… hatten scheinbar die Vögel in meinem Garten, als dieses Mal die „Stunde der Wintervögel“ geschlagen hatte. Für das Wochenende vom 5. bis 7. Januar war von NABU und LBV wieder zur Teilnahme an der bundesweiten Zählung der Federbälle aufgerufen worden.

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Eine Blaumeise als Gast an einer unserer Futterstellen

Ich hatte mir den sonnigen Sonntag für meine Mitarbeit ausgesucht. Sogar meine versierten pelzigen Vogelkenner, d. h. zwei von ihnen – unsere beiden Katzendamen, die graue Eminenz und Torty – hatten einen Blick aus dem Fenster hinab in unseren Garten geworfen – ganz nach dem Motto: Vier bzw. sechs Augen sehen mehr als nur zwei menschliche, die noch dazu mit Katzenaugen nicht vergleichbar sind. So war ich über die Hilfe recht erfreut.

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Torty hat vor, mir bei der Zählung der Federbälle Hilfestellung zu leisten

Als Vorbereitung auf die Zählstunde hatte ich mich nicht nur mit Stift, Papier, Bestimmungsbuch, Fernglas und Kamera bewaffnet. Ich hatte auch alle Futterstellen noch einmal gut gefüllt. Wenn das die gefiederten Gäste nicht anlocken würde!

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Unsere graue Eminenz ist nicht weniger gespannt als ich

Mensch und Tier warteten also voller Spannung auf das, was sich im Garten während der nächsten Stunde tun würde.

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Zwei Schwanzmeisen sitzen ganz kurz an unserer Knödelstation

Ich hatte mich noch gar nicht richtig auf meinem Beobachtungsplatz eingerichtet, als zwei Schwanzmeisen durch den Garten flatterten. Nur kurz ließen sie sich an unserer Knödelstation nieder. Dann waren sie wieder fort. Das fing so schlecht nicht an. Ich war guter Dinge.

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Der Zaunkönig ist auch wieder da – das Foto hier ist allerdings bereits am Neujahrstag aufgenommen

Und dann zeterte plötzlich der kleine Zaunkönig, der bereits seit etlichen Tagen immer wieder an den Futterplätzen auftaucht. Aber warum schimpfte er so erbost? Aufgeregt flatterte und hüpfte er von Ast zu Ästchen. Unsere Katzen konnten nicht der Grund dafür sein, hatten sie doch während der Zählstunde Ausgehverbot. War eine andere Katze unterwegs?

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Nein, keine Katze, ein anderer Vogel war scheinbar zum Störenfried ernannt worden. Dieser Störenfried schien aber auch nicht ganz ohne zu sein. Er war gerade dabei, mit vollem Körpereinsatz eine der Schwanzmeisen von der Futterkette zu vertreiben. Aber was sah ich da? Diese Art von Störenfried müsste doch eigentlich im sonnigen Süden weilen. Oder hatte ich mich jetzt so arg verguckt?

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Der kämpferische Vogel ist tatsächlich eine Mönchsgrasmücke – normalerwiese ist sie ein Zugvogel

Ein Blick durchs Fernglas bestätigte mir, dass es sich um einen Mönchsgrasmückenmann handelte. Er gehört so gar nicht zu den typischen Wintervögeln unserer Gärten. Gewöhnlich verbringen diese Vögel den Winter im sonnigen und warmen Süden. Aber auch unter dem Vogelvolk scheint nicht mehr alles so zu sein, wie es mal war. Bereits im vergangenen Winter war eine Grasmücke in meinem Garten zu Gast.

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Dieser Herr mit der schwarzen Kopfplatte jedenfalls schien sich in meinem Garten völlig zuhause zu fühlen, so sehr zuhause, dass er sogar der Meinung zu sein schien, dass für andere Vögel absolut kein Platz an Futterhaus, Knödelstation oder Futterkette wäre. Er bemühte sich kämpferisch, nicht nur Schwanzmeisen und Zaunkönig zu vertreiben.
Einer Blaumeise erging es wenig später ähnlich wie den beiden anderen vom Futterplatz Vertriebenen. Ständig war Herr Mönchsgrasmücke hinter ihr her.

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Die flinke Blaumeise ist pfiffig und kommt zu ihrem Leckerbissen

Doch die Blaumeise ließ sich nicht so schnell entmutigen. Sie kam trotz Streiterei zu dem einen oder anderen Leckerbissen.

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Sie ist wohl doch ein bisschen zu fix für Herrn Grasmücke

Auch das wenig später auftauchende Rotkehlchen wurde von der Kampfgrasmücke nicht gerade freundlich begrüßt.

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Ein Rotkehlchen taucht auf. Die Mönchsgrasmücke beäugt den Rotbauch misstrauisch

Aber der kleine Vogel mit dem roten Latz ist durchaus ebenso kampferprobt wie die Mönchsgrasmücke. Er ließ sich nicht so schnell abschrecken.

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Keck blieb der Rotbauch sitzen und wenig später landete er auf dem Boden und pickte dort in aller Ruhe Heruntergefallenes auf.

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Ich war also während meiner Zählstunde durchaus beschäftigt, aber viel mehr als der Kampf der kleinen 😉 Titanen tat sich die ganze Zeit über nicht. Eine Amsel tauchte noch kurz auf und in der Nähe waren zwei Elstern, eine Möwe und drei Nebelkrähen zu sehen. Kurz vor Ende meiner Zählstunde flatterten noch zwei Kohlmeisen herbei. Das war’s dann auch schon. Weit und breit kein einziger Sperling, was mich sehr erstaunte. Oft sind so viele von ihnen an den Futterstellen, dass ich Mühe habe, sie zu zählen. Wer weiß, wo sie gerade unterwegs waren.

Später am Abend hörte ich noch Kraniche. Das war ein schöner Tagesabschluss, auch wenn die Kraniche nicht während meiner Zählstunde vorüberzogen. Aber trotz des eher sparsamen Betriebs in meinem Vogelgasthaus habe ich einen interessanten Nachmittag erleben dürfen, konnte ich doch einige eher außergewöhnliche Gäste zählen.
Unser Keks fand das alles allerdings weniger spannend. Vögel vom Fenster aus zu beobachten, ist nicht so sehr sein Ding. Wenn er schon nicht draußen Federbälle zählen darf, dann lieber gar nicht. Da ist eine Mütze voll Schlaf auf der warmen Heizung viel schöner.

