Heute Ungarisch (mit Lesezeichen)

Veröffentlicht: 13. April 2011 in Essen und Trinken, Lesehilfen
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Schon wieder Lesezeichen? Richtig, denn … Lesezeichen geben auf die eine oder andere Art schöne Anregungen durch ihren Hinweis auf ganz bestimmte Buchseiten. Mein Lieblingslesezeichen begleitet mich, wie es sich für ein solches gehört, ständig von einer Lektüre zur nächsten. Eines Tages jedoch war dieses Lesezeichen plötzlich weg, wie vom Erdboden verschluckt. Ich konnte es nicht wiederfinden. Es war und blieb verschwunden … Ich grübelte hin und her, nichts, es war einfach weg.

Als ich mich gedanklich vor einigen Tagen in Richtung bevorstehende Osterfeiertage bewegte, gingen mir auch Überlegungen zum österlichen Mittagsmahl durch den Kopf. Familienbesuch hat sich angesagt. Da wäre vielleicht eines unserer Lieblingsgerichte angebracht. Wieder einmal was Ungarisches kochen – das wäre eine Idee. Schauen wir doch mal ins Kochbuch vom Herrn Turós. Ich nahm das Buch zur Hand, blätterte … und was fiel mir entgegen? Das verschollene Lesezeichen! … und was hatte es markiert? Oh, das Rezept für Schweinepörkölt!

Schweinepörköltrezept

Da ich mir Rezepte einfach nicht merken mag, wozu auch, man hat schließlich Kochbücher, brauche ich manchmal auch fürs Kochbuch ein Lesezeichen. Oft nehme ich schnell irgendwas und lege es zwischen die entsprechenden Seiten, durchaus häufig etwas, das im eigentlichen Sinne gar kein Lesezeichen ist, halt das, was mir gerade so in die Finger kommt. Wobei … natürlich nicht alles, etwas … aus Papier ist es meistens schon. Ja, auch ich habe schon die seltsamsten „Nichtlesezeichen“ zu Lesezeichen erklärt. Aber das sei hier jetzt nur ganz am Rande erwähnt.

Zurück zum Schweinepörkölt! Auch, wenn dieses wunderschöne Buch der ungarischen Kochkunst schon fast antiquarischen Wert hat, haben seine Rezepte nichts von ihrer Faszination verloren. Ungarische Küche ist einfach was Leckeres und gehört zu unserem festen Repertoire, wenn es ums Kochen und Essen geht.

… und damit jeder weiß, wovon ich spreche, hier das Rezept:

Schweinepörkölt (Sertéspörkölt)

Zutaten:

600 g Schweinefleisch (ohne Knochen), 60 g Fett (in Ungarn wird meistens Schweineschmalz verwendet), Salz, 10 g Rosenpaprika, 3 Paprikaschoten (am besten schön bunt – so wie gelb, rot, grün <ist keine politische Anspielung>), 2 Tomaten, 100 g Zwiebeln, Knoblauchzehe

Die kleingeschnittene Zwiebel im Fett dünsten, mit Rosenpaprika bestreuen, der im Fett schnell verrührt wird, und mit einem Esslöffel Wasser auffüllen. Das zerschnittene Fleisch hineinlegen (Schulterblatt und Hachse eignen sich am besten, auch einige schwartige Stücke können mitgekocht werden). Salzen und zugedeckt fast weich dämpfen, wobei ab und zu ein wenig Wasser nachgegossen wird. Die zerschnittenen Paprikaschoten, Tomaten, die feingewiegte Knoblauchzehe beifügen und alles gar dämpfen. Sofort heiß servieren.

Eines der schmackhaftesten, beliebtesten ungarischen Gerichte. Beim Auftragen mit einigen Scheiben Paprikaschoten und Tomaten garnieren. Separat werden Eiergraupen oder Spätzle gereicht. … In der Tiefebene wird das Gericht etwas schärfer gegessen. Deshalb können 1 bis 2 Peperoni mitgekocht werden.

Das passende Getränk: Morer Tausendgut (Móri ezerjó), sicher kann man auch einen anderen Wein dazu trinken, wenn man die ungarischen Weine nicht so mag.

Zum Schweinepörkölt mag ich selbst als Beilage am liebsten Spätzle (Nockerln). Kann man fertig kaufen oder aber auch selbst zubereiten (letztere schmecken natürlich besser):

Spätzle (Galuska)

Zutaten:

400 g Mehl, 20 g Salz, 50 g Fett, 2 Eier

Das Mehl in eine tiefe Schüssel sieben. Die Eier einzeln darüber aufschlagen, etwas salzen und so viel kaltes Wasser hinzugeben wie die Eier ausmachen. Mit dem Schneebesen glattrühren und mit einem Holzlöffel nach und nach unter das Mehl heben, so dass ein mittelfester Spätzleteig entsteht. … Salzwasser aufkochen und die Spätzle durch eine Spätzlemaschine oder mit dem Messer vom Brett geschabt ins kochende Wasser geben.

Sind die Spätzle gut aufgekocht, umrühren. Wenn sie an der Oberfläche schwimmen, mit einem Sieb herausnehmen … Mit kaltem Wasser kurz abspülen, abtropfen lassen und zum Pörkölt servieren.

Übrigens kann man die Spätzle auch als selbstständiges Abendessen servieren. Man nimmt dann ganz einfach noch 3 verquirlte Eier dazu, gießt das über die Spätzle und erhitzt es noch mal in der Pfanne bis die Eimasse fest wird. … oder man kann die Spätzle mit frischem Schafskäse überstreut essen. Auch das ist ausgesprochen lecker.

(Obige Rezepte sind aus folgendem Kochbuch entnommen: Turós, Emil: So isst man in Ungarn. – 2. Aufl. – Budapest : Corvina Verl., 1972. – S. 38 f. u S. 70 f.)

Kommentare
  1. […] kann natürlich auch gern Spätze dazu essen, Reis oder auch Kartoffeln – wie man mag. Das Rezept für Spätze habe ich schon einmal in meinem Beitrag “Heute ungarisch” vorgestellt. Sie passen ganz […]

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  2. arabella50 sagt:

    Leider ist es so nicht möglich, gefällt mir zu klicken.
    Deshalb: ,*****, gefällt mit.

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