Gelbzeugs? Nun, ganz einfach, in diesem Falle war das Grünzeugs nämlich nicht grün sondern gelb. Der Nachbar, der uns schon öfter in der Vergangenheit mit kleinen vitaminreichen Geschenken aus seinem Garten überhäuft hat, pochte in diesem Jahr bereits mehrmals an unsere Tür. Also, um ganz korrekt zu sein, er klingelte, klingelte zweimal – wie es auch der Postmann zu tun pflegt. Inzwischen müssen wir Silberdistels nicht mehr wetten, wer, wenn’s zweimal klingelt, vor der Tür steht. Neuerdings ist es fast immer der Nachbar, selten einmal der Postmann. Aber die Freude über das nachbarliche Klingeln ist mindestens ebenso groß wie die, wenn der Postmann mit einem Paket vor der Tür steht. Herr Nachbar hat allerdings statt Paketen gewöhnlich dieses oben erwähnte Gelbzeugs in der Hand. Er weiß nämlich schon aus den Vorjahren, dass wir sie mögen – seine gelben Zucchini. Und da er in diesem Jahr offensichtlich eine besonders reiche Ernte hat und er und seine Gattin auch nicht mehr als essen können, profitieren sogar wir Silberdistels mächtig von dieser nachbarlichen Zucchinischwemme. So hat sich sogar im Laufe des Zucchinisommers für uns eine Lieblingsvariante aus den zahlreichen Rezeptideen, die ich ausprobiert habe, herausgeschält  und die kommt immer wieder gern auf unseren Tisch. Und bevor die Zucchinisaison vorbei ist, möchte ich dieses leckere Gericht wenigstens rezeptmäßig noch mit Euch teilen. Vielleicht gibt ja auch Euer Garten in diesem Jahr ganz besonders viele dieser gelben oder auch der grünen Früchte her.

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Gefunden habe ich unser neues Lieblingsrezept in einem kleinen Büchlein aus meiner Kochbuchsammlung, einem Büchlein von Reinhardt Hess: „Griechische Inselküche“. Mein Exemplar ist bei Gräfe und Unzer 1998 in der Reihe „GU Küchenratgeber“ erschienen (ISBN 3-7742-2378-5). Auf Seite 24 kann man „Gefüllte Zucchini“ finden. In dem Kochbuch sind meine gelben Zucchini allerdings grün. Wer weiß, vielleicht schmeckt das Gericht mit der grünen Zucchinivariante ja noch viel besser. Aber nein, besser geht eigentlich gar nicht mehr.

So, genug der langen Vorrede, auf in die Küche und losgekocht! Ein wenig weiche ich mit meinem Rezept wieder einmal von der Kochidee aus dem Buch ab. Ich koche schließlich in der Regel nur für zwei Personen. Außerdem war mir die Menge an Gehacktem, die im Kochbuch angegeben ist, etwas dürftig für die Größe der von mir verwendeten Zucchini.

Hier nun meine Zutatenliste:

1 gelbe Zucchini (etwa 600 g)
250 g Gehacktes (Rind/Schwein gemischt)
4 Esslöffel Semmelbrösel
2 Eiweiß
1 Esslöffel gehackte Petersilie
Salz
Pfeffer
1 Zwiebel
2 Esslöffel Butter
1 Esslöffel Mehl
1/2 Liter Hühnerbrühe
2 Eigelb
4 Esslöffel Zitronensaft

Auf denn zur Zubereitung:

Die Zucchini waschen und die Enden jeweils anschneiden. Anschließend wird die Zucchini in etwa 5 cm breite Stücken geschnitten. Ich habe mein gelbes Prachtstück einfach in sechs Teile geteilt. Nun wird das Innere der Zucchiniteile ausgehöhlt und zunächst zur Seite gestellt. Wir brauchen das Innenleben später noch. Die Zucchiniringe, die so entstanden sind, sollten etwa 1/2 bis 1 cm Wandstärke haben. Wir legen auch sie erst einmal zur Seite und widmen uns nun der Zwiebel. Sie wird nach dem Entfernen der äußeren braunen Zwiebelhaut in kleine Würfel geschnitten und darf dann mit den 2 Esslöffeln Butter in einen Schmortopf, der so groß sein sollte, dass er später auch noch die gefüllten Zucchiniringe aufnehmen kann. Die Zwiebeln werden in der Butter etwas angedünstet.

Während nun die Zwiebeln auf kleiner Flamme vor sich hin dünsten (im Kochbuch waren 7 Minuten angegeben), können wir uns der Füllung für unsere Zucchiniringe widmen.
Dazu geben wir das Gehackte in eine Schüssel, fügen die 4 Esslöffel Semmelbrösel hinzu und den Esslöffel gehackter Petersilie. Die Eier werden nun jeweils in Eigelb und Eiweiß getrennt, das Eiweiß darf dann gleich mit zur Hackmischung.