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Glück ist eine warme Heizung

… wünschen wir Silberdistels all unseren Lesern für 2018.

Möge es ein interessantes und spannendes, aber auch ein friedliches und vor allem gesundes Jahr werden.

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Wenn wir alle nach dem Rezept von Mutter Goethe handeln, sollte aus 2018 durchaus ein gutes Jahr werden können. Wie wär’s mit einem Test?

Man nehme

Man nehme 12 Monate,
putze sie ganz sauber von Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und Angst,
und zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile,
so dass der Vorrat genau für ein Jahr reicht.

Es wird ein jeder Tag einzeln angerichtet aus einem Teil Arbeit
und zwei Teilen Frohsinn und Humor.
Man füge drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu,
einen Teelöffel Toleranz, ein Körnchen Ironie und eine Prise Takt.

Dann wird das Ganze sehr reichlich mit Liebe übergossen.
Das fertige Gericht schmücke man
mit einem Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten
und serviere es täglich mit Heiterkeit!

 (Katharina Elisabeth Goethe)

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Wir Silberdistels haben zwar nicht geknallt, dennoch sind die bösen Geister hier auch ohne unser Zutun äußerst lautstark in die Flucht getrieben worden. Sogar unsere graue Eminenz, die bereits etliche Silvester miterlebt hat, hat sich dieses Mal um Mitternacht lieber hinter Herrn Silberdistels Couch zurückgezogen. Es muss wohl nicht nur für mich gefühlt etwas lauter als die Jahre zuvor gewesen sein.
Na, und unsere arme Torty war schon ab dem späten Nachmittag nicht mehr zu sehen. Sie hat sich in weiser Voraussicht gleich den besten Platz, nämlich den unter den Schubkästen meines Schreibtisches, gesichert.

So konnte ich nur noch unserem Keks die Pfote halten. Aber er war stark und hat die Knallerei mit mehr oder weniger Fassung getragen. Trotzdem war ihm der dunkle Flur um Mitternacht der liebste Ort.

Mein neues Jahr begann übrigens gleich mit zwei freudigen Ereignissen. Als ich heute Nachmittag zusammen mit der grauen Eminenz einen vorsichtigen Blick in meinen Garten wagte, …

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Unsere graue Eminenz bei einem kurzen Neujahrsspaziergang im Garten

… wurden wir beide lautstark beschimpft. Zum Glück waren es keine Knallgeräusche wie die um Mitternacht. Im Vergleich zu dem mitternächtlichen Lärm waren diese Schimpfkanonaden eher wie Musik für unsere Ohren. Wobei … für die Katze sicher aus anderen Gründen als bei mir 😉
Das Gezeter kam von mehreren Federbällen, die gerade ihren Nachmittagsimbiss an einem unserer Futterhäuser bzw. an der Knödelstation einnehmen wollten.

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Zaunkönig

Ganz standesgemäß saß keck ein winziges Vögelchen auf unserem Gartenzaun und tat lautstark seinen Unmut über unser Erscheinen kund. Der kleine Kerl war ein Zaunkönig. Wahrscheinlich aber schimpfte er mehr mit meiner vierbeinigen Begleiterin als mit mir.

Als die Katzendame kurz zum Nachbarn abtauchte, flatterten plötzlich zwei weitere Vögelchen fast direkt vor meiner Nase herum. Wie gut, dass ich die Kamera dabei hatte.

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Schon öfter waren die beiden Schwanzmeisen in den letzten Tagen an unseren Futterstellen zu Besuch. Aber jedes Mal waren sie schneller wieder fort, als ich die Kamera zur Hand hatte.
Gut, die Qualität der Bilder lässt durchaus zu wünschen übrig. Aber kurz nach 16 Uhr dämmerte es bereits. Ich bin froh, dass die Fotos überhaupt noch erkennen lassen, wer unserem Gärtchen einen Besuch abgestattet hat.

Na, das war doch schon mal ein guter Jahresbeginn, oder? Hoffen wir, dass es so spannend und interessant weitergeht.

***

Hier im Blog wird es aber erst einmal für ein Weilchen etwas ruhiger. Mein alter PC macht mir schon eine Weile Sorgen. Er hat angedeutet, dass er in den Ruhestand möchte. Sein Nachfolger steht nun bereit und wartet auf seinen Einsatz. Gewöhnlich braucht es aber etwas Zeit, bis man alles wieder so eingerichtet hat, wie man es gern hätte. Ich hoffe, mit Herrn Silberdistels Hilfe dauert mein Fernbleiben hier nicht allzu lange. Macht es also vorerst gut und nehmt Euch für den Start ins noch jugendliche Jahr das Rezept von Mama Goethe zu Herzen 😀 😉

Vom Prinzip her verliefen unsere Weihnachtstage recht nett und entspannt – bis auf … Nun ja, ein paar kleine Pleiten, ein bisschen Pech und die eine oder andere Panne gaben sich dennoch die Hand.

Dsc06787Es begann damit, dass ich am Nachmittag des Tages vor Heiligabend unser Nadelbäumchen aus dem Garten hinüber an seinen Platz in unser Wohnzimmer stellen wollte. Voller Tatendrang schaute ich vom Wohnzimmerfenster aus hinaus auf das Bäumchen. Etwas Hilfe würde ich für die Umsetzung wohl brauchen. Herr Silberdistel musste her. Ich atmete eben tief ein, um meinen Gatten lautstark herbeirufen zu können, als mir bei einem erneuten Blick auf den Baum abrupt der Atem stockte. Mein Gott, wo, wo endete nur die Spitze des ehemals kleinen Bäumchens? Ich schaute irritiert hinaus in den Garten, dann hoch zum Wintergartendach, das nur unwesentlich niedriger ist als unsere Wohnzimmerdecke. Das Bäumchen aber ragte etliche Zentimeter über das gläserne Dach des Wintergartens hinaus. Wie konnte mir das bisher entgangen sein? Oder lag hier eine der berühmten optischen Täuschungen vor? Ich schaute noch einmal und noch einmal, einmal aus diesem, dann wieder aus jenem Winkel. Das Ergebnis blieb unverändert. Schließlich ging ich hinaus, blickte langsam und ein bisschen furchtsam am Baum empor. Mein Gott, er endete ja überhaupt nicht. War er nicht fast doppelt so groß wie ich selbst? Warum nur war mir das nicht bereits aufgefallen, als ich ihm seine neue Lichterkette umhängte? Ich muss irgendwie betriebsblind gewesen sein. Mir würde wohl nichts anderes übrig bleiben, als vor der geplanten Umsetzung zunächst seine exakte Höhe festzustellen.

