Hoffentlich! Nicht, dass er solche Späße jetzt noch öfter vorhat – der Winter. Am letzten Freitag huschte er nämlich bei uns schnell noch einmal vorbei. Erst kam er gar nicht, als es eigentlich für ihn an der Zeit gewesen wäre, und nun krümelt er uns, wo wir bereits voll auf Frühling eingestellt sind, noch eine Handvoll Schneeflocken in den Garten. Nix da, wir wollen das weiße Zeugs nun auch nicht mehr.

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Nun ja, ich will’s mal als Abschiedsgruß ansehen, denn wer hat jetzt schon noch Lust auf Winter. Ich jedenfalls nicht und mein Garten, wenn  ich ihn so anschaue, auch nicht und die Vogelwelt erst recht nicht, die trällert bereits ein Frühlingslied nach dem anderen.

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Na, und den Pflanzen in meinem Wintergarten ist erst recht nach Frühling zumute. Dort stehen Hyazinthen und Alpenveilchen in voller Blüte. Sogar mein Peitschenkaktus hat zahlreiche Knospen angesetzt. Mein Katerchen Keks wollte mich sogar schon zu ersten Gartenarbeiten animieren, aber dazu ein anderes Mal. Jetzt gibt es hier erst einmal noch ein paar nette Wintergarteneinblicke zu sehen.

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Bei uns Silberdistels passiert nichts, ohne dass uns unsere pelzige Herrschaft dabei auf die Finger schaut.
Da wir unlängst noch einmal ein paar frostige Tage hatten, wollte ich die Gelegenheit nutzen, um unseren Kühlschrank wieder einmal abzutauen. Kurzentschlossen entzog ich dem eisigen Teil seine Nahrungsquelle und räumte schnell seinen gesamten Inhalt hinaus in die Gartenkälte. Dort herrschten zwar nicht gerade -18° C, aber die Minustemperaturen, die der frostige Garten zum Zeitpunkt meiner Abtauorgie gerade hergab, sollten für die Lebensmittel dennoch reichen, um die Abtauphase des Kühlschranks dort schadlos überstehen zu können.
Ich hatte den Gedanken, dass der Kühlschrank wieder einmal abgetaut werden müsste, noch nicht einmal richtig zu Ende gedacht, da war bereits mein Mir-auf-die-Finger-schau-Spezialist Torty zur Stelle.

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„Wow, Silberdistel, wo hast Du das ganze Futter gelassen?“

„In den Garten hinaus gestellt, Torty, ich muss den Kühlschrank abtauen und saubermachen. Gehst Du mal zur Seite, damit ich einen Stuhl vor den Kühlschrank stellen kann.“

„Warum Silberdistel, ist Dir zu warm?“

„Torty, Du bist ein Schelm! Nein, ich will mich draufstellen, damit ich auch ganz oben im Schrank alles saubermachen kann.“

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„Zur Seite genug, Silberdistel?“

„Ja, Torty, danke.“

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„Bist Du nun endlich fertig, Silberdistel? Ich muss jetzt mal gucken, was da immerzu so klappert und plätschert.“

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„Torty … aber Torty, lass mich doch noch … ich muss doch den Stuhl noch … wegräumen …“

„Nein lass mal, Silberdistel, so kann ich alles besser beobachten. Da muss was undicht sein, Silberdistel, es tropft überall. Hast Du das schon gesehen?“!

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„Guck, da unten, Silberdistel, tropft es auch – platsch, platsch und schon wieder platsch.“

„Ja, Torty, ich weiß, aber jetzt runter vom Stuhl! Ich will ihn wegräumen und mich dann um die Tropfstellen kümmern.“

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„Jetzt regnet es schon richtig da drinnen, Silberdistel.“

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„Boahh, in der Schüssel ist ja Winter, Silberdistel. Hast Du das aus unserem Teichlein draußen im Garten geholt?“

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„Nein, Torty, das war im Kühlschrank. Das Eis hält unser Futter frisch. Inzwischen war aber die Eisschicht im Kühlschrank schon ein wenig zu dick und darum sollte das Eis abtauen. Sonst haben wir am Ende mehr von dem Eis im Schrank als Futter.“

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„Boahhh, wie das tropft, Silberdistel!“

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„Oh, was war das? Ein Eisstückchen ist runtergefallen. Hast Du gehört, wie es geklappert hat, Silberdistel?

