In der vergangenen Woche werkelten mein pelziger Keks und ich fleißig im Garten, so fleißig, dass wir alle Restarbeiten erledigen und das Gartenjahr damit erfolgreich abschließen konnten. Ich berichtete hier darüber. Und es gab sogar Lohn für unsere fleißige Arbeit – Goldgeschenke. Gut, Keks hatte als Lohn für seine Arbeit eher anderes im Sinn, etwas Greif-, noch besser Fressbares, schwebte ihm vor. Diesen Wunsch habe ich ihm selbstverständlich erfüllt, hatte ich doch noch etwas gutzumachen wegen meiner Meckerei mit der Schnur für den Moorbottich.
Ich aber nahm das Geschenk aus Gold begeistert an,  auch wenn es scheinbar unerreichbar hoch am Himmel hing. Es war nämlich ein Himmelsgeschenk, ein Himmelsgeschenk, das die Sonne am Abend nach unserer Gartenarbeit mit Hilfe der Wolken in einen bezaubernden Abendhimmel gemalt hatte – ähnlich dem Goldrausch-Wochenende, von dem ich hier vor einer Weile ebenfalls berichtet hatte.
Eine gewisse Ähnlichkeit gab es schon mit den Himmelsgemälden vom Goldrausch-Wochenende, aber eher nur in der Farbwahl. Von den Strukturen her war es wieder einmal anders. Ich glaube, ich könnte den Himmel noch viele Tausend Male fotografieren und nie würde ein Bild dem anderen gleichen. Immer wieder wäre es neu, was die Zauberin Natur mit ihrem Malkasten dort oben in Wolkenhausen gestaltet.
Meine Kamera, die natürlich immer Kumpel ist, zwinkerte mir verschwörerisch zu. Auch wenn die Trauben wie in diesem Falle sehr hoch hingen, sie wusste, wie wir all das Gold in meine Schatzkiste zaubern könnten. So stiegen wir beide hinauf zu meinem Kranichausguck und dann begannen wir in bester Teamarbeit, das goldene Himmelgeschenk einzusammeln.

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Und während wir fleißig sammelten, drangen plötzlich wohlbekannte Laute an mein Ohr, Laute, wie ich sie den ganzen Oktober über bis in den November hinein fast täglich gehört hatte. Aber wo kamen sie her?

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Ich lauschte und suchte gespannt den immer dunkler werdenden Himmel ab und dann sah ich sie – schattenhaft, kaum noch in der hereinbrechenden Dunkelheit zu erkennen – eine kleine Formation von Kranichen. Schnell kamen sie näher und zogen schließlich über unser Haus hinweg. Noch lange klangen ihre Rufe durch den frühen Abend.
Ihrer Flugrichtung nach zu urteilen, waren sie Richtung Ostsee, zu ihren Schlafplätzen, unterwegs. Ob ich sie in den nächsten Tagen noch einmal wiedersehen würde? Sicher gehören sie zu den Kranichen, die alljährlich hier bei uns überwintern. Einige Tausend sollen es sein, die den beschwerlichen Flug in die wärmeren Regionen gar nicht erst auf sich nehmen. So können sie im Frühjahr die besten Brutplätze besetzen.

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Mein Blick fiel wieder nach Westen, zum Himmelsgold. Fasziniert schaute ich hinauf zu dem wellenförmigen Wolkenbild schräg über mir. Wenn ich nicht wüsste, dass dort oben kein Meer sein kann, würde ich glauben, es ist an diesem Tag ausgezogen, um den Himmel für sich zu erobern. Die Wolken ähnelten einem im Sturm tosenden Meer. Ich meinte fast, das Wellenrauschen zu hören. Und dann, wenige Augenblicke später ist all dieser Zauber vorbei, die Sonne ist in dem rotgoldenen Meer versunken  …

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Vier Tage später trifft das ein, was ich mir an jenen rotgoldenen Abend erhofft hatte, der Kranichgesang wiederholt sich. Dieses Mal hören wir ein Morgenlied. Als hätte ich es geahnt, habe ich am Abend zuvor meine Kamera mit hinauf in unseren Kranichausguck genommen. Ich fühle mich richtig belohnt, als ich am Morgen die Stimmen dieser herrlichen Vögel vernehme und wie der Wind bin ich mit der Kamera am Fenster. In rasanter Geschwindigkeit sehe ich sie auf mich zukommen und erwische sie gerade noch, bevor sie hinter dem Dachfirst unseres Hauses verschwinden. Zum Staunen bleibt kaum Zeit, obwohl mir während dieser wenigen Sekunden nicht entgeht, wie herrlich die eleganten Vögel aussehen. Vergoldet vom Licht der aufgehenden Sonne fliegen sie dahin, begleitet von ihren melancholisch klingenden Trompetenrufen. Welch unbeschreiblich schöner Anblick, welch herrlicher Gesang.
Später am PC sehe ich, dass die Kamera diesen Goldschimmer tatsächlich gut festgehalten hat und ich erlebe das ganze Spektakel von Neuem und nun bleibt mir auch genug Zeit zum Staunen und Bewundern.

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Doch bevor ich mir die Bilder am PC ansehe, schaue ich dankbar in die langsam immer höher steigende Morgensonne. Ohne sie wäre das eben nicht möglich gewesen, ohne sie hätte es diesen goldenen Kranichmoment, dieses fliegende goldene Himmelsgeschenk, nicht gegeben. Kraniche im Dezember! Ist das nicht schön?

Wenn sie auch sonst vielleicht nicht immer so ganz lupenrein sind, heute sollten die Schuhe schon mal vorzeigbar, also geputzt, sein. Wer das vergessen hat, der muss sich nicht wundern, wenn so gar nichts drinsteckt im Schuh, außer vielleicht der Einlegesohle, die dort schon immer ihr Dasein fristete und ständig auf sich herumtrampeln lassen muss.

Warum die Schuhe heute vorzeigbar sein sollten? Na, der Nikolaus hat doch in der Nacht eine Schuh- bzw. Stiefelinspektion durchgeführt und wer bei dieser Inspektion bewiesen hat, dass er mit Schuhcreme und Bürste oder dergleichen kleine glanzvolle Wunderwerke vollbringen kann, der hat zur Belohnung für diese nicht mehr überall bekannte Kunstfertigkeit viele kleine süße Dickmacher bekommen.
Okay, wer sich ganz, ganz intensiv etwas anderes als Dickmacher gewünscht hat, der hat eventuell auch Glück gehabt und das bekommen, was er schon immer haben wollte und nie brauchte.

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Unsere pelzigen Vierbeiner wollten nichts Süßes, sie wollten lieber wie dieser Kater aus dem Märchen, kleine, die Pfoten wärmende, Stiefelchen für die kalten Wintertage, ähnlich den Stiefeln hier in der Abbildung.
Keks meinte, sie könnten gern ohne diesen dickbäuchigen Mann darauf sein, aber die Farbe an sich wäre gut. Dann würde ich ihn wenigstens wiederfinden, sollte er einmal im Schnee steckenbleiben, denn alle Welt wüsste ja, dass wir einen strengen und schneereichen Winter bekommen werden und dafür muss ein jeder Katz vorbereitet sein. Den beiden Mädels gefiel das Rot auch.

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Sie aber wünschten sich jeweils noch ein Mützchen in eben dieser Farbgebung dazu. Auch das haben wir hinbekommen. Unsere graue Eminenz hat sich gern als Model zur Verfügung gestellt, damit Ihr wisst, wovon wir hier sprechen.

 So, aber genug gelabert, kommen wir endlich zum Punkt:

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Wir fünf Silberdistels wünschen Euch allen, besonders natürlich den Kindern, auch Katzenkindern, einen schönen Nikolaustag mit oder ohne Dickmacher, die Hauptsache ist, er wird schön.

P.S.: Unsere Torty wollte dann doch noch einen Dickmacher, falls am Ende überhaupt kein Winter kommt und sie Stiefelchen und Mützchen gar nicht braucht. Und schon sind wir wieder bei dem, was man schon immer haben wollte und nie brauchte. So dachte also Torty clever voraus und erklärte mir, dass sie bei einer solch winterlosen Konstellation doch irgendwie um ihr Nikolausgeschenk kommen würde.

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Diesem Argument konnte ich nicht so recht etwas entgegenhalten. Sicher, ich hätte sagen können, sie hätte gar keine Stiefel geputzt. Aber Torty ist nicht dumm, wie sie gerade bewiesen hat. Sie hätte das sofort als Ausrede erkannt und mir sicher geantwortet, dass, wer noch gar keine Stiefel hat, diese auch nicht putzen kann. Wo sie recht hat, hat sie recht.

… und wir Silberdistels sind doch tatsächlich derweil auch im Advent angekommen.

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Kekse habe ich zwar noch nicht gebacken, aber gemütliche Nachmittage bei Kaffee und Kerzenschein gehörten dennoch in unsere Adventswoche und irgendwie gehörte trotz null Backaktivität auch immer ein Keks dazu. Was wäre ein Advent ohne Keks? Wohl dem also, der immer einen Keks im Hause hat – auch ohne aufwendige Backkunst.
Mein Keks ist allerdings von etwas anderer Natur als der gewöhnliche Weihnachtskeks, mein Keks ist etwas pelzig wie guter Rotwein auf der Zunge, andererseits auch recht fusselig und daher würde ich eher davon abraten, diesen Keks wie Rotwein zu behandeln und gar zu verkosten. Unter Umständen könnte das Pelzige schnell in Kratziges umschlagen und wer will das schon?
Mein Keks leistet mir übrigens überall Gesellschaft. So auch, als ich mich jetzt in der Woche mit den restlichen Gartenarbeiten beschäftigte, von denen mich das bis dahin vorwiegend unangenehme nasse und nebelgraue Wetter abgehalten hatte. Plötzlich und unerwartet gab es nun noch einmal eine Schönwettergelegenheit, um endlich die restlichen Gartenarbeiten abschließen zu können.
Mein kleines Moorbeet schrie förmlich nach Winterfestmachung. Die pflanzlichen Fleischfresser waren zum Glück schon vor unserer kleinen Schneekatastrophe hier in meinem Teil des Nordens in den Wintergarten umgezogen, denn nicht alle sind frosthart und es hätte mir in der Seele wehgetan, wenn sie Schaden genommen hätten.

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Und genau bei dieser Winterfestmachung warf sich mir besagter Keks förmlich vor die Füße – pelzig, im dezenten grauen Tigerlook.
Er bot sich mir als Gartenhelfer an und er hatte auch gleich eine durchreißende Idee, als ich davon sprach, das Wasser aus dem Pflanzenfresserbottich schöpfen zu wollen, damit es nicht bei Frost zu Eis gefriert und evtl. dadurch am Ende den Bottich zerstört. Der geniale Keks meinte, er würde das Wasser ganz einfach austrinken und schon wäre mir und dem Moorbottich geholfen.

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So trank er und trank und trank, aber dann stürzte er plötzlich eilig davon und begann kurz darauf, im Freiluftkatzenklo zu scharren.
Er wollte es zwar später nicht zugeben, aber ich denke, er hatte sich mit seinem kühnen Vorhaben dieser Art von Bottichentleerung wohl doch ein wenig übernommen, denn dass aus ihm das viele Wasser auch wieder raus musste, das hatte er wohl nicht bedacht.
Da mein Keks nun erst einmal anderweitig beschäftigt war, musste ich die weiteren Arbeiten am Moorbottich allein ausführen. Ich vermutete, dass mir das mit dem Austrinken des Bottichs wohl auch nicht ganz problemlos gelingen würde und so schöpfte ich das Wasser schließlich lieber mit einem Topf per Hand aus.

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Die beiden vierbeinigen Damen beschäftigten sich, während sich der pelzige Keks im Freiluftkatzenklo amüsierte und ich schwer schöpfend bis zur Erschöpfung arbeitete, mit einer anderen Art von Gartenarbeit. Sie befassten sich schon mal mit der Vogelzählung – gewissenmaßen als Vorübung für die nächste „Stunde der Wintervögel“.

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Über diese Blaumeise gab es allerdings Meinungsverschiedenheiten unter den pelzigen Damen und zwar darüber, wer sie in seiner Zählliste erfassen dürfe.

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Unsere Torty behauptete, die Blaumeise dort an der Hängetasse zuerst entdeckt zu haben. Unsere graue Eminenz war da ganz anderer Ansicht, denn sie hätte die Meise bereits viel früher gesehen. Sie hätte die Blaumeise bereits entdeckt, als diese noch im Roten Hartriegel saß und sich einbildete, sie wäre dort für Katzenaugen unsichtbar.

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Torty müsse sich also für ihre Vogelzählung eine neue Meise suchen.
Wie der Streit ausging, ist mir leider irgendwie entgangen, denn ich ärgerte mich derweil mit meinem Moorbottich herum, den ich nach dem Ausschöpfen mit einer Folie gegen Regen und Schnee abzudecken gedachte.
Als ich nach Herrn Silberdistel rief und um Hilfe beim Festbinden der Abdeckung bat, tauchte der zwischenzeitlich verschollen gewesene Keks plötzlich wieder auf und ging mir mit seiner erneuten Hilfsbereitschaft auf selbigen.

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Er setzte sich nämlich kurzentschlossen mitten auf die Folie und erklärte mit, wir könnten das allein, wir bräuchten den Herrn Silberdistel nicht. Wenig überzeugt von dieser Variante, machte ich mich an die Arbeit. Wenn doch Keks nur hätte stillsitzen können. Aber das gelang ihm irgendwie nicht. Wahrscheinlich drückten die im Bottich verbliebenen Steine zu schmerzhaft auf seinen zarten Katerpopo. Nebenher pfötelte er mir auch noch ständig zwischen den Fingern und am Bindfaden herum, weil er angeblich besser wusste als ich, wie man einen Bindfaden bändigt.
Schließlich musste ich doch Herrn Silberdistel um seine freundliche Mithilfe ersuchen. Keks zog da allerdings beleidigt davon. Er jedenfalls hätte alles im Griff gehabt, nur ich wäre zu ungeschickt gewesen. Aber wenn ich seine Hilfe nicht wollte …
Nun ja, dass mein keksiger Helfer alles im Griff gehabt hatte, das muss ich schon zugeben, aber … aber … Naja, lassen wir das lieber.

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Irgendwann jedenfalls war der Bottich endlich verpackt und damit Keks bei seinen nächsten Sitzversuchen darauf nicht wieder blaue Flecken am pelzigen Hinterteil  bekommt,  wurde er noch mit einer Drahtgeflechtabdeckung versehen – also der Bottich, nicht der Keks. Torty, hier gerade als pelzige Gutachterin tätig, fand unser Gesamtkunstwerk sehr gelungen.

Ach und neben der Arbeit am Moorbottich habe ich es sogar noch geschafft, den Garten vom größten Teil des Laubes zu befreien. Das war eine Arbeit, die erneut das Interesse des keksigen Gartenhelfers weckte, und so war er schnell wieder zur Hilfe bereit. Und während ich harkte und mein Helfer die Blätter, die sich heimlich davonmachen wollten, geschickt wieder einfing, legten wir unseren Bindfadenstreit ganz unauffällig bei.
Sogar unseren Geräteschuppen haben wir noch in schöner Eintracht aufgeräumt. Obwohl wir auch hier mitunter etwas unterschiedliche Ordnungsvorstellungen hatten. Aber man darf nicht immer alles so verbissen sehen. Schließlich ist gleich Weihnachten – das Fest von Friede, Freude, Keks und Gänsebraten. So durfte dann auch Keks ab und zu gern wieder etwas nach unten werfen stellen, dem ich gerade oben einen Platz zugeteilt hatte. Und so haben wir schließlich alles geschafft – irgendwie. Weihnachten darf also kommen.

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In diesem Sinne wünschen wir zwei- und vierbeinigen Silberdistels Euch allen einen schönen und besinnlichen 2. Advent und passt beim Verzehr der Kekse auf – nicht die falschen in den Mund nehmen😉

Naja, okay, ich will mich nicht streiten, die Tanzfläche war wohl doch nach genauerer Betrachtung eher ein Autodach.

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Aber aus der Vogelperspektive erscheint das Dach bestimmt so wie ein kleiner Vulkan, gut, wie ein ziemlich platter Vulkan. Aber so rot wie ein gerade ausgebrochener Vulkan doch allemal. Nicht? Okay, dann für diejenigen, deren Vorstellungkraft für meinen Vulkan nicht ausreicht, eine andere Variante.  Die weniger Fantasiebegabten stellen sich jetzt ganz einfach einen roten Ferrari vor. Genug Feuer unter der Motorhaube den Vogelfüßen? Was? Da erscheint immer noch kein vulkanisches Feuer vor dem geistigen Auge?

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Also dem leichtfüßigen Tänzer hier fehlt es so gar nicht an Vorstellungskraft. Er erweckt ja nun wirklich, zumindest phasenweise, den Eindruck, als tanze er auf einem echt feurigen Vulkan. Er flattert, …

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… hüpft und springt, als hätte er wahrlich Feuer unterm fedrigen Vogelpopo und unter den elegant dahinschwebenden großen Vogelfüßen.

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Während er fröhlich und voller Hingabe auf der so ungewöhnlichen Tanzfläche seinen Tanz vollführt, muss er auf andere gefiederte Tänzer mächtig Eindruck gemacht und auch ihre Tanzlust geweckt haben, denn plötzlich taucht aus dem Geäst nebenan ein weiterer Pseudo-Vulkantänzer auf …

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… und setzt mit kühnem Schwung auf der vulkanischen Tanzfläche auf.

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Ach! Verdutzter Blick unseres Startänzers. Der Neuankömmling ist gar kein Tänzer! Hat sich doch soeben ein Trinker ganz frech auf den Vulkan geschwungen und säuft nun die, für das bessere Dahingleiten auf der vulkanischen Tanzfläche, aufgebrachten Wasserperlen fort.

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So geht es aber nicht! Trinker sind auf dieser Veranstaltung nicht erwünscht. Wer nur trinken und damit tanzflächenzerstörerisch tätig sein will, der hat auf der Tanzfläche nichts zu suchen.

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„Hinfort mit Dir – Du, Du, Du … Sperling!“

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Und schon hat der Tänzer den Trinker in die Flucht geschlagen. Letzterer verschwindet hektisch flatternd in den Büschen.

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Das Tanzbein kann also wieder geschwungen werden. Olé!

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Caramba, mir kocht der Blut! Schwungvolle Drehung! Olé!

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..und Schluss!

“Na? wie war ich? Applaus bitte!“

***

Ach, und dass hier immer von DEM Tänzer die Rede ist, das ist nicht ganz korrekt, höchstens in Bezug auf den Vogel an sich. Natürlich handelt es sich um eine Vogeldame, die hier so gekonnt das Tanzbein schwingt – um die gefiederte Tänzerin Carmen Amsel.
Der Trinker allerdings, der ist in der Tat ein Er. Wir haben es hier mit dem Gewohnheitstrinker Erwin Haussperling zu tun.

Mein Bericht über unseren diesjährigen Wanderurlaub im September in der Rhön war im Grunde genommen mit dem Post über unseren Ausflug zum „Eisenacher Haus“ abgeschlossen. Dennoch schulde ich Euch noch eine Ergänzung. Am Ende meines Beitrags „Zum Herbstbeginn auf zum Fliegerberg“ hatte ich noch von einer weiteren Geschichte gesprochen.

Als wir an jenem Tag von unserer Wanderung zurück waren, haben wir uns den Nachmittag noch mit einem kleinen Sonnenbad auf der Terrasse unseres Ferienhauses versüßt. Später wieder im Haus, ich hatte mich gerade mit meinem PCli häuslich am Tisch eingerichtet und schaute mehr zufällig zum Terrassenfenster, bemerkte ich draußen eine Bewegung.

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Ein hübsches graues Kätzchen geisterte hinten am Terrassenrand umher und schaute vorsichtig zu unserem Fenster. Was mochte in dem kleinen Köpfchen vor sich gehen? Ob sich die Pelznase wohl von den neuen Ferienhausbewohnern eine kleine Futterspende erhoffte? Oder war sie einfach nur neugierig? Egal, wie es war, mein Herz schlägt immer und überall für Katzen und so konnte ich natürlich nicht anders, ich musste später ein paar Wurststückchen auf die Terrasse legen.
Am anderen Morgen schaute ich voller Spannung nach, ob meine milde Gabe einen Liebhaber gefunden hatte. Sie hatte, denn es war alles fein säuberlich weggeputzt. Von da an hatten wir einen pelzigen Mitesser. So dachten wir jedenfalls einen Augenblick lang.

Lächelnd setzte ich mich an diesem Morgen an den Frühstückstisch und befasste mich  mit meinen Frühstücksbrötchen. Ich trank einen Schluck Tee, schaute, mit mir und der Welt zufrieden, zum Fenster hinaus und wollte gerade in mein Brötchen beißen, als draußen auf der Terrasse wieder Bewegung war. Ich vergaß mein Brötchen und schaute interessiert nach draußen. Mist! Warum nur hatte ich nicht gleich auch für unser Kätzchen etwas Wurst auf die Terrasse gelegt? Da war es wieder.
Doch…, doch  was war das? Hatte ich jetzt Sehstörungen? Irgendwie stand der Terrassentisch dort draußen auch noch im Weg und nahm mir die Sicht. Ich musste mich regelrecht verbiegen, weil das Kätzchen genau dort stand, wo mir ein Tischbein mächtig den Blick auf unseren morgendlichen Gast versperrte. Dumm, dass wir ihn abends nicht zur Seite gestellt hatten. Nur, wenn ich dichter ans Fenster gehen würde, würde ich das Kätzchen vielleicht verjagen.
Ich schaute und schaute und machte eine seltsame Entdeckung.

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Entweder hatte unser Gast vom Vorabend mehrere Pelzmäntel im Schrank und trug nun zum Frühstück nicht den einfarbig grauen Mantel wie am Abend zuvor oder aber wir hatten hier einen zweiten pelzigen Mitesser vor uns.

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Dieser trug nämlich einen Mantel im Tigerlook.   Inzwischen war ich mir ziemlich sicher, denn ich hatte die Kamera geschnappt und ihre Technik hatte mir das Kätzchen ein wenig näher herangeholt.

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Es schnupperte und schnupperte immer wieder an der Stelle, an der ich den Abend zuvor meine Wurstspende zurückgelassen hatte.

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Nur leider war davon kein einziges Krümchen mehr übrig, nur dieser herrliche Duft war auf den Steinen zurückgeblieben. So lecker roch es dort.
Das Tigerle machte sich wenig später auf in Richtung unserer Tür. Sicher schnupperte es auch dort noch nach frischen Wurstspuren. Irgendwie tat es mir leid. Sollte ich ganz vorsichtig die Tür öffnen und mit einer Wurstscheibe winken?
Ich war vorsichtig, übervorsichtig sogar, aber das Kätzchen war noch eine Spur vorsichtiger. Als es mich sah, ich muss wohl echt zum Fürchten ausgesehen haben, machte es sich in großen Sprüngen davon.
Da stand ich also mit meiner Wurst und sah nur noch Staub und Katzenhacken. Egal, vielleicht würde das Tigerchen ja zurückkommen. Ich zerteilte die Wurst in kleine Stückchen und legte alles dort nieder, wo das geflohene Kätzchen gerade so hingebungsvoll geschnuppert hatte. Dann ging ich wieder zu meinem Herrn Silberdistel hinein und widmete mich erneut meinem eigenen Frühstück.

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Ich war gerade mit meinem letzten Restchen Tee befasst, als sich draußen auf der Terrasse wieder etwas tat. Unsere graue Schönheit vom Abend zuvor hatte sich nun doch noch eingefunden und sie hatte mehr Glück als das Tigerkätzchen von eben. In rasanter Geschwindigkeit schlang sie dann auch alles, was ich hingelegt hatte, weg.

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Es muss ein kleines Festessen für das Kätzchen gewesen sein, denn es putzte auch noch das aller letzte kleine Wurstfitzelchen weg.

Als wir an diesem Tag von unserer Wanderung zurück waren, mussten wir für uns noch ein wenig neue Verpflegung einkaufen. Dabei wanderten auch ein paar Katzenfutterdosen mit in den Einkaufswagen. Wir wollten unseren beiden pelzigen Mitessern auch an den nächsten Tagen noch Gutes tun.
Die beiden Katzen kamen von nun an allmorgendlich in etwa einer Stunde Abstand zu ihrem neuen Futterplatz. Wir bildeten uns ein, dass beide jeweils das ihnen zugedachte Futter auch bekamen. Schließlich sollte keine der Katzen leer ausgehen. Aber irgendwie lief es dort draußen doch anders, als wir dachten.

Inzwischen war unser letzter Urlaubstag herangerückt. Wir hatten einen wunderschönen Tag verlebt und hatten uns zum Urlaubsabschluss noch ein leckeres Essen im „Eisenacher Haus“ gegönnt. Es war ein rundum schöner Tag gewesen.

Derweil war der Abend herangerückt. Ich war eben fertig mit dem Packen der Koffer und Taschen für die Abreise am nächsten Tag und wollte mich gerade dem Abendessen widmen. Von meinem Platz aus fiel mein Blick wieder einmal zum Terrassenfenster hinüber. Doch was sah ich denn da? Ich glaubte, meinen Augen nicht trauen zu können. Vor dem Fenster spielte sich etwas Erstaunliches ab.

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Dort tummelten sich in trauter Dreisamkeit zwei unserer Mitesser und ein drittes Kätzchen – ein weiteres getigertes Kätzchen.

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Hatte sich der neue Futterplatz in Katzenkreisen schon herumgesprochen oder hatten wir etwa die ganze Zeit bereits drei Katzen gefüttert? Wahrscheinlich war Letzteres der Fall, denn die beiden Tiger sahen sich zum Verwechseln ähnlich. Ich starrte mit offenem Mund auf das Schauspiel dort vor unserem Fenster.

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Die drei Kätzchen schienen sich gut zu verstehen. Sie schmusten miteinander und putzen sich gegenseitig. Irgendwie hatten wir fast den Eindruck, als würde dort draußen extra für uns eine kleine Show abgezogen. Die pfiffigen Pelzbündel legten sich doch so ins Zeug, weil sie hofften, mit ihrer Vorführung der Menschen Herzen dort in dem Haus zu erobern und damit ein kleines Nachtmahl herauszuschlagen. Oder? Also ich bin überzeugt davon.

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Und jetzt sah es nicht mehr so aus, als würde sich auch nur eine der drei Katzen vor uns fürchten. Sie lagen da und schauten immer wieder zum Fenster. Sie wussten also, dass wir jeweils ihren Frühstücks- und Abendbrotstisch gedeckt hatten und sie erhofften sich jetzt offensichtlich noch mehr von uns.

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Dummerweise war das Katzenfutter inzwischen aufgebraucht und unsere eigenen Vorräte sahen auch nicht mehr so umfangreich aus, schließlich würden wir am anderen Tag nach Hause fahren. Wozu da noch Vorräte horten? Wurst hatten wir gar nicht mehr im Angebot, beim Käse sah es noch etwas üppiger aus. Und da ich all das Elend da draußen nicht mehr länger mit ansehen konnte, gab es als kleines Abschiedsessen noch eine ordentliche Portion Käse für die Drillinge. Wenn wir Menschen uns schon ein Abschiedsessen gegönnt hatten, sollten die drei Vierbeiner, die unserem Urlaub doch auf ihre Art etwas Besonderes gegeben haben, auch ihr Abschiedsessen bekommen. Wir vermuteten übrigens, dass es sich bei den drei Katzen um Geschwister handelte, denn sie schienen sich ausgesprochen gut zu verstehen.

Als ich dieses Mal ganz vorsichtig die Tür öffnete, liefen zwei der Katzen zum Ende der Terrasse und drückten sich dort in die am Rande stehenden Büsche. Das dritte Kätzchen, eines der Getigerten, blieb in respektvoller Entfernung sitzen und beobachtete, wie ich drei kleine Käsehäufchen auf die Terrasse schichtete. Als ich mich genauso langsam und vorsichtig, wie ich gekommen war, wieder entfernte, tauchten auch die beiden anderen Kätzchen wieder auf. Der Käse schien ihnen zu schmecken.

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Ich musste sogar noch einmal Nachschlag reichen. An diesem Abend hatten wir noch lange drei pelzige Gäste auf der Terrasse zu Besuch. Wir hatten den Eindruck, sie waren endlich einmal satt und zufrieden.
Es tat mir fast ein wenig leid, dass wir wieder nach Hause mussten. Aber vielleicht würden ja auch unsere Nachfolger im Ferienhaus ein Herz für Katzen haben und ihnen ab und zu ein kleines Zubrot reichen.

Ich könnte hier beinahe weiterreimen: Fast hätt‘ ich es verpennt. Im vergangenen Jahr hatte mich die Adventszeit schon gewaltig überrascht, in diesem Jahr komme ich mir sogar noch viel mehr überrascht vor. Ob meine Zeit so sehr mit Warten auf den goldenen Herbst ausgefüllt war, dass mir gar nicht in den Sinn kam, dass ich schon gleich Plätzchen und weihnachtliche Kuchen backen müsste? Irgendwie stand das alles noch gar nicht auf meinem Plan.

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Als ich am Freitag aus dem Küchenfenster schaute, leuchtete mich von gegenüber ein goldener Weihnachtsstern an. Erstaunt blickte ich auf den Kalender und stellte fest, dass nicht unsere Gegenüber sich in der Zeit vertan hatten, ich war’s, die noch keinen einzigen Gedanken an Weihnachten verschwendet hatte und von wie auch immer gearteter Weihnachtsdekorationen wollen wir gar nicht reden. Doch dem Advent war das völlig egal, der 1. seiner Art drohte überfallartig mit fast sofortigen Ankunft. Wie konnte mir das entgangen sein? Wo kam der Advent so plötzlich her?
Eigentlich wollte ich den auf mich wartenden Wäscheberg endlich bezwingen – Bügeln und Reparieren stand auf meinem Programmzettel für den Freitag. Wieder einmal dumm gelaufen.
Ich wägte hin, ich wägte her und der Wäscheberg verlor, der Advent gewann. Armer Wäscheberg! Ich glaube, Wäscheberge haben es bei mir schwer, sie verlieren meistens. Schlimm ist, dass sie sich gewöhnlich furchtbar rächen. Sie wachsen und wachsen und wachsen. Sie sind wie der süße Brei aus diesem Märchen der Gebrüder Grimm. Wie war das da eigentlich noch mit dem Zauberspruch, der das Überquellen stoppte? Vielleicht funktioniert der auch bei Wäschebergen. Aber egal, der muss erst einmal warten, denn der Advent ist bockig, der hat nämlich beschlossen, es nicht zu tun – also zu warten.

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So fügte ich mich gezwungenermaßen dem in Windeseile nahenden 1. Advent und grub in den Schränken nach weihnachtlichen Sternen & Co. und dekorierte hier und dekorierte dort. Die Katzen fanden das alles sehr lustig und aufregend, d. h. DIE Katze, denn zum Glück war gerade nur unsere graue Eminenz anwesend. Die beiden Jungspunde tummelten sich im Garten und ärgerten die Vögel, die sich eigentlich im Futterhaus gütlich tun wollten. Aber die graue Eminenz schaffte es  auch allein, mich nervös und wuschig zu machen, musste ich doch zeitweilig um meine gläsernen Weihnachtskugeln fürchten.

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„Vorsichtig, Katze, tritt nicht auf den Karton mit den Weihnachtskugel! Ich brauche sie noch und möchte nicht, dass Du sie kaputt machst.“

„Was? Wo soll ich nicht drauftreten, Silberdistel? Was hast Du von einem Karton gesagt? Oh, wie ich Kartons liebe!“

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„Ich spreche von dem da, vor dem Du gerade stehst, Katze.“

„Dann nimm doch die dummen Kugeln raus, Silberdistel, dann kann sie keiner zertreten und ich könnte so schon mal testsitzen in dem hübschen Karton machen. Ach, wie ich Kartons liebe!“

„So, Katze, nun mach mal Platz, ich muss noch den Karton mit der Weihnachtspyramide aus dem Schrank nehmen.“

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„Boahh, Silberdistel, dieser Karton ist viel schöner für mich. Ich glaube, Du kannst den mit den Weihnachtskugeln behalten. Ich nehme diesen oder warte, Silberdistel, in dem Schrank, aus dem Du den Karton genommen hast, da ist doch jetzt Platz. Da könnte es noch viel schöner sein. Ich probiere ihn mal.“

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„Häh, was? Ach was, ich hab‘ nichts zertreten, als ich in die Schrankhöhle geklettert bin. Guck doch, Silberdistel, alles noch heil.“

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„So, Silberdistel, und jetzt lass bloß nicht die Jungspunde rein. Ich muss jetzt ein Nickerchen machen und will nicht gestört werden – von keinem Jungspund. Und Du Silberdistel, sei auch leise! Bevor ich nun ruhe, kannst Du aber noch die Schranktür zumachen. Dann ist es gemütlicher.“

„Hm, ja, und wo packe ich all das hin, was ich jetzt noch nicht brauche, Katze, was erst später zu Weihnachten an den Weihnachtsbaum kommt? Eigentlich sollte das wieder in den Schrank zurück, genau dorthin, wo Du Dich jetzt ausgebreitet hast.“

„Ach, Silberdistel, Dir fällt schon was ein! Und jetzt mach die Tür zu und lass mich schlafen!“

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Tja, so saß dann unsere graue Eminenz in ihrer neuen Höhle und ich, ich dekorierte das Haus weihnachtlich und grübelte nebenher darüber nach, was ich demnächst alles würde backen wollen. Und während ich so darüber nachdachte, fühlte ich mich plötzlich dem Advent ein ganzes Stückchen näher. Ich dachte unter anderem an den hübsch gedeckten Kaffeetisch und die so leckeren Angeber-Muffins. So hatte mich das weihnachtliche Dekorieren wider Erwarten doch noch auf die Adventszeit eingestimmt.

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Also dann, macht ihn Euch gemütlich, diesen 1. Advent. Wir Silberdistels sind übrigens zum Adventskaffee eingeladen, sodass ich also vorerst noch ganz in Ruhe weiter über die zu backenden Kuchen und Weihnachtskekse nachgrübeln kann. Heute werde ich erst einmal genussvoll fremdessen😉 Was es wohl geben mag? Stollen? Pfeffernüsse? Eine nahrhafte Adventstorte? Ich bin ja sooo gespannt! Ich hoffe nur, dass das alles ohne Kalorien gebacken ist😉

Oder doch mehr gemein als schön? Oder gar sowohl als auch? Also, wenn man mich fragt, dann ist sie schön, wunderschön. Aber sie kann auch so gemein sein, ganz schön gemein sogar. Im Moment ist sie eitel, hat sich mehr auf das Schönsein verlegt.
Es ist gerade ein paar Tage her, es war an diesem Wochenende mit den herrlich goldenen Sonnenuntergängen, da ist es mir wieder einmal ganz besonders aufgefallen, wie schön sie ist, meine Lieblingsbirke. Und dass sie Geschmack hat, konnte man an dem besagten Wochenende mehr als deutlich sehen und auch, dass sie sich ihrer natürlichen Schönheit durchaus bewusst ist. So war es also kein Wunder, dass die schlanke Schönheit noch eins draufsetzte und sich die goldenen Zutaten zunutze machte, die Frau Sonne an diesen Tagen in den Abendhimmel gezaubert hatte. Kurzerhand bediente sie sich nämlich an der am Himmelszelt schwebenden eleganten goldenen Abendrobe. Verzückt beobachtete ich ihre allabendliche Verwandlung zur vollkommenen Schönheit.

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Aber nicht nur an den Abenden sah sie betörend aus. Sie versteht es ebenso, sich gekonnt für den bevorstehenden Tag zurechtzumachen.

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Birke im goldenen Morgengewand und Federschmuck im Haar

Wenn ich morgens nach dem Duschen aus dem Badfenster schaue, kann ich zu ihr hinüberblicken und sehen, wie sie sich für den neuen Tag gekleidet hat. Immer wieder lässt sie sich etwas Neues einfallen. Hier und dort ein bisschen Gold in ihrem lang hinunter wallenden Haar und mitunter schmückt sie sich mit einem zusätzlichen Accessoire wie oben auf dem Bild zu sehen, …

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Ein Federschmuck in der Art, wie ihn die Birke gern einmal trägt – Kreation „Nebelkrähe“

… einem grau-schwarz gemusterten Federschmuck, etwa in der Art wie Nebelkrähen ihn zu tragen pflegen.

Mit wissenschaftlichem Namen nennt sich meine Lieblingsbirke übrigens „Bedula pendula“. Wem das zu kompliziert ist, der darf sie auch ganz simpel „Hängebirke“ oder noch treffender „Gemeine Birke“ nennen, denn gemein ist sie neben all ihrer Schönheit nämlich auch, ganz gewaltig sogar. Auch wenn ich sie gerade ganz selbstvergessen bewundert habe, weiß ich doch, dass nicht nur pure Schönheit in ihr steckt. Im Frühjahr kommt, jeder Birkenpollenallergiker wird es wissen, regelmäßig ihre gemeine Ader zum Vorschein, nämlich dann, wenn sie großzügig und erbarmungslos ihren gelben Blütenstaub in alle vier Winde verteilt und mir das Atmen und somit das Leben schwer macht. Wenn sie meint, sie hätte mich da schon wieder einmal mit all ihrer Schönheit zu Tränen gerührt, dann irrt sie in dem Falle ganz gewaltig.
Im Frühjahr hält sich meine Bewunderung für sie doch sehr in Grenzen. Meistens kann ich sie vor lauter Tränen in den Augen eh nicht richtig sehen. Ich weiß gar nicht, warum sie sich da so ins Zeug schmeißt. Naja, vielleicht hat sie zu der Zeit andere Bewunderer als mich. Soll sie, denn dass sie eine Schönheit unter den Bäumen ist, das will ich ihr trotz dieser Frühjahrsgemeinheit ganz neidlos einräumen.

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Birke im nur noch recht dünnen Herbstgewand im November-Abendlicht

Für mich müsste sie nicht so angeberisch mit Blütenstaub um sich werfen. So bewundere ich sie lieber und mit klarem Blick etwas später im Jahr, dann, wenn sie nicht mehr so verschwenderisch mit Pollen um sich wirft, dann, wenn sie ganz fesch in sommerliches Grün gekleidet ist oder noch ein wenig später, wenn sich ihr grünes Gewand langsam herbstlich vergoldet. Selbst dann, wenn nach und nach ihr wallendes Haar dünner und dünner wird, wenn der Herbst es licht macht und sogar im Winter, wenn sie ganz nackt und kahl vor uns steht, ist sie eine tolle Erscheinung.
Warum nur, muss sie im Frühjahr nur so gemein sein? Sie hat es doch gar nicht nötig, auf so gemeine Art auf sich aufmerksam zu machen. Man kann doch gar nicht anders, man muss sie einfach bewundern und ohne diese Gemeinheit im Frühjahr hätte sie bestimmt noch etliche Bewunderer mehr.