Einigermaßen irritiert über die Steine, die mir so unerwartet in den Weg gerollt waren, eilte ich zurück ins Haus und wenig später mit einem Zollstock bewaffnet wieder in den Garten. Zuletzt hatte der Baum Weihnachten 2015 festlich geschmückt in unserem Wohnzimmer gestanden. Mein Gott, wie schnell die Kleinen doch groß werden! Dass Kinder das können, habe ich bereits mehrmals erfahren. Aber dass mir auch mein kleines Bäumchen, das ich einst samt Topf locker unter einen Arm geklemmt nach Hause getragen hatte, das antun würde, fand ich nahezu unbegreiflich.
Wenig später sprach mein Zollstock Bände. Unser eben noch so kleines Weihnachtsbäumchen war um 20 cm zu groß für unser Wohnzimmer. Was nun? Ob Herr Silberdistel Lust hatte …? Nein, er hatte keine Lust, wie meine bescheidene Nachfrage ergab. Und ich? Ich hatte auch keine Lust, mich jetzt noch nach Weihnachtsbaumsuche auf den Weg zu machen, d.h. … Moment mal … Und schon stand ich erneut draußen im Garten und schaute auf ein winziges spirreliges Etwas. Nun ja, es war ein wenig dürftig benadelt, aber immerhin benadelt. Es war fast noch ein Baby. Zwischenzeitlich, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, hatte ich es sogar recht stiefmütterlich behandelt. Es hatte zu lange in einem äußerst winzigen Topf ausharren müssen und so sah es halt wegen des zu langen Ausharrens in seinen zu kleinen Schuhen besonders mickrig aus. Aber immerhin war es ein Nadelbäumchen. Ob ich mein stiefmütterliches Verhalten wieder gutmachen könnte – mit einem ganz speziellen Vorschlag? Oder würde es sich, immer noch beleidigt, empört von mir abwenden? Egal, ich fragte es einfach. Ich fragte, ob es Lust hätte, sich schick weihnachtlich herausputzen zu lassen und uns Silberdistels als Weihnachtsbäumchen zu dienen? Welche Frage? Natürlich, und wie es Lust hatte. Es plusterte sich vor lauter Stolz richtig auf wie eine kleine Henne und sah gleich gar nicht mehr so mickrig aus.

Und so kam es, dass ein stolzes kleines Babynadelbäumchen uns vor einer Beinahe-Weihnachtsbaumpanne errettete. Es ist übrigens ein echtes Rhöner Nadelgehölz – aus dem Samen eines aus dem Urlaub mitgebrachten Fichtenzapfens gezogen – von mir selbst. Das Bäumchen trug mir nicht länger mein stiefmütterliches Verhalten nach. Es gab einfach alles und rettete mit seinem kleinen bescheidenen, aber dennoch wunderfeinen Glanz unser Weihnachtsfest.Dsc06854

„So ein Mist aber auch! Wie konnte das nur so schiefgehen? Irgendwie muss es doch wohl zu schaffen sein, den Silberdistels die Weihnachtstage zu verderben!“, dachte sich die Panne beim Anblick des winzigen Ersatzweihnachtsbaumes und holte sich flugs bei Kollegin Pleite Rat. Die Pleite grinste auch sogleich listig und flötete der Panne ins Ohr, sie hätte bereits Vorsorge getroffen. Es würde schon noch einiges schiefgehen. Sie, die Panne, könne sich ganz darauf verlassen.
So kam es, dass uns zwar ein niedliches und bezauberndes Bäumchen aus der Baumpatsche half, aber ein Teil der Geschenke, die unter dem Weihnachtsbäumchen liegen sollten, reisten nicht an. Drei von ihnen hatten sich auf dem Weg zu uns von Frau Pleite irgendwie aufhalten lassen. Der heilige Abend war rechtzeitig da, sogar stilgerecht mit Bäumchen, nur diese drei Schlendriane waren nicht zur Stelle. Aber Not kann bekanntlich nicht nur einmal erfinderisch machen. Und so bastelte ich eilig einige Gutscheine zusammen und legte diese mit viel Liebe unter unser Bäumchen. Wie war die Pleite da sauer, als sie das sah! Aber sie versprach der Panne, noch eins drauflegen zu können. Eine Pleite würde so schnell nicht aufgeben.

Die Panne murmelte sich etwas in ihren nicht vorhandenen Bart, war sie doch recht unzufrieden mit der Arbeit der Pleite, und rief sicherheitshalber lieber noch das Pech zu Hilfe. Viel hilft vielleicht am Ende doch viel, sagte sich die Panne.

Das Pech zierte sich natürlich nicht lange und gesellte sich auch sogleich, noch am Abend des 1. Weihnachttages, an meine Seite. Ich stand gerade mit Rührschüssel und Handrührgerät bewaffnet in der Küche und werkelte an einem Brötchenteig für das Frühstück am nächsten Morgen herum. Das Pech blickte mir neugierig über die Schulter und bemerkte, dass umgehendes Handeln angesagt war. Der Teig schien fast fertig zu sein. Und knacks … hatte das Pech unverzüglich zugeschlagen. Ein Knethaken war mit einem trockenen Knackgeräusch durchgebrochen – einfach so, ohne Vorwarnung. Mit offenem Munde starrte ich auf den zweigeteilten Knethaken. Alles hätte ich erwartet, dass das Getriebe seinen Geist aufgibt oder die Knethaken sich unerlaubt aus ihrer Halterung entfernen, aber nicht, dass ein Knethaken einfach abschert. Mittlerweile durch unvorhergesehene Ereignisse bereits ein wenig abgehärtet, klaubte ich den Knethakenrest aus der Schüssel, begutachtete kurz den Brötchenteig, befand ihn einfach für gut, auch wenn er noch ein paar Knetgänge hätte gebrauchen können, bedeckte die Schüssel mit einer Folie und stellte mein Werk zum Gehen zur Seite. Ich würde mir nicht von einem Knethaken die Laune verderben lassen. Das Pech schaute mich fassungslos an und später ebenso fassungslos auf die trotz Sabotage perfekt gelungenen Frühstücksbrötchen.