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„Guck, Silberdistel, hier ist es!“

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„Soll ich es in die Küche schießen?“

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„Dann können wir damit eine Runde spielen.“

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„Und am Ende schwimmt die ganze Küche, Torty, weil das Eis beim Spielen weggeschmolzen ist.“

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„Och menno, Du bist ein Spielverderber, Silberdistel.“

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„Dann esse ich es eben auf, so.“

„Und? Lecker, Torty?“

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„Erfrischend, Silberdistel. Solltest Du auch mal kosten. Aber Du kannst Dir ja ein Großes aus der Schüssel nehmen.“

Im letzten August, als unsere Enkeltochter einen Teil ihrer Ferien bei uns Silberdistels verbrachte, waren wir auch wieder einmal im „Archäologischen Freilichtmuseum“ in Groß Raden. Auf dem Gelände des heutigen Freilichtmuseums wurden in den Jahren von 1973 bis 1980 umfangreiche Ausgrabungen durchgeführt. Während der Arbeiten wurden Reste einer slawischen Siedlung aus dem 9. und 10. Jahrhundert gefunden. Anhand der Funde konnte man die Anlage rekonstruieren und so entstand dort in den Folgejahren das Archäologische Freilichtmuseum.

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01-Was gibt es wohl im Tempel zu sehen?

Nicht nur für uns Silberdistels gab es wieder viel zu entdecken, auch unser Feriengast hatte seinen Spaß. Was mochte wohl in so einem altslawischen Tempel zu sehen sein? Ob dort ein Priester auf uns wartete?
Boahhh, war das spannend! Vorsichtig schauten wir hinein. Oh, was war das? Sooo viel Dunkelheit und sonst nichts – im ersten Moment jedenfalls …
Doch dann hörten wir seltsame Laute. Ob das der Priester war? Zwitschern Priester? Wenn ja, dann musste dieser hier irgendwo oben in den Dachsparren hocken. Oder schwebte er gar dort ganz schwerelos unter dem Dach? Gespannt schauten wir nach oben. Und dann sahen wir sie – ganz viele … klein und so niedlich und sie zwitscherten laut nach Futter.
Wie? Ach so, nein, keine kleinen und niedlichen Priester, die unter dem Dach schwebten und nach Futter riefen.

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02-Im Tempel hatten etliche Rauchschwalben ihre Nester gebaut. Auch später im Brückenhaus entdecken wir noch Schwalben

Dort zwitscherten Schwalbenkinder, die in vielen nebeneinander unter dem Dach klebenden Nestern hockten und auf die Mitbringsel ihrer Eltern warteten. Verzückt blickten wir beiden Mädels hinauf zu den piepsenden Federbällen. Es waren Rauchschwalbenfederbällchen.
Wozu doch so ein altslawischer Tempel gut sein kann. Den Priester hatten wir zwar vergeblich gesucht, aber als Schwalbentempel gefiel uns der hölzerne Bau durchaus auch sehr gut.
Später, als wir zum Burgwall unterwegs waren und am Brückenhaus vorbeikamen, vernahmen wir erneut diese zwitschernden Laute und als wir hineinschauten, entdeckten wir auch dort ein Rauchschwalbennest.

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Im Burgwall gab es gab es dann wesentlich kleinere Flieger zu bewundern – summende und flatternde, die so freundlich waren, sich für ein Foto auch einmal auf einer hübschen Blüte niederzulassen.

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Und was es sonst noch alles im Groß Radener Freilichtmuseum zu sehen gab, das zeigt die folgende Bilderschau.

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Trauriger Sonntag

Veröffentlicht: 19. Februar 2017 in Allgemein
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Für unsere Mitbloggerin Bärbel (minibares) ist ein Kampf zu Ende gegangen, ein Kampf, den sie so tapfer geführt hat. Doch der gnadenlose Feind ALS war am Ende stärker. Wir trauern um Dich, liebe Bärbel.

Ruhe sanft!