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Das Eigelb jedoch bleibt noch ein Weilchen in Warteposition. Nun das Hack gut mit den anderen Zutaten verkneten und mit Salz und Pfeffer nach Belieben würzen.

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Somit haben wir die Füllung für unsere Zucchini fertig. Hinein also damit in unsere vorbereiteten hübschen gelben Ringe!

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Inzwischen dürften auch die Zwiebeln wunderschön angedünstet sein. Aber da harrte doch noch dieses Innere unserer Zucchini auf seine weitere Verwendung. Seine Zeit ist genau jetzt gekommen. Es wird fein zerkleinert und kommt anschließend zu den angedünsteten Zwiebeln.

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Darauf streuen wir zwei Esslöffel Mehl und rühren diese unter.

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Anschließend wird die Brühe (1/2 Liter) dazu gegeben und noch ein wenig mit Pfeffer und Salz gewürzt. Ich habe Hühnerbrühe verwendet. Sicher geht auch eine andere Fleisch- oder Gemüsebrühe.

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Nun kommt endlich der große Auftritt für die gefüllten Zucchiniringe. Sie dürfen jetzt nämlich mit in unsere Sauce und werden darin bei schwacher Hitze etwa 30 Minuten gekocht.

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Wenigstens einmal zwischendurch sollte man die Zucchiniringe wenden, damit die Füllung am Ende schön gleichmäßig durch ist.

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Sind die 30 Minuten vergangen, die gefüllten Zucchini auf Teller heben und sich dann noch einmal der Sauce widmen. Wer möchte, kann noch ein wenig den Pürierstab schwingen oder die Sauce durch ein Sieb streichen. Ich habe mir das gespart, weil die stückige Sauce durchaus auch so ihren Charme hat.

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Aber nun zum guten Schluss! Wir kümmern uns jetzt nämlich noch um die beiden Eigelb. Wir fügen ihnen 4 Esslöffel Zitronensaft hinzu, verquirlen alles miteinander und geben das Gemisch zur Sauce.

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Ganz vorsichtig noch einmal erhitzen, bis die Sauce bindet – nicht noch einmal kochen. So, das war’s dann schon. Darf ich nun zu Tisch bitten?

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Wer mag, kann übrigens zu diesem Zucchinimahl gern noch gekochte Salzkartoffeln reichen. Wir Silberdistels waren jeweils allein mit den gefüllten gelben Früchten und der herrlichen Zucchinisauce zufrieden.

Also dann, guten Appetit!

So, und nachdem ich Euch nun den Mund wässrig gemacht habe, verschwinde ich schnell wieder in meine Sommerpause. Ich muss kochen. Der Nachbar war noch einmal da … mit einer gelben Zucchini 😉

… und das nicht nur auf dem Kalender, dann sollte man sich auch die Zeit nehmen, um ihn ordentlich zu genießen. Und genau das werden wir Silberdistels jetzt tun. Bei uns ist jetzt Sommer- und Blogpause angesagt.

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Auch Euch wünschen wir einen wunderschönen Rest vom Sommer, freut auch Ihr Euch über die Sonne, die Wärme, die Blumen, das Summen der Insekten, vielleicht auch über das Meer, die Berge und den wunderschönen blauen Himmel darüber. Und ab und zu gehört vielleicht auch bei Euch ein schönes Buch zu einem erholsamen Sommer. Bei mir wäre ein Sommer ohne eine schöne Lektüre draußen im Garten – an meinem Lieblingsleseplatz – undenkbar. Also, habt viel Spaß, erholt Euch gut und bleibt gesund.

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Hier bei uns wird jeder das tun, was ihm am meisten gefällt, unsere pelzige Herrschaft wird sicher ihren beiden Lieblingsbeschäftigungen nachgehen – durch den Garten streifen und zwischendurch immer wieder eine kleine Ruhepause einlegen. Die aber möglichst immer draußen im Garten. Zur Not darf’s auch gern der Wintergarten sein, wobei der mehr Tortys Spezialität ist. Nur unser Keks scheint nie zu schlafen. Er ist fast immer im Laufschritt unterwegs, so, als müsse er immer und überall sein. Für ihn wird dieser Sommerurlaub wohl mehr ein einziger großer Abenteuerurlaub werden. Es gibt ja noch soooo viel zu entdecken. Wer weiß, vielleicht haben wir ja am Ende des Sommers so allerlei Aufregendes, Interessantes und sogar Spannendes zu berichten.
Jetzt aber tauchen wir zwei- und vierbeinigen Silberdistels erst einmal ab in unseren Sommergarten und wer weiß, möglich, dass wir auch das eine oder andere Mal außerhalb unseres Gartens unterwegs sein werden. Wir werden sicher zu gegebener Zeit berichten.
Und wer von Euch jetzt immer noch nicht so richtig auf Sommer, Urlaub und Erholung eingestellt ist, der darf sich ganz schnell noch in unserem kleinen summenden, brummenden, blühenden, bunten silberdisteligen Sommerglück ein Auge, eine Nase, ein Ohr voll Sommer holen. Und falls wir uns unterwegs irgendwo verlieren sollten, spätestens am Ende des Sommers lesen wir uns doch hoffentlich wieder. Macht’s gut bis dahin und macht ihn Euch schön – Euren Sommer!

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… – die graue Eminenz – hat heute Geburtstag. Eigentlich ist es ja unfein, eine Dame nach ihrem Alter zu fragen. Aber bei ihr dürfen wir das sicher tun, denn irgendwann im Leben kommt der Zeitpunkt, da ist frau schon wieder stolz auf ihr Alter. Ob das auch bei Katzen so ist? Bestimmt. Ich gehe jetzt ganz einfach einmal davon aus. Seit knapp 13 Jahren lebt unsere graue Eminenz nun schon bei uns, die, seitdem wir noch eine weitere Katzendame im Hause haben, zur First Lady aufgestiegen ist. Obwohl … als graue Eminenz fungiert sie natürlich nach wie vor.

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„Also, meine liebe Katze, lass Dir recht herzlich von der gesamten Familie Silberdistel zu Deinem 13. Geburtstag gratulieren. Wir wünschen Dir ganz viel Gesundheit und uns und Dir weiterhin viele amüsante gemeinsame Abenteuer.“

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„Heh, Keks, wo bleibst Du denn? Komm schnell, wir wollen unserem Geburtstagskind doch alle gemeinsam gratulieren.“

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„Silberdistel, hilfst Du mir mal?“

„Was soll ich denn machen? Komm doch erst einmal zum Gratulieren.“

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„Naja, das will ich doch. Aber ich möchte unserer grauen Eminenz noch eine Rose zum Geburtstag schenken. Aber ich kann sie nicht pflücken. Sie sticht mich immerzu. Hilf mir mal, Silberdistel. Du hast doch so ein Schneiddingens.“

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„Herzlichen Glückwunsch, liebe graue Eminenz, …

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und hier eine kleine Geburtstagsblume für Dich von Deinem Keks.“

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„Och, Keksilein, nun bin ich aber ganz doll gerührt. Dankeschön, mein Kleiner. Ich mag Dich auch. Ich sag‘ der Silberdistel, sie soll Dir heute eine extra große Portion Thunfisch geben als Dankeschön vor mir.“

Ich hab’s schon wieder getan. Also diese Sache mit dem Schlachtfest in der Küche. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an das Massaker im letzten Jahr.

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Ich konnte einfach nicht widerstehen. Dieses Mal war aber nicht wie damals der Nachbar daran schuld, dieses Mal hat mich eine ehemalige Kollegin dazu animiert. Es begann damit, dass ich nicht ablehnen konnte, als sie mich dazu einlud, in ihrem Garten eine kleine Klettertour zu unternehmen. Ich war echt begeistert über die Einladung, denn schon als Kind bin ich gern auf Bäume geklettert und daran hat sich bis heute nichts geändert. Ein wenig eigenartig ist allerdings, dass ich zwar völlig problemlos auf Bäume steigen kann, aber an steilen Abhängen kann ich nicht stehen, ohne dass mich die nackte Angst packt. Schon seltsam dieser Widerspruch, oder?

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Übrigens begleitete mich mein Herr Silberdistel auf dieser Klettertour. Er allerdings klettert weniger gern auf Bäume. Um so mutiger war es natürlich, dass er mich überhaupt begleitet hat. So durfte ich für meinen Aufstieg sogar die höhere Leiter benutzen. Herr Silberdistel fand es nämlich weitaus angenehmer, festen Boden unter den Füßen zu behalten oder den Boden zumindest noch in erreichbarer Nähe zu haben. Aber es ist ja auch in Ordnung, wenn wenigstens einer aus der Familie auf dem Boden der Tatsachen bleibt. Ich allerdings wollte gern hoch hinaus, musste sogar hoch hinaus. Schließlich sollte diese Kletterei auch einen bestimmten Zweck erfüllen, wir durften nämlich Kirschen ernten – diese kleinen mecklenburgischen, ähnlich denen, die mir im vergangenen Sommer der Nachbar vorbeibrachte und aus denen ich letztendlich in meiner Küche nach einer recht blutigen Aktion diese wunderbare geistvolle Kerschkonfitüre zauberte. Somit wäre also auch erklärt, was das Schlachtfest in meiner Küche mit der Klettertour in fremden Gärten zu tun hat.

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Na, und wenn wir nicht geerntet hätten, dann hätten es ganz sicher Amsel, Star und Co. getan. Meine Kollegin hatte keine Lust mehr auf Kirschen. Sie hatte bereits so viele Kirschen gepflückt, dass sie am Ende schon glaubte, selbst eine Kirsche zu sein.

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Nach einer aufregend schönen Kletter- und Pflückaktion, die mich sehr an meine Kindheit und den Kirschbaum im Garten meiner Großeltern erinnerte, auf dem ich zur Kirschenzeit liebend gern saß und nur so um mich herum aß, zogen wir mit einem Eimerchen voll kleiner leckerer Sauerkirschen wieder von dannen.
Übrigens gab es damals bei Oma mitunter Ärger, weil mein hübsches Sommerkleidchen nach meiner Kletter- und Naschaktion plötzlich ein rotes Tupfenmuster aufwies. Dieses Mal hatte ich gleich ein lila T-Shirt an. Oma hat das bestimmt von ihrem Himmelsplatz aus wohlwollend zur Kenntnis genommen.

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Ein Haselnussbohrer (ein Dankeschön an Jule für die Identifizierung des kleinen Burschen)

Natürlich ging es auch dieses Mal nicht ohne rote Tupfen im Gefieder ab, aber inzwischen ist das ein Problem, mit dem ich ganz allein fertig werden muss.
Als ich schließlich mit meinem zum T-Shirt passenden Eimerchen in unserer silberdisteligen Küche stand, um mich dieser blutigen Entsteinungsaktion zu widmen, entdeckte ich einen winzigen Gast auf dem Eimerrand, den wir scheinbar aus dem Garten meiner Kollegin mitgebracht hatten. Saß da doch ein kleiner Rüsselkäfer. Unsere Kirschenernte war also nebenher für uns sogar noch eine kleine Bildungsreise gewesen und für das winzige Insekt eine wahre Weltreise, denn ein paar Meterli liegen schon zwischen dem Garten meiner Kollegin und unserer Küche.

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Doch genug der Plauderei. Dieses Mal ging die Trennung der Spreu vom Weizen auch nicht weniger blutig vonstatten als im letzten Jahr. Genau genommen ging es dieses Mal sogar noch einen Tick blutroter zu und das eigentlich nur, weil ich etwas vergesslich war. Die Kerschgeistkonfitüre vom vergangenen Jahr enthielt als geheime Zutat einen halben Liter Orangensaft. Beim diesjährigen Einkauf der Zutaten habe ich mich falsch an mein Rezept erinnert und kaufte Kirschsaft statt Orangensaft ein. Nun bin ich nicht nur vergesslicher, sondern auch fauler geworden. So eilte ich nach dem Bemerken der falschen Zutat, was natürlich erst zuhause geschah, nicht noch einmal zurück in den Supermarkt meines Vertrauens. Gekauft ist gekauft.

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Da musste halt der Kirschsaft als Ersatz herhalten. Unter uns, ich glaube, im letzten Jahr war der Orangensaft eine Verlegenheitslösung, weil zufällig im Hause Silberdistel vorhanden. Meiner Kerschgeistkonfitüre der zweiten Generation ist nun der Kirschsaft auch gar nicht so schlecht bekommen. Naja, eigentlich sollte zu Kirschen ja auch Kirschsaft gehören. So ist die diesjährige Konfitüre sogar ein wenig blutroter geworden und auch vom Geschmack her ist sie leicht anders – noch ein bisschen kerschiger. Wir Silberdistels lieben auch diese Variante, wobei auch die andere was fürs Leckermäulchen ist. Aber schließlich will man auch ab und zu etwas Abwechslung auf dem Frühstückstisch haben. Ich werde in Zukunft keine der beiden vernachlässigen.
So, aber nun endlich zum Eigentlichen, zum Rezept meiner diesjährigen Kerschgeistkonfitüre!

Zutaten:

1000 g Sauerkirschen
500 ml Kirschsaft
2 Päckchen Gelierzucker zu je 500 g (2:1)
1 Esslöffel voll Zimt
1 Päckchen Zitronensäure
1 Päckchen Orangenschalen-Aroma oder abgeriebene Orangenschale
Saft von einer Zitrone oder 1 Fläschchen Zitronen-Aroma
1 Fläschchen Rum-Aroma (wer es nicht mag, darf es gern weglassen, weil wir eh noch Rum hinzufügen)
1 Fläschchen Butter-Vanille
120 ml brauner Rum
130 ml Kirschwasser

Zubereitung:

Die Kirschen waschen und von eventuell noch vorhandenen Stielen befreien. Anschließend geht es an diese blutige Angelegenheit – ans Entsteinen der Kirschen.

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Wenn das endlich geschafft ist, ist man auch selbst ziemlich geschafft, dennoch war das erst der Anfang auf dem Weg zur leckersten Kerschgeistkonfitüre der Welt.

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Aber immerhin sind wir bereits soweit, dass wir die Kirschen in einen Topf geben, den Kirschsaft hinzufügen und Zimt, Orangenschalen-Aroma, Zitronensaft, Rum-Aroma und Butter-Vanille ebenfalls dazugeben können.

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Alles etwa 5 Minuten kochen. Wer möchte, kann nach diesem kurzen Kochvorgang die Kirschen mit einem Pürierstab noch ein wenig mehr zerkleinern.

Nun geben wir Zitronensäure, Rum, Kirschwasser und den Gelierzucker hinzu und kochen das Ganze noch einmal nach der Kochanweisung auf der Gelierzuckerpackung auf. In der Regel sind das 3 bis 4 Minuten.

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Und damit haben wir unsere diesjährige Kerschgeistkonfitüre mit großer Kochkunst und viel Geist fertiggestellt.

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Na? Muss man sie nicht zum Fressen gern haben, wie sie dort so steht in ihrer bunt zusammengewürfelten Marmeladenglasversammlung – die überaus leckere Kerschgeistkonfitüre?

Ach übrigens gibt es doch da den Herrn Sommer, der uns neuerdings mit klitzekleinen hübschen Videos die Welt der Literatur zu Füßen legt. Ich hatte bereits bei meiner Vorjahreskerschgeistkonfitürenaktion darauf verwiesen, dass und warum man immer ein Fläschchen Kerschgeist im Hause haben sollte.

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Herr Sommer hat jetzt, sicher extra für mich und meine Kerschgeistkonfitüre, ein Video erschaffen, das in wenigen Minuten die ganze Geschichte mit dem Sensenmann, dem Brandner Kasper und warum man immer einen Kerschgeist im Hause haben sollte, erklärt.
Wer’s schauen mag – so als Vorbereitung für den Fall der Fälle – hier ist sie „Die Gschicht vom Brandner Kasper“ aus „Sommers Weltliteratur to go“ – in nur kleinen 2 Minuten erzählt.

Unserem Keks entgeht so leicht nichts. Die Annahme der Katzenforscher, dass Katzen zwischen 16 und 20 Stunden täglich schlafen, ist meiner Meinung nach ein Irrglaube oder ganz einfach Wunschdenken, Wunschdenken von genervtem Katzenpersonal, das der Katze nie etwas recht machen kann und das sich deshalb sehnlichst wünscht, die Katze würde endlich einmal in einen irrsinnig langen Tiefschlaf fallen und somit nicht mehr mit den unsinnigsten Wünschen und Befehlen nerven. Die Katzenforscher sollten nicht allzu sehr auf das Geplapper von derartig genervtem Katzenpersonal hören und lieber einmal hier bei uns Silberdistels vorbeischauen. Hier werden sie die wahre Antwort auf all ihre offenen Forschungsfragen und somit auch die Antwort auf die tatsächlichen Ruhephasen der Katze finden.

Zugegeben, manchmal träume auch ich wie oben erwähntes Katzenpersonal den Traum von einem fast endlosen Schlaf meiner Herrschaft. Würde er sich erfüllen, dieser Traum, könnte ich wenigstens einmal etwas ganz in Ruhe tun, in Ruhe und vor allem allein und ohne, dass mich dauernd ein pelziges Wesen in meiner Arbeit ausbremst. Aber dieser Traum wird wohl ein Traum bleiben. Ich habe mich damit abgefunden, dass mir stets und ständig auf die Finger geschaut und in die Suppe, oder wie das folgende Beispiel zeigt, ins Wasser gespuckt wird, denn zu mindestens Keks schläft meines Erachtens nach nie. Er schraubt ganz sicher das Durchschnittsschlafbedürfnis der Katzen in ungeahnte Tiefen – gen Null gewissermaßen. Immer und überall ist er hellwach dabei. Aber seht selbst!

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„Brrrrpuuuuuh … brrrrpuuuuuuuh …“

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„Silberdistel, was machst Du da?“

„Wie, was? Katerchen, hast Du nicht eben noch tief und fest geschlafen? Nicht? Komisch, ich dachte, ich könnte endlich mal ohne … Ähem …Was, was ich hier mache? Also ich muss die Tomaten wieder einmal gießen, Katerchen. Sie trinken nämlich nicht nur, sie saufen regelrecht.“

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„Aha! Aber warte mal, Silberdistel, ich muss erst testen, ob das Wasser richtig temperiert ist.“

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„Okay, mein Obergärtner. Und, Katerchen? Alles gut?“

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„Hmmm, ja, nicht übel, Silberdistel.“

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„Dann darf ich jetzt also die Tomaten damit gießen, Katerchen, ja?“

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„Moment, Silberdistel, ich muss noch den Pfotentest machen.“

„Den Pfotentest? Ich dachte, der Zungentest reicht voll und ganz aus und ist wesentlich präziser als ein Pfotentest, Katerchen.“

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„Du verstehst das nicht, Silberdistel. So ein Wassertest ist immer ein Kombinationstest. Ich fühle mit der Zunge die Temperatur des Wassers und mit der Pfote die Wasserhärte.“

„Aha, was Katzen doch alles so können? Keks, Du beeindruckst mich immer wieder. Du bist nicht nur ein Bäcker, Du bist auch ein Wissenschaftler – durch und durch.“

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„Und, hat das Wasser alle Tests bestanden, Keks? Dann könnte ich jetzt nämlich die Tomaten endlich gießen.“

„Ja, mach nur, Silberdistel, das Wasser ist gut temperiert und samtig weich wie Regenwasser.“

„Katerchen, es IST Regenwasser und darum bekommt es auch den Tomaten so gut.“

„Schau mal, was für Riesenfrüchte sich schon entwickelt haben.“

„Boahhh, Silberdistel, das macht allein das Wasser?“

„Naja, Katerchen, wer weiß, was wir da für Wunderwasser haben?“

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„Wunderwasser? Lass mich noch mal schauen Silberdistel. Ich sehe es jetzt plötzlich mit ganz anderen Augen. Ist es das Wasser des Lebens?“

„Wenn Du mich so fragst, Katerchen, in gewisser Weise schon.“

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„Dann nehme ich noch einen Schluck, Silberdistel.“

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„Bestimmt werde ich nun auch so ein riesiger Kater wie die Tomaten riesige Tomaten geworden sind.“

„So, Katerchen, darf ich jetzt endlich die Tomaten gießen?“

„Aber nur, wenn Du die Gießkanne wieder auffüllst, Silberdistel, damit ich jeden Tag mein Wunderwachstumswasser trinken kann. Und wenn es gewirkt hat, dann zeige ich dem dicken grauweißen Kater aber, wo der Hammer hängt. Dann traut der sich nicht mehr so frech in unseren Garten.“

Die „Königin der Nacht“ gehört zur Pflanzengattung der Kakteengewächse. Ihren Namen verdankt sie einer Besonderheit, sie öffnet nämlich ihre Blüten gewöhnlich erst in der Nacht. Diese Nachtschwärmerei teilt sie aber durchaus mit noch anderen Kakteengewächsen. In der Gattung Echinopsis z.B. gibt es ebenfalls solche Nachtblüher und einer von ihnen hat vor einigen Jahren auch in meiner kleinen Kakteensammlung ein Zuhause gefunden – ein „Echinopsis subdenudata“. Seine eigentliche Heimat ist nicht das norddeutsche Flachland, sondern Bolivien, wo er in Höhen um 600 Metern zu finden ist. Wie wir Silberdistels bereits im vergangenen Jahr gemerkt haben, fühlt sich unser pflanzlicher Mitbewohner aber auch in unserem Wintergarten sehr wohl. Wären wir ein wenig aufmerksamer gewesen, hätten wir seine hübsche Blüte bereits im letzten Jahr bewundern können. Leider sahen wir eines Morgens nur noch die kümmerlichen Überreste einer Blüte, die von recht ansehnlicher Größe gewesen sein muss. Ärgerlich, dass ausgerechnet mir das passierte, wo ich mir bis dahin einbildete, meine Pflanzen immer gut im Blick zu haben und mich stets liebevoll um sie zu kümmern. Das war ein Tiefschlag der besonderen Art.

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Als unser „Echinopsis“ nun Mitte Juni erneut mit einer flauschigen Knospe anzeigte, dass er blühen wollte, hatte ich mir fest vorgenommen, dass ich das Spektakel dieses Mal nicht verpassen würde. So fotografierten Herr Silberdistel und ich den Entwicklungsstand der Knospe quasi täglich um die Wette. Außerdem machte ich mich noch einmal klug über diesen Kaktus. Und siehe da, ich fand heraus, dass es unter den Echinopsis sogenannte Nachtblüher gibt. In der Regel sind das die weiß blühenden Arten. Da gab es natürlich bei mir einen Aha-Effekt, denn wie ich im letzten Jahr an den Blütenüberresten noch erkennen konnte, hatte mein Kaktus scheinbar eine weiße Blüte hervorgebracht. Vielleicht also hatte er damals  all seine Schönheit ganz einfach nur in der Nacht offenbart und als wir dann schließlich nach dem Fortschritt der Kaktusknospe schauen wollten, war die ganze Pracht bereits wieder vorbei.

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Dieses Mal würden wir uns aber nichts, rein gar nichts, entgehen lassen. Wir würden uns nicht noch einmal die Geburtsstunde einer Kaktusblüte in unserem Hause entgehen lassen, egal, ob sie zu nachtschlafender Zeit oder vielleicht doch am Tage ihre Äugelein öffnen würde.
Und dann war der aufregende Moment endlich gekommen. Am 10. Juli saßen wir voller Spannung in unserem Wintergarten und ließen den Kaktus praktisch nicht mehr aus den Augen. Aber er machte es wirklich spannend. Da konnte nicht einmal der spannendste Krimi gegenhalten. Eine knappe halbe Stunde vor Mitternacht nahmen wir dann doch erst einmal eine kleine Mütze voll Schlaf. Aber tief und fest schliefen wir Silberdistels beide nicht.

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Mein Herr Silberdistel war fast noch aufgeregter als ich und so schaute  er bereits etwa eine später nach unserem grünen Mitbewohner.
Um 0.26 Uhr (am 11. Juli) öffnet sich mehr und mehr das hübsche Wunder und um kurz nach 1.00 Uhr in der Nacht können wir die Blüte in voller Pracht bestaunen. Als ich mich aus meinem Bett rapple, um nicht am Ende wieder alles zu verpassen, ist das hübsche Kaktuswunder bereits voll geöffnet. Begeistert mache ich etliche Fotos und dann ist für uns endlich Schlafenszeit angesagt.

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Am anderen Morgen lacht uns unsere Kaktusblüte frech ins Gesicht. Wir hätten uns also die Nacht gar nicht um die Ohren schlagen müssen. Aber egal, es ist schon ein Erlebnis der besonderen Art, wenn man so ein kleines Naturschauspiel einmal sozusagen ganz hautnah miterleben kann. Jetzt bei Tageslicht betrachtet, sah die große weiße Blüte noch um einiges prachtvoller aus. Aber die Schönheit war dann am Ende doch nicht von langer Dauer. Sie hielt nicht einmal 24 Stunden. Bereits am frühen Abend des 11. Juli schloss sich der weiße Traum wieder und das Wunder war vorbei. Jetzt gibt es nur noch einen kümmerlichen Rest von der einstigen Schönheit zu sehen – einen dünnen fusseligen Faden. Aber er erinnert uns noch ein Weilchen an die herrliche Blüte eines unserer stacheligen Mitbewohner. Aber wie ich bei meinem kleinen Literaturstudium auch noch erfahren habe, sind Echinopsis generell sehr blühfreudige Kakteen. So denke ich, dass wir, so es dem Kaktus und uns gut geht, vielleicht auch in Zukunft noch öfter so einem herrlichen Schauspiel beiwohnen dürfen.

Scheinbar unauffällig kommt es auf den ersten Blick daher. Recht schlicht gehalten. Die obere Hälfte schwarz. Darauf in weißen Buchstaben das Wort „RASTLOS“.

Weber - Rastlos

Der Anfang – „RAST“ – liegt eng beisammen und hält wohl in der Tat gerade Rast. Dann das „LOS“ – gar nicht mehr so rastend wie die Nachbarbuchstaben. Das „L“ hängt zwar noch ein wenig am „T“, ist aber schon dabei, sich von ihm loszureißen. Das nachfolgende „O“ und das „S“ sind bereits in großen Schritten unterwegs, sie scheinen rastlos nach oben davonzueilen. Rastloser kann rastlos nicht sein.
Wer aber ist so erpicht darauf, nach der Rast schnell und weit fortzukommen? Stefanie Weber? Die, deren in schwarzen Buchstaben gehaltener Name auf weißem Grund das nach oben strebende „Los“ des „Rastlos“ zu unterstreichen scheint? Ist sie diese Rastlose? Und wenn ja, warum ist sie so rastlos? Läuft sie vor etwas davon, eilt sie etwas oder jemandem hinterher oder ist sie auf der Suche, auf der Suche nach dem Leben vielleicht oder dem, was das Leben ausmacht? Ich bin neugierig geworden.

Vor ein paar Tagen las ich im Nachbarblog, in „Zeilenendes Sammelsurium“, einen interessanten Beitrag – „Lesen auf Probe“.  In dem Post, in dem es erstaunlicherweise😉  um Bücher geht, fragt das Zeilenende am Schluss seines Beitrags:  „Wie ist es mit euch? Lasst ihr euch durch Leseproben leiten? Orientiert ihr euch an Empfehlungen von Blogger*innen oder dem Feuilleton? Oder macht ihr es wie ich und greift einfach blindlings zu?“

Zeilenendes Fragen schwirrten mir bei der Vorbereitung dieses, meines „Rastlos-Beitrags“ noch einmal  durch den Kopf. Und da sie das taten, kann ich auch gleich anhand eines praktischen Beispiels diese Fragen beantworten. Da ich ab und zu das Pferd auch gern von hinten aufzäume, möchte ich auf Zeilenendes letzte Frage zuerst eingehen. Also … blindlings, blindlings habe ich sicher schon öfter einmal irgendwo zugegriffen. Meistens erwies sich das als dummer Fehler. Aber bei Büchern passiert mir das zum Glück eher selten. Einerseits, weil mein Bücherschrank eh schon übervoll ist und er sich nicht noch zusätzlich mit Fehlkäufen schmücken muss, denn leider kann ich mich auch von Fehlkäufen oft nur schwer trennen. Andererseits habe ich meine Bücher schon immer gern mit Bedacht gekauft. Zunächst muss mich ein Buch neugierig machen – durch den Autor, den Titel des Buches und/oder durch sein interessantes Cover. Dem aufmerksamen Leser dürfte nicht entgangen sein, dass „Rastlos“ das durchaus durch Cover und Titel geschafft hatte. Aber ein schöner und zum Lesen verlockender Titel und ein ansprechendes Cover sind ja durchaus noch nicht alles. Ein bisschen mehr als nur ein hübsches Gesicht darf es schon noch sein. Also, was sagt denn der Klappentext – so vorhanden? Nicht nur beim großen Buchverkäufer mit dem A am Anfang wurde ich fündig, auch auf Stefanie Webers Blog gescheuchteigel.wordpress.com erfuhr ich, was ich wissen wollte.

Übrigens, um noch einmal auf Zeilenendes Fragen zurückzukommen, aufmerksam überhaupt wurde ich auf Stefanie Weber, weil sie irgendwann einmal hier im „Bücherstaub“ Spuren hinterließ. Das führte mich zu ihrem Blog und dort stolperte ich über diesen Buchtitel „Rastlos“. Ja, liebes Zeilenende, man könnte also sagen, ich habe mich hier durchaus zunächst an der Empfehlung einer Bloggerin orientiert. Aber mehr wollte ich trotzdem noch vor dem eventuellen Kauf des Buches wissen. Ich lese gern ein wenig rein in den Anwärter auf einen Platz in meinem Bücherschrank. Also musste eine Leseprobe her und die ließ mich dann nicht mehr los.

Der Schreibstil gefiel mir außerordentlich gut und nicht nur der, auch die Ansichten der Ich-Erzählerin gefielen mir und irgendwie sogar ihre Gedankensprünge, die erstaunlich oft vorkommen und dem Buch einen ganz eigenen Charakter geben. Ich habe diese Sprünge auch durchaus nicht als lästig empfunden. Sie halten das Buch eher lebendig und es kam mir wie im wirklichen Leben vor, wo man oft gedanklich hin- und herspringt.

Wie man der Biografie der Autorin entnehmen kann, verlief ihr Lebensweg ähnlich dem der Ich-Erzählerin aus dem Buch. Vielleicht begleiten wir Stefanie Weber mit diesem, ihrem Debütroman sogar ein Stück auf ihrem eigenen Lebensweg, folgen ihr durch einen wichtigen Teil ihres Lebens, durch genau den, den wir alle mehr oder weniger suchend durchschritten haben, durch die Zeit, in der man bereits zu den Erwachsenen  zählt, seinen Platz unter ihnen aber noch nicht gefunden hat, durch die Zeit, in der man weder genau weiß, wohin es beruflich gehen wird, noch wohin der Weg partnerschaftlich führen wird. Es braucht halt seine Zeit, bis man im Leben ankommt. Der eine kommt eher an, der andere später. Manch einer sucht vielleicht auch nach vielen Jahren noch immer nach dem, was das Leben ausmacht, nach Erfolg im Beruf, nach einer Schulter, an die er sich in guten wie in schlechten Tagen anlehnen kann, nach dem eigentlichen Zuhause, nach dem, was uns letztendlich glücklich und zufrieden sein lässt. Manchmal dauert es lange, aber irgendwann kommt man an im Leben und dieser kleine Funke leuchtet auch am Ende des Buches von Stefanie Weber auf. Jedenfalls würde ich es so interpretieren.

Fazit: Unbedingt lesen! Für mich ein bemerkenswertes Buch von einer Autorin mit bemerkenswerten Ansichten, Ansichten, die ich in vielem bedingungslos teile. Für mich war genau das durchaus erstaunlich. Bei diesem Buch hatte ich das Gefühl, in vielen Teilen auf einer Wellenlänge mit der Erzählerin zu liegen. Ich konnte ihr Tun und Handeln, ihre Gefühle, ihre Ängste, ihre Sorgen verstehen, in einigen Teilen sogar nachvollziehen und das, obwohl wir nicht zu ein und derselben Generation gehören, denn gerade da gibt es ja oft sehr unterschiedliche Ansichten und Meinungen.
Ich habe mit „Rastlos“ wieder einmal ein Buch in Händen gehalten, das mich ausgesöhnt hat mit vielem, das mir wieder Mut gemacht hat, dass es da doch noch stimmen könnte im allgemeinen Miteinander, in der gegenseitigen Achtung, dass wir doch noch Gemeinsamkeiten haben – egal, wie viele Lebensjahre uns trennen. Und dass diese Gemeinsamkeiten gar nicht einmal so wenige sind.
Und noch etwas war an diesem Buch für mich erstaunlich, nämlich wie spannend und mitreißend Stefanie Weber über ein in gewisser Weise doch ganz normales Leben schreiben konnte. Aber ich glaube, gerade das macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem, gerade deshalb geht es unter die Haut, man fühlt mit – man freut sich mit, sorgt sich mit und man leidet mit, aber man hofft auch mit.

Ein Frage muss ich allerdings am Ende offen lassen, nämlich die, ob „Rastlos“ eventuell nur ein reines Frauenbuch ist oder ob es ein Buch ist, das die männlichen Leser genauso fesselt, wie es mich gefesselt hat. Aber ich denke, das kriegt ihr selber raus, Ihr lesebegeisterten Jungs, oder? Wozu schließlich gibt es Leseproben?😉