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Die Pleite jedoch sprach zu den Damen Panne und Pech: „Wartet es nur ab, wir kriegen sie noch!“

Und so zog langsam der zweite Weihnachtstag ins Land. Wir Silberdistels hatten noch ein gemeinsames Mittagsessen mit unserem Sohn geplant und anschließend einen Weihnachtsbesuch bei meinem Mütterchen.
Huch, ich musste ja schnell noch die Geschenke einpacken, denn ohne Geschenke kein Weihnachtsbesuch. Aber das würde ich alles noch locker gebacken kriegen. Ich suchte eilig Weihnachtspapier und Geschenkband zusammen und schon war alles eingepackt. Doch dann … da war doch noch was? Ich schaute auf meine zwei Päckchen und dabei beschlich mich ein ungutes Gefühl. Es sah irgendwie aus, als würde noch etwas fehlen. Richtig! Es fehlte der Küchenkalender, den wir schon seit vielen Jahren fast traditionsgemäß an meine Mutter verschenken. Sie wartet regelrecht auf dieses Geschenk, in das sie alle wichtigen Termine eintragen kann und das sogar noch nette Rezepte parat hat. So eilte ich in mein Zimmer, um mit einem Griff besagten Kalender zur Hand zu nehmen. Aber, aber … wo war er nur? Lag er nicht eben noch deutlich sichtbar auf meinem Schreibtisch? Ich wühlte hier, ich wühlte da – nichts. Lag er vielleicht bei den anderen Kalendern unten auf dem einen Bücherregal? Nein, dort war er auch nicht. Vielleicht im Schrank im Schlafzimmer? Weder dort, noch sonst wo war dieser blöde Kalender.
Mein Blutdruck eilte in ungeahnte Höhen. Herr Silberdistel getraute sich schon gar nicht mehr, mich anzusprechen, musste er, nach meinen Rumpelstilzchentänzen zu urteilen, doch befürchten, ich könne mich ebenso wie dieses Männeken vor lauter Ärger über meine eigene Dummheit mitten hindurchreißen und anschließend in Luft auflösen. Wie käme er dann zu seinem Mittagessen?

Der Verzweiflung bereits recht nahe, fiel mein Blick rein zufällig auf die Uhr. Mein Gott, hatte ich die ganze Zeit etwa mit der Sucherei verplempert? Unser Mittagsgast würde gleich aufschlagen und ich hatte noch nichts vorbereitet. Egal wo sich der Kalender versteckte, ich musste mich jetzt schnellstens um das Mittagessen kümmern.

Köcheln kann mitunter recht entspannend sein. Ich merkte bald, dass zumindest mein Blutdruck das so sah und sich erlöst auf den Normalwert zurückfallen ließ. Sogar mein zuvor noch rauchender Kopf hatte sich abgekühlt und schlug mir vor, doch einfach einen anderen Kalender mitzunehmen. Ich hatte glücklicherweise den Geschenken von Apotheke & Co. nicht widerstehen können und somit reichlich Auswahl.
Andererseits waren es noch ein paar Tage bis zum Jahresende. Vielleicht würde der Vermisste doch noch rechtzeitig wieder auftauchen. Ich war sicher, er lag irgendwo ganz offensichtlich und unübersehbar herum.

Auch wenn ich ein weiteres Mal den drei Unglücksdamen die Stirn geboten hatte, ein bisschen hatte die Pleite mich an diesem Tag doch am Haken gehabt. Aber immerhin hatten mir die Damen nicht auch noch in die Suppe gespuckt. Diese Chance hatten die drei verpasst. Das Essen, Reh-Medaillons mit Schupfnudeln und Buttergemüse und anschließendem Eis, war durchaus gelungen. Und der Rest des Tages verlief so übel auch nicht. Mein Mütterchen sah die Kalendersache recht entspannt und freute sich auch über das Ersatzstück. Wahrscheinlich zweifelten Pleite, Pech und Panne am Ende selbst ein wenig an ihrer Kunst und vor lauter Ratlosigkeit ließen sie mich den Rest des Tages in Ruhe, sodass ich ihn ganz entspannt mit meiner Familie genießen konnte.

Ich ahnte allerdings nicht, dass die drei gehässigen Unglücksdamen so schnell dann doch nicht aufgeben würden. Sie hockten nämlich immer noch in unserem Haus zusammen und schmiedeten Pläne. Das Pech führte dabei den Vorsitz und sprach selbstsicher und gehässig aus: „Einen, einen hab ich aber doch noch!“

Auch wenn es nicht mehr ins Weihnachtsgeschehen reinhaute, das war dem Pech herzlich egal, wichtig war, dass es überhaupt noch einmal reinhaute.
So klopfte mir das Pech dann schnell noch am nächsten Morgen auf die Finger, just in dem Moment, als ich am Abwaschbecken stand und Herrn Silberdistels Lieblingsallroundglas abzuwaschen gedachte. Das Pech schlug einmal kurz und knackig auf meine Finger und schon sauste das Glas aus meiner Hand und schlug mit einem Klirrlaut hart im Abwaschbecken auf. Zart besaitet wie es war, zerbrach es in viele kleine Einzelteile. Eines davon biss mir sogar noch heftig in den Finger. Ich hörte das Pech schallend laut hinter mir lachen, wusste es doch, dass Herr Silberdistel unlängst voller Stolz auf dieses Glas gewiesen hatte, eines der letzten in unserem Bestand, das noch, wie es vor Urzeiten einmal üblich war, einen Eichstrich trug. Entsprechend betrübt war mein Herr Silberdistel natürlich, als ich ihm mein Pech beichtete.

Irgendjemand muss am Ende aber doch Mitleid mit mir gehabt haben. Vielleicht hatte das Glück auch inzwischen seinen Weihnachtsschlaf beendet und bemerkt, wie mir dieses gehässige Dreiergespann das Leben schwergemacht hatte. Vielleicht fühlte es sich gemüßigt, einen kleinen Ausgleich zu schaffen.

Jedenfalls saß ich an jenem Morgen nach Weihnachten an meinem PC und grübelte noch einmal über den verschwundenen Küchenkalender nach. Ich hatte ihn damals zusammen mit einigen anderen Büchern in einer Online-Buchhandlung bestellt. Was waren das noch für Bücher? Hatte ich eventuell alles zusammen weggelegt? Wenig später hatte ich über mein Konto bei der Buchhandlung erfahren, dass es sich um einen Roman und ein Brotbackbuch gehandelt hatte. Ob der Kalender bei dem Backbuch …? Ich hatte den Satz noch nicht richtig zu Ende gedacht, als rechts von mir eine kleine Ecke von so etwas wie geriffeltem Packpapier aufblitzte.

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Es schaute keck unter zwei Rechnungen hervor, die ich dort zum späteren Abheften abgelegt hatte. Neugierig zupfte ich an der braunen Ecke und was kam zum Vorschein? Richtig, der gesuchte Kalender.

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Ende gut – und FAST alles gut 😉 – fast,
denn die drei bummelnden Geschenke sind noch immer nicht eingetrudelt.

Apropos Ende – auch das alte Jahr nähert sich seinem Ende. So will ich doch jetzt gleich noch die Gelegenheit nutzen und allen, die bis zum Ende meiner Weihnachtsgeschichte durchgehalten haben, einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen.

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Wir Silberdistels werden es uns bei einem Glas Wein oder/und Sekt gemütlich machen. Unser Keks steht uns da in nichts nach. Auch er liebt die Gemütlichkeit und den Wein. Nein, nein, weder er noch wir sind Trinker, d.h. wir dann irgendwie schon eher als er. Er hat eine ganz andere Liebe zum Wein entwickelt – eine die mehr mit dem Drumherum um den Wein zu tun hat. Es ist Liebe zum Weinkarton. Die ist allerdings recht intensiv, wie man sehen kann. Na, und den kleinen Ball mag er mindestens ebenso wie die tolle Weinkiste.

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Wenn’s am Silvesterabend um Mitternacht überall knallt und kracht, wird dieses vergnügliche Spiel vielleicht ein abruptes Ende finden. Aber wir Silberdistels sind ja da und halten bei Bedarf unseren pelzigen Mitbewohnern die Pfoten. Euch halte ich nicht die Pfoten, aber ich drücke die Daumen, dass das kommende Jahr ein überaus Gutes für Euch wird.

Kommt also gut dort drüben an in 2018 und geht bitte möglichst sämtlichen Pleiten, Pechs und Pannen aus dem Weg. Ich halte uns allen die Daumen, dass wir diesem fiesen Dreigestirn 2018 gar nicht erst begegnen. Auch um Krankheiten und all die anderen Miesmacher dieser Erde machen wir alle einen großen Bogen, versprochen? Also, habt ein gutes, ein gesundes, aber auch ein abwechslungsreiches und spannendes  2018!

Und ich freue mich auf ein Wiederlesen in 2018! Also, bis bald!

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… und wir Silberdistels verabschieden uns nun in eine kleine Weihnachtspause. Es gibt noch ein wenig vorzubereiten, aber die meiste Arbeit ist getan.

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Die Geschenke sind derweil alle verpackt – unser vierbeiniger Keks ging mir dabei ja fleißig zur Hand.

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Mit Plätzchen sind wir auch gut versorgt. Ich habe gerade noch einmal Nachschub, Mokkakekse, aus dem Ofen geholt.  Nur die Weihnachtstorte wartet nun noch auf die Zauberkunst der Hausfrau.

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Alles in allem können wir uns also schon fast entspannt zurücklehnen und uns auf die gemeinsamen Tage mit der Familie unterm Weihnachtsbaum freuen.

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Was mögen unsere vierbeinigen Mitbewohner dieses Mal wohl zu unserem Weihnachtsbaum sagen? Eigentlich sollten sie ihn gut kennen, steht er doch sonst in einem Topf in unserem Garten.

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Der Platz unter dem Baum ist nämlich einer der Lieblingssitzplätze unserer Vierbeiner dort draußen – etwas erhöht und mit guter Rundumsicht. Die Deckung von oben ist sicher auch ganz nach ihrem Geschmack.

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Ich bin äußerst gespannt, wie speziell unsere beiden Jungspunde auf die Umsetzung ihres Garten-Stammsitzplatzes in unser Wohnzimmer reagieren werden. Im vergangenen Jahr waren wir Silberdistels zum Weihnachtsfest nicht daheim. So blieb der Baum draußen, wenn auch geschmückt mit Lichterkette.

Ob sich unsere beiden jungen Plüschlöwen noch an ihr erstes Weihnachten hier bei uns erinnern? Die kleinen Diebe stahlen immer mal wieder eines der winzigen Holzspielzeuge, die am Baum hingen. Wie konnten wir sie auch so provozieren und ihnen solch zappeliges und klimperndes Spielzeug vor die neugierigen Pelznasen hängen?

Schau’n wir also mal, wie unsere Katzenweihnacht in diesem Jahr abläuft, denn Spielen steht noch immer hoch im Kurs bei ihnen, wie die folgenden Bilder von unserer tobenden Torty beweisen dürften. Sie war so schnell unterwegs, dass die Kamera bei dem noch dazu sehr diffusen Licht gar nicht hinterher kam.

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Lassen wir uns also überraschen.

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In diesem Sinne Euch allen einen schönen vierten Advent und natürlich einen fröhlichen und spannenden Heiligabend. Lass Euch schön beschenken und genießt es, wenn Eure eigenen Geschenk Freude bereiten.

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Vor allem aber wünschen wir Euch wundervolle gemütliche Stunden mit Euren Lieben daheim oder wo immer Ihr die Weihnachtstage verbringen werdet.

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Habt viel Spaß miteinander und genießt die Gemeinsamkeit.

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Macht’s gut und bis bald. Wir lesen uns wieder – spätestens Anfang nächsten Jahres – bei Euch oder vielleicht auch hier bei uns – wenn Ihr mögt.

Fast täglich hören und sehen wir sie noch oder wieder – jetzt im Dezember. Erstaunlich, oder? Die meisten von uns denken sicherlich, dass sie bereits längst im sonnigen Süden weilen und sich dort die Sonne auf den Schnabel scheinen lassen. Wovon ich überhaupt spreche? Die Rede ist von Kranichen. Doch so erstaunlich wie es scheint, ist es wohl doch nicht, denn wie sich herausgestellt hat, überwintern alljährlich mehrere Tausend von ihnen auch in Deutschland. Wer mehr über die Zugrouten und Überwinterungsgebiete der Kraniche wissen möchte, kann das hier nachlesen. Ich finde es durchaus interessant. Es ist also gar nicht so ungewöhnlich, dass wir Silberdistels sie auch jetzt, kurz vor Weihnachten, immer wieder hören und sogar zu Gesicht bekommen.