*10.12.1949 +19.02.2017

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Bärbel, Du wirst uns fehlen! Viele von uns Bloggern haben Dich lange Zeit begleitet und Dein Schicksal miterlebt. Du hast so tapfer gegen Deine Krankheit gekämpft und trotz des eigenen schweren Schicksals anderen Menschen immer wieder Mut gemacht. Du hast nie Deinen Optimismus, nie Deinen Humor verloren. Du warst eine starke und bewundernswerte Frau, deren Stärke vom Schicksal leider nicht belohnt wurde. Mach es gut, liebe Bärbel. Deine vielen Kommentare auf meinem Blog werden bleiben und mich immer an Dich erinnern.

Unlängst entdeckte ich auf dem Blog von Frau Morgentau ein Rezept für einen Eierlikörkuchen. Schon allein beim Lesen der Zutatenliste lief mir das Wasser im Munde zusammen – sooo lecker. Der Kuchen schrie förmlich danach, auch in meiner Backstube das Licht des Backofens leuchten zu sehen. Herr Silberdistel hatte von einem Einkauf bereits eine Flasche Eierlikör nach Hause getragen und ich hatte mich um Ersatz-Nutella gekümmert, denn Eierlikör und Nutella gehören neben den üblichen Verdächtigen wie Mehl, Zucker & Co. ebenfalls in diesen Kuchen. Gerade diese beiden besonderen Zutaten sollten meines Erachtens ein Garant für ein überaus leckeres und gelungenes Backwerk sein.
Einen Anlass zum Backen, eine kleine Geburtstagsfeier, gab es natürlich auch und so musste der Kuchen auch gar nicht mehr lange auf sein Werden in Silberdistels Backstube warten. Voller Zuversicht und Vorfreude werkelte ich also los, suchte mein Back-Handwerkszeug zusammen und stellte alle Zutaten, wie in der folgenden kleinen Liste aufgeführt, griffbereit in meine Nähe – die Eier etwas abseits, damit sie mir nicht versehentlich noch, bevor ich sie brauchen würde, von der Arbeitsplatte rollten.

Die Zutaten:
250 g Butter
240 g Zucker
1 Prise Salz
1 Päckchen Vanillezucker
5 Eier
250 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
0,3 Liter Eierlikör
3 Esslöffel Nutella (Ich habe Nudossi genommen)

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Zunächst gab ich weiche Butter, Zucker, Vanillezucker und die Prise Salz in eine Rührschüssel. Das sollte zu einer schaumigen Masse verarbeitet werden und anschließend sollten unter diese Masse die Eier gerührt werden. Sollten – aber doch nicht bei mir. Warum auch? Eier sind doch im Kuchen total nebensächlich. So blieben sie, wo sie waren, ein wenig außerhalb meines Blickfeldes und erfreuten sich weiterhin ihres Daseins, bewunderten meine Rührtechniken und schauten sich interessiert in meiner Küche um. Bisher kannten sie schließlich nur die Dunkelheit in ihrer Eierverpackung und das Innere des Kühlschranks, das noch dazu eher selten im hellen Lichterglanz erstrahlte. So war also ihr Dasein bis eben fast ausschließlich von Dunkelheit erfüllt, kein Wunder also, dass sie nun vorsichtig optimistisch hofften, ihnen würde dieser neue lichte Zustand etwas länger erhalten bleiben und schließlich würde ihnen vielleicht sogar noch eine überaus wichtige Aufgabe zuteil werden. Warum wohl sonst hatte die Hausfrau ihnen einen neuen Platz und noch dazu in solch exponierter Lage zugeteilt? Soweit die Gedanken der Eier, die sich im Vergleich zu mir wenigsten welche machten.

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Kommen wir zu Mehl und Backpulver. Beides vermischte ich miteinander und fügte es nun ebenfalls zu meiner Butter-Zucker-Masse hinzu und verrührte alles gut. Dann kam als Krönung noch der Eierlikör hinzu. Wow, das sah nach dem nochmaligen Verrühren alles bereits sehr lecker aus.
Die Hälfte meiner so herrlich schaumigen Masse konnte ich nun schon mal in meine Backform füllen und den Teig, wie in Frau Morgentaus Beschreibung zu lesen, schön glatt streichen.

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Dann fügte ich zur zweiten Teighälfte, die ja noch in der Rührschüssel weilte, die drei Esslöffel Nudossi hinzu. Wie bereits oben erwähnt, entschied ich mich gegen Nutella – einerseits aus nostalgischen Gründen, andererseits, weil mir persönlich Nudossi einfach besser schmeckt. Anschließend verrührte ich Nusscreme und Teig zu einer leckeren schokoladigen Masse.

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Und die machte nicht nur den Eindruck, als könne sie äußerst lecker sein, sie schmeckte tatsächlich so fantastisch, wie sie augenscheinlich daherkam. Ich konnte natürlich nicht umhin, ich MUSSTE einfach kosten.

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Nach dem Kosten, von dem ich mich förmlich mit Gewalt losreißen musste, gab ich den Rest dieser so leckeren Masse auch noch in meine Backform, wunderte mich allerdings darüber, dass Frau Morgentau in ihrer Rezeptanleitung davon gesprochen hatte, den dunklen Teig ganz einfach auf den hellen gleiten zu lassen. Also, mein dunkler Teig hielt so gar nichts vom Gleiten.  Ich musste ihn löffelweise auf den hellen Teig geben. Schließlich aber war auch das geschafft.

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Nun sollte der braune Teig mit einer Gabel unter den hellen Teig gemischt werden. Das nämlich sollte später im Anschnitt unseres Kuchens ein hübsches Muster ergeben. Ich war schon jetzt gespannt, was ich da wohl gezaubert hatte.
Also, nun aber ab damit in den Ofen! Der Kuchen musste jetzt bei 180°C etwa eine Stunde lang gebacken werden. Später zum Kaffee würden wir sein schickes Muster noch gebührend bewundern können.

So, geschafft! Der Kuchen war im Ofen und ich hätte zwischendurch Zeit, meine Küche gleich wieder ein bisschen auf Vordermann zu bringen. Ich räumte hier und räumte da, wusch die Rührbesen und die Schüssel ab und plötzlich fiel mein Blick auf …

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… auf die Eier, die noch hübsch und fallsicher ganz hinten auf der Arbeitsplatte lagen. Oh, Schreck! Was nun? Hektisch sprang ich vor dem Backofen hin und her. Ich schaute durch die Scheibe des Ofens und sah, oh, noch größerer Schreck, dass der Teig bereits kleine Blasen schlug, ein Zeichen dafür, dass ihm schon recht backwarm ums Herz war. Oh Gott, oh Gott! Was tun? Egal! Ich riss entschlossen die Tür vom Backofen auf, griff schnell ein paar Backhandschuhe, schlüpfte hinein und riss die Form wieder aus dem Ofen. Puhhh, der Teig war noch flüssig und auch am Rand schien er noch nicht angebacken zu sein. Egal, Versuch macht klug! Ich schüttete schnell alles noch einmal in meine Rührschüssel und rührte hurtig noch die vergessenen Eier unter. Tja, damit war wohl mein tolles Kuchenanschnittsmuster im Eimer … ähem … der Rührung anheimgefallen.

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Wenigstens schien ich gerade noch im rechten Moment die Kurve gekriegt zu haben. Ich hoffte sehr, der Kuchen würde auch ohne schickes Streifenmuster so schmecken, wie ich es mir vorstellte. Als ich meinen Eierlikörkuchen das zweite Mal an diesem Tag aus dem Backofen holte, sah er so übel nicht aus. Ich konnte ihn wohl, ohne mich schämen zu müssen, auf den Geburtstagskaffeetisch stellen.

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Und da stand er dann und harrte der Gäste und der Verkostung.

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Tja, und im Anschnitt sah er dann so übel auch nicht aus und nach der Verkostung meinten alle Testesser, dieser Kuchen schmeckt auch ohne hübsches Anschnittmuster und ich solle ihn demnächst wieder backen. Die Muffins, im Bildhintergrund zu sehen, waren übrigens Himbeermuffins. Das Rezept hatte ich hier im „Bücherstaub“ bereits vor etwas längerer Zeit schon einmal vorgestellt. Wer also interessiert am Nachbacken ist, der darf gern dem Link folgen. Bei den Muffins ging übrigens alles katastrophenlos über die Bühne 😉

Wir wissen nun zwar, dass es egal ist, ob der Eierlikörkuchen mit einem hübschen Schwarzweißmuster aufwartet oder sich einfach nur in einem diskreten Braunton präsentiert, der Geschmack ist trotz meiner Beinahe-Küchen- oder Kuchenkatastrophe unübertroffen gut. Wie er sich gemacht hätte, wenn die Katastrophe vollkommen gewesen wäre und die Eier tatenlos in ihren dunklen Kühlschrank hätten zurückwandern müssen, das bleibt nun dennoch ein kleines Kuchengeheimnis. Aufgegangen wäre der hübsche Braune sicher auch ohne die Hilfe der schicken Hühnerprodukte, denn das Backpulver hätte auch so seinen Beitrag dazu geleistet. Wahrscheinlich aber wäre dieses Endprodukt nicht ganz so fluffig geworden, wie das, bei dem zum Glück doch noch kurz vor Toresschluss die fünf Eier todesmutig in den Teig springen durften.
Also, wenn Ihr den Eierlikörkuchen nachbacken wollt, es lohnt sich wirklich, dann aber verliert bloß nicht die Eier aus den Augen. Falls Euch dennoch dieses Missgeschick passiert, bin ich an Eurem Testergebnis interessiert 😉

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So, aber jetzt los – haut  rein und backt ihn nach. Dieser Eierlikörkuchen, obwohl hier bei mir nur im reinen Braun-Look, hat uns geschmacklich wirklich  überzeugen können – er ist etwas gaaaanz, ganz Leckeres.

* Guten Appetit! *

„Hallo Torty! Na, kennst Du Mr. Paper schon?“

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„Mr. Paper, wer soll das sein, Silberdistel? Meinst Du etwa diese Kiste hier mit den seltsamen Lichtern?  … und nun, nun faucht sie auch noch. Soll das Dein Mr. Paper sein?“

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„Uhhhh, was ist das denn, was kommt da angerauscht?“

„Mr. Paaaaaper, Torty! Vorsicht!“

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„Hiiiilfe, Silberdistel, hiiiilf mir! Der spring mich gleich an!“

„Hihi, Torty, Du kleines Angsthäschen!“

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„Silberdistel, Du wolltest mich veralbern. Dein Mr. Paper kann gar nicht springen, hat wohl nicht genug Schwung genommen.“

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„Erst faucht er und nimmt mächtig Anlauf zum Sprung und nun, nun liegt er nur noch ganz schlapp herum, als hätte er sich völlig verausgabt.“

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„Wo ist der Mr. Paper überhaupt hergekommen, Silberdistel? Sind hier unten noch mehr davon drin?“

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„Ja, ganz viele, Torty, aber die tun Dir nichts. Das ist doch nur Papier, auf das der fauchende Kasten hier, der Drucker, Geschichten schreibt oder Bilder malt! Guck, hier liegen die einzelnen Blätter drin. Davon holt sich der Drucker jeweils eins und schreibt das drauf, was ich möchte oder er malt ein Bild z. B. von Dir auf ein solches Blatt Papier. Soll ich Dir mal ein Bild drucken lassen, Torty?“

„Lass mich erst weggehen, Silberdistel, sonst faucht er mich wieder an, bloß weil ich zugucken will.“

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„So, nun mach, Silberdistel, jetzt bin ich weit genug weg von dem fauchenden Monster.“

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„Okay, Torty, dann lassen wir’s mal wieder fauchen.“

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„Oh, schon fertig, Silberdistel? Boahhh, das bin tatsächlich ich, wie ich mutig am Monster sitze!“

„Mutig? Naja, okay, Torty, lassen wir das. Aber ist es nicht toll, was das fauchende Monster alles kann?“

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„Ja, Silberdistel, ich staune. Aber nun lass mich mal auf den Sessel. Ich muss mich jetzt von all der Anstrengung und Aufregung erholen.“

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„Aber Torty, wo soll ich denn jetzt sitzen? Ich wollte doch noch weiter am PC arbeiten und dem Monster noch viