 12.30 Uhr auf einem Parkplatz ein ganzes Stückchen unterhalb des Kreuzberges treffen. Unsere Verabredung wartet bereits, als wir leicht verspätet eintreffen. Da besagter Kumpel nicht so gerne wandert, lassen wir unser Auto auf dem Parkplatz stehen, steigen in seins um und fahren quasi eine Etage höher zum Parkplatz direkt am Kreuzberg. Von dort ist es bis zum Kloster Kreuzberg mit dem herrlichen Schwarzbier nur noch ein kurzer Fußweg. Wir finden im Freiluftbereich der Klostergaststätte noch ein schönes Plätzchen. Die Sonne scheint recht warm vom Himmel und ich grüble schon darüber nach, warum ich in diesem Urlaub so furchtbar vergesslich bin, denn meine Sonnenschutzcreme steht unbenutzt im Bad unserer Ferienwohnung. Natürlich hat auch mein Gatte keinen Sonnenschutz aufgetragen, obwohl er viel empfindlicher ist als ich. Wenn er schon lange krebsrot aussieht, ist bei mir, wenn überhaupt, nur eine leichte Bräunung zu erkennen. Darum muss er auch die 30-fach-Sonnencreme benutzen, während ich mich mit 10-fachem Schutz zufrieden gebe. Auch wenn ich dem Wetterbericht heute keinen Glauben schenken wollte, hätte ich mich wenigstens gegen einen Sonnenbrand schützen sollen, denn wir sitzen bestimmt länger als eine halbe Stunde in der Sonne und das in der Mittagszeit. Zu spät! Nun muss ich eventuelle Folgen ertragen, von meinem Gatten will ich da lieber gar nicht reden.

Wir essen traditionell Käsebrot und trinken das berühmte Kreuzberg-Schwarzbier dazu. Während die „Jungs“ sich unterhalten, breche ich zu einem kleinen Rundgang durch den Klosterbereich auf. Ich habe alles zwar schon viele, viele Male gesehen, da wir nicht das erste Mal hier in der Gegend und somit auch nicht das erste Mal auf dem Kreuzberg sind, es gibt aber immer wieder neues zu entdecken. … und Ansichtskarten muss ich ohnehin kaufen, damit wir Familie und Freunde damit beglücken können, denn im Urlaub wird auch mal Handgeschriebenes produziert und der Deutschen Post für den Weitertransport überantwortet.

Mein Rundgang beginnt im Klosterladen mit den zahlreichen Andenken, die ein Tourist zur Erinnerung an seinen Kreuzbergbesuch dort kaufen soll kann, führt zur Klosterkirche, einer Wallfahrtskirche, und dann zu den fliegenden Händlern, die ebenfalls „Andenken“ unter das Volk bringen wollen. Ich werfe noch einen Blick auf die großen Braukessel der Schwarzbierbrauerei, man kann sie durch große Glasfenster betrachten, gehe dann rechts an der Klosterkirche vorbei und besuche, bevor ich wieder zurück zu meinen Klosterbiertrinkern gehe, die beiden Bernhardiner, die in ihrem großen Zwinger faulenzen. Als ich bei ihnen ankomme, tun sie mir den Gefallen und erfreuen mich mit etwas Schaulaufen, sodass ich ein paar schöne Fotos von ihnen machen kann. Die Bernhardinerzucht vom Kloster Kreuzberg ist sicher jedem Hundefreund ein Begriff.

Als ich bei den ins Gespräch Vertieften eintreffe, sieht der Himmel nicht mehr ganz so strahlend aus. Die Sonne versteckt sich hin und wieder hinter Wolken, sodass ich mir wegen der vergessenen Sonnencreme keine Gedanken mehr machen muss. Mein Erscheinen erinnert die beiden Männer daran, dass bereits der Nachmittag angebrochen ist. So langsam sollten wir uns auf den Weg zu unserem Auto machen. Das ist zwar nicht weit, vielleicht eine knappe Stunde Fußmarsch, aber unsere Verabredung hat noch ca. 1 ½ bis 2 Stunden Autofahrt vor sich. Die Männer haben ein Einsehen. Wir brechen auf. Kurz unterhalb des Klosters führt ein Wanderweg in den Wald hinein. Dort trennen wir uns vom Kumpel meines Gatten und tauchen in das kleine Waldstück ein. Da es nur bergab geht, kämen wir recht gut voran, wenn … ja … wenn ich nicht mit meiner Kamera von einer Blume zur nächsten springen würde, um sie zu fotografieren. Ich kann nicht widerstehen, weil überall so herrliche Motive wachsen bzw. herumsitzen.

Wir verlassen bald das kleine Waldstück und laufen dann über Wiesen, die im Sommer von Schafen beweidet werden. Die Landschaft ist regelrecht geprägt von dieser Beweidung – große Grasflächen mit Büschen und vereinzelten Bäumen. Feldlerchen steigen überall trällernd in die Höhe und begleiten uns mit ihrer Musik bis zum nächsten Waldstück. Am Ende der Wiesen treffen wir auf ein Stückchen Poesie in der freien Natur, das uns von einem Schild entgegen springt. Nun frage ich mich allerdings, was passiert mit uns, wenn wir als Vieh betrachtet werden? Treibt man uns dann in den Schafpferch, hetzt uns der Schäferhund durch die Gegend oder wird uns die Wolle vom Kopf geschoren? Ich finde ihn furchtbar, diesen Zwang, alle und jeden zu bevormunden. Ich denke, wer auf die Wiese gehen will, der wird es auch trotz des Schildes tun und wer Wert auf Natur legt, wird sie auch erhalten wollen. Letzterer bleibt ohnehin auf den Wanderwegen. Der braucht diese Art von Poesie nicht, auch wenn das Schild noch so hübsch ist.

Irgendwann, mein Gatte ist sehr geduldig mit seiner von Blume zu Blume springenden Frau, kommen wir bei unserem Auto an. … und wer hätte das gedacht, ich muss … nein … ich darf uns zurückfahren, weil die beiden „Jungs“ wohl doch ein Klosterbier mehr getrunken haben, als ich dachte.

Kaffee und Kuchen fallen heute aus, weil wir, zurück in der Ferienwohnung, gleich zum Abendessen übergehen können. Ach, … und es hat weder gewittert noch geregnet. Irgendwie erstaunlich!

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