Am vergangenen Dienstag sind mir tatsächlich noch ein paar Bilder geglückt, wenn auch nur welche, die mehr einem Schattenspiel gleichkommen. Der Tag war einerseits noch nicht sehr weit vorangeschritten, er befand sich fast noch im Dämmerzustand. Andererseits war er einer dieser Spätherbsttage, die den ganzen Tag über nicht über diesen grauen Zustand hinauskommen. Umso märchenhafter empfand ich den Gesang der Kraniche, die über unser Haus hinwegzogen. Gibt es ein schöneres Geschenk jetzt in der Weihnachtszeit?

Egal, ob sie zu den Kranichen zählen, die den Winter hier bei uns verbringen, oder ob es sich noch um Durchreisende, die etwas spät dran sind, handelt, sie sind Balsam für die Seele und bringen Licht in diese nasskalte und dunkle Jahreszeit. Vielleicht habt Ihr genauso viel Freude am Anblick der Vögel des Glücks wie ich. Wie gern teile ich dieses Geschenk der Natur mit Euch. Mögen sie uns allen ein wenig Glück bringen.

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Aber nicht nur Kraniche hat die Natur jetzt im Dezember noch im Gepäck. In meinem Garten gibt es sogar an einigen geschützten Stellen ein wenig Farbe. Eine Kletterrose zeigt stolz die vielleicht letzte Blüte in diesem Jahr, …

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… und auch der Bachnelkenwurz hat noch einmal etwas Farbiges aus dem „Ärmel“ geschüttelt.

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Bachnelkenwurz

Unser Wintergarten ist natürlich der Knüller. Die Geranien blühen immer noch, obwohl ich sie schon eine ganze Weile nicht mehr gieße. Sie haben einfach noch keine Lust auf Winterruhe.

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Geranienblüte

Aber auch meiner Hochstammfuchsie ist so gar nicht nach Winterschlaf zumute. Sie schiebt fast fleißiger Knospe um Knospe als im Sommer.

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Und meine Kamelie darf natürlich in dem Reigen nicht fehlen. Sie ist sehr früh mit der Blüte dran dieses Mal. Offensichtlich hat ihr der Sommerurlaub im Garten trotz fehlender Sonne gut gefallen. Vielleicht war es auch gerade das, denn pralle Sonne ist ohnehin nicht so ganz ihr Ding. Sie mag mehr die dezente Sonneneinstrahlung.

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Kamelie

Aber auch sonst zeigen sich unsere Wintergartenbewohner eher weniger vom Winterschlaf befallen. Das Alpenveilchen steht in voller Blüte. Auch das hat seine Ruhephase, die Sommermonate, draußen im Garten an einem schattigen Plätzchen verbracht.

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Alpenveilchen

Und dann gibt es dort noch die Frühblüher, die schon ein wenig neugierig von ihren Töpfen aus in die Welt schauen. Wobei auch die Frühblüher draußen im Garten bereits mit grünen Spitzen aufwarten.

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Kurz und gut, in unserem Wintergarten sieht es gerade erstaunlich bunt aus. Und es wird wohl bald noch bunter werden, denn die Hyazinthen haben ihre Knospen schon recht weit aus ihren Zwiebeln geschoben. Das Leben in unserem Wintergarten macht uns die graue Jahreszeit alljährlich ein wenig erträglicher. Vom Wohnzimmer aus haben wir einen guten Blick auf das sprießende Grün und die leuchtenden anderen Farben.

… nein, dann ist weniger die Nacht zum Tag geworden, dann sind wir nur dem Weihnachtsfest schon wieder etwas näher gerückt. Und so handelt es sich, zumindest bei mir hier, gar nicht um Sterne am Himmelszelt, sondern um süßes Knabberzeugs.

Gerade hatte ich doch rein zufällig das Rezept für diese herrlich mundenden Mokkakekse entdeckt, als mir kurz darauf ein anderes keksiges Rezept, dieses Mal allerdings nicht in den Schoß, sondern in die Hände fiel. Im „Strohhalm“, einer hiesigen Straßenzeitung, sprangen mir bei der Lektüre selbiger Zeitung „Zimtsterne“ fast in den Mund. Jedenfalls hatte ich bei ihrem Anblick sogleich einen vorzüglichen Geschmack auf der Zunge.

Wow, welch leckere Zutaten! Keine Frage, diese Kekse mussten natürlich auch noch ausprobiert werden. Mein Herr Silberdistel, ein ganz großer Marzipanliebhaber, war auch sofort von der Idee und dem Rezept begeistert. Die Sterne konnten einfach nur gut schmecken.

Beim nächsten Einkauf wanderten also die noch fehlenden Zutaten in meinen Einkaufswagen und dann ging es fast übergangslos ans Testbacken. Aber zunächst:

Zu den Zutaten für den Teig:

50 g Mehl
200 g Marzipanrohmasse
200 g Zucker
100 g gemahlene Mandeln
2 Eiweiß
1 Teelöffel Zimt
1 Prise Salz

Für die Verzierung:

1 Eiweiß
125 g Puderzucker

Zubereitung:

Erstaunlicherweise klappte dieses mal alles ohne unangenehme Zwischenfälle. Weder musste ich im Supermarkt lange Suchaktionen nach irgendwelchen Zutaten starten, noch hatte ich am Ende doch noch etwas Wichtiges für das ganz besondere Geschmackserlebnis vergessen oder trotz sorgfältiger Vorbereitung nicht zur Hand. Wir können uns also entspannen, eine Schüssel aus dem Schrank nehmen und die bereitgestellten Zutaten wie …

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… das Mehl, die Marzipanrohmasse, den Zucker, die gemahlenen Mandeln, die beiden Eiweiße, den Zimt und die Prise Salz hineingeben. Anschließend alles gut mischen und ordentlich verkneten. Derweil könnte eigentlich auch schon der Backofen vorgeheizt werden.

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Dann zaubern wir ein Backblech hervor, belegen es mit Backpapier oder Backfolie und dann widmen wir uns noch einmal dem Teig.

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Der wird jetzt nämlich auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausgerollt. Ich würde empfehlen, ihn nicht zu dünn auszurollen, da die Sterne ansonsten recht fest werden. Das zumindest habe ich aus meiner ersten Zimtsternbackrunde gelernt. Meine Sternchen waren etwas zu dünn.

Aber weiter im Text: Mit einer Ausstechform – in unserem Falle natürlich eine Sternform – nun aus dem ausgerollten Teig Sterne ausstechen und auf das Backblech setzen.

Wer möchte, kann die Sterne noch etwas hübscher und kalorienhaltiger machen. Dazu das Eiweiß zu Eischnee schlagen, den Puderzucker unterheben und cremig verrühren. Mit dieser kleinen Kalorienbombe werden die Sterne bestrichen und dann können sie ab in den Ofen. Sie sollten bei etwa 150 Grad ca. 15 Minuten backen.

Das Ergebnis ist auch ohne den Zuckerguss überaus lecker. Allerdings sind die Plätzchen nicht so mürbe wie die Mokkakekse, sie sind mehr von der knusprig knackigen Sorte.

Aber wer noch fest und herzhaft zubeißen kann, dem sollten sie überaus munden. Wir Silberdistels jedenfalls sind von den Sternen begeistert, auch wenn wir auf gemeinsamen Beschluss die Puderzuckerglasur fortgelassen haben. Irgendwo muss man schließlich Kalorien sparen, wenn man nicht nach Weihnachten nur noch rollend vor die Tür kommen will 😉

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Zimtsterne

So, dann also viel Spaß beim Nachbacken und lasst Euch die Sterne schmecken. Obwohl sie recht knackig sind, werden auch sie öfter einmal unseren Kaffeenachmittag mit ihrem vortrefflichen Geschmack bereichern.

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Elisen-Lebkuchen

Übrigens habe ich auch in diesem Jahr wieder Elisen-Lebkuchen gebacken. Wer noch Lust drauf hat – sie sind ganz fix gemacht. Das Rezept dafür ist hier zu finden. Auch sie gab es dieses Mal bei uns ohne den kalorienhaltigen Zuckerguss. Sie schmecken dennoch spitzenmäßig und dürfen bei uns kein Weihnachten fehlen.

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Also dann, auf zum Endspurt. Gleich pocht der Mann im roten Mantel an die Tür. Habt Ihr schon alles verpackt? Ich habe zumindest schon mal angefangen. Dabei hatte ich tatkräftige Hilfe.

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Der vierbeinige Keks in unserem Hause hat sich wieder einmal darin versucht, besonders schöne Locken ins Geschenkband zu zaubern. Am Ende war er auch sehr mit seinem Werk zufrieden. Aber Geschenke schick zu verpacken, das ist eine überaus anstrengende Arbeit.

DSC06675So sank mein Helfer dann irgendwann auch ganz ermattet nieder. Dabei sind wir noch lange nicht fertig mit unserer Verpackerei. Naja, ein paar Tage haben wir ja noch. Ich hoffe, mein pelziger Helfer steht mir noch einmal zur Seite. Oder ob er nun gleich bis Heiligabend durchschläft?

Während ich in diversen Büchern und Zeitschriften so vor mich hinblätterte, fiel mir plötzlich ein kleines Heftchen in den Schoß. Im ersten Moment dachte ich noch: Interessiert mich nicht die Bohne! Schließlich war ich gerade nicht auf Bohnen aus. Ich suchte vielmehr nach einem neuen Rezept für Weihnachtsplätzchen. Mir war danach, wieder einmal etwas Neues auszuprobieren. Weihnachten ist doch das Fest der Freude und der Überraschungen. Warum nicht sich selbst und die Familie mit einer neuen Plätzchensorte überraschen? Aber irgendwie gaben meine Backbücher nicht so recht das her, was mir vorschwebte. Die Rezepte schienen mir alle mehr oder weniger ähnlich zu sein.

Dann fiel mein Blick doch noch einmal auf dieses kleine A6-Heftchen, das ich nach seinem vorwitzigen Sprung auf meinen Schoß neben mich auf die Couch gelegt hatte. Naja, durchblättern konnte ich es ja mal.

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Aus irgendeinen Grunde musste ich es wohl als des Aufhebens wert eingestuft haben. Ich nahm es erneut zur Hand und  … ach, schau an, die „kleinen Espressokuchen“ sehen gar nicht einmal so übel aus. Aber Muffins und Konsorten  standen gerade nicht auf meinem Programm. Merken sollte ich sie mir dennoch gut. Sie könnten durchaus irgendwie ins weihnachtliche Schlemmerprogramm passen. Ich blätterte weiter und nach „Karamellsoße mit Espresso“ und „Kaffee-Pannakotta“ blieb mein Blick auf der nächsten Seite hängen. „Mokkakekse“ stand dort zu lesen. Die Dinger sahen gar nicht so unappetitlich aus. Ich überflog das Rezept und … mir lief das Wasser im Munde zusammen. Und außer den schokoladigen Mokkabohnen hatte ich sogar alles im Hause. Na, Mokkabohnen würden sich ja wohl noch besorgen lassen. Und schon standen sie auf meiner Einkaufsliste.

Wie sich anderen Tags herausstellte, war die Sache mit den Mokkabohnen doch nicht so einfach. Ich war einst ein richtiger Fan dieser kleinen Schokoladenteilchen. Irgendwann hatte ich sie dann aus den Augen verloren. Warum eigentlich? Waren sie still und heimlich aus dem Angebot verschwunden? Und wie es dann so ist – aus den Augen, aus dem Sinn?
Ich suchte im größten vorhandenen Supermarkt gefühlt Hunderte von Regalreihen ab. Was ich dort alles für herrliche Dickmacher entdeckte, die mir noch dazu nachschrien: „Nimm mich mit, nimm mich mit!“ Nix da, ich blieb standhaft. Ich wollte nur diese verdammten Mokkabohnen. Wo waren die nur abgeblieben? Konnten auch gewisse Schokoladenteilchen unmodern werden?
Entnervt verließ ich die Abteilung mit all dem Süßen und widmete mich zunächst den sonstigen noch fehlenden Backzutaten auf meinem Schummelzettel. Endlich hatte ich alles beisammen. Nur die Mokkabohnen fehlten noch. Während ich grübelnd vor mich hinstarrte, fiel mein Blick auf all das Dekozeugs für Kuchen, Torten und Gebäck. Und da … da standen sie zwischen Schokoperlen, den buntesten aller Streuseln und all dem anderen schokoladigen und bunten Kram, mit dem man die schönsten aller Geburtstags-, Hochzeits- oder sonstigen Torten würde gestalten können. Wie froh leuchteten meine Augen, sie endlich, endlich gefunden zu haben. Begeistert griff ich mir ein Päckchen der langersehnten Mokkabohnen und machte mich mit meinem Einkauf auf zur Kasse.

Aber wie es so ist, wenn man sich im Glückstaumel befindet, trifft einen oft hinterher die kalte Ernüchterung. Genau, Liebe macht blind bzw. verhindert, dass das Gehirn richtig arbeitet. Diesen Effekt spürte ich allerdings erst etwas später, nämlich an dem Tag, als ich mich anschickte, die „Mokkakekse“ aus diesem kleinen Heftchen nachzubacken. Aber beginnen wir erst einmal mit den

Zutaten für ca. 50 Mokkakekese:

1 gehäufter Teelöffel löslicher Kaffee
250 g Butter
75 g Mokkabohnen (diese schokoladigen Teilchen)
150 g Zucker
1 Prise Salz
2 Esslöffel Sahne
350 g Mehl
1 gestrichener Teelöffel Backpulver

Außerdem:
etwa 50 Mokkabohnen zum Garnieren

Zubereitung:

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Nachdem ich alles dekorativ vor mir aufgebaut hatte, kümmerte ich mich zunächst um den löslichen Kaffee.

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Er sollte mit einem Esslöffel kochenden Wassers aufgelöst und dann zum Abkühlen zur Seite gestellt werden.
Anschließend widmete ich mich der Butter, gab sie in einen Topf und ließ sie vorsichtig auf kleiner Flamme bräunen. Das dauerte gut 10 Minuten. Ich denke, das Bräunen ist wichtig für den späteren Geschmack der Kekse. Also, nicht einfach nur die Butter flüssig machen. Wir brauchen sie gebräunt – gewissermaßen als natürlichen Geschmacksverstärker.

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Nach dem Bräunungsvorgang die Butter wieder fest werden lassen. Ich habe sie hinaus in unseren derzeit angenehm kühlen Wintergarten gestellt. Das brachte recht schnell den gewünschten Erfolg.

Jetzt kam der spannende Moment. Die 75 g Mokkabohnen sollten gehackt oder grob gemahlen werden. Moment mal … 75 g? Äh, ja, aber in der Packung sind doch nur 75 g. Was, was nehme ich dann nachher noch für die Dekoration?

Und schon sind wir wieder bei der Blindheit. Vor lauter Begeisterung, die Mokkobohnen endlich gefunden zu haben, habe ich nicht darauf geachtet, dass 75 g in den Teig gehörten und weitere mindestens 50 Stück von den Bohnen noch für die Dekoration gebraucht würden. Wieder einmal dumm gelaufen! Mal vergesse ich die Eier, dann habe ich zu viel Teig und nun, nun habe ich nicht genug Mokkabohnen.

Okay, ich hätte jetzt schnell noch einmal loseilen können in den Supermarkt meines Vertrauens, zumal der Teig nach dem allgemeinen Verkneten eh eine Stunde im Kühlschrank ruhen sollte. Aber dazu hatte ich irgendwie so gar keine Lust. Tja, und wie ich noch aus früheren Zeiten weiß, Not macht erfinderisch.
Ich inspizierte, bevor ich mich  noch einmal voreilig ins vorweihnachtliche Gewühle stürzte, unsere Schokoladenvorräte. Mokkabohniges war schon mal nicht darunter. Das hätte mich auch ungeheuer überrascht.

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Aber viele kleine tobleronige Riegelchen sprangen mir förmlich entgegen. Gut, sie würden den Geschmack der Kekse sicher in eine etwas andere Richtung bringen, aber sicher nicht unbedingt in eine nachteilige. Kurzerhand zerschredderte ich die leckeren Schokoteilchen, gab alle anderen Zutaten hinzu und knetete alles gut durch.

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Fertig! Also, ab damit in den Kühlschrank! Der Teig sollte nun etwa eine Stunde in Ruhe seinem kalten Schicksal überlassen werden.

Uups, wie doch die Zeit vergeht. Die Stunde ist wie im Sauseschritt vergangen. Holen wir den Teig aus dem Kühlschrank. Schnell noch den Backofen ein wenig vorheizen – 180 Grad Umluft sollten genügen.  Nun formen wir aus dem Teig jeweils etwa walnussgroße Kugeln. Die Kugeln setzen wir mit etwas Abstand zueinander auf ein mit Backpapier oder Backfolie belegtes Blech und als kleines i-Tüpfelchen drücken wir ihnen je eine der schokoladigen Mokkabohnen aufs Haupt.

So, nun ab mit ihnen in den Ofen. Sie sollten etwa 10 bis 12 Minuten backen.

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Na, sieht das Ergebnis nicht vielversprechend aus? Und was soll ich sagen? Herr Silberdistel und ich mussten, wir MUSSTEN einfach, ob wir wollten oder nicht, wir MUSSTEN sogleich kosten.

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Der Duft der Mokkakekse war einfach unwiderstehlich. Der Duft? Nein, nicht nur der Duft! Sie sind überhaupt unwiderstehlich. Sie … sie machen süchtig! Ich musste die Dose gaaaanz weit wegschließen, damit zu Weihnachten noch welche übrig sind. Nein, nein, das halten wir nicht aus. Ich muss einfach nochmal und nochmal welche backen. Wir sind nach nur einem Keks unheilbar süchtig nach ihnen geworden. Also, wenn Ihr mit einer solchen Sucht leben könnt und wollt, dann dürft Ihr sie nachbacken. Falls nicht, dann lasst es lieber sein, denn einmal probiert, seid Ihr unhaltbar an diese Kekse verloren. Und mein Tipp: Macht sie unbedingt mit diesen Riegelchen, diesen Toblerdingsen. Ich glaube, die toppen als „geheime“ INNERE Zutat jede Mokkabohne. Aber obenauf ist die Mokkabohne selbstverständlich unverzichtbar, wenn nicht gar Pflicht.

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Uups, vor lauter Mokkakekssucht hätte ich fast vergessen,

Euch einen wunderschönen keksigen dritten Advent zu wünschen.

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Ach, und glaubt mir, nur mit diesen Mokkakeksen ist Advent Advent und Weihnachten erst Weihnachten. Also, schnell noch backen – es ist ja noch ein wenig Zeit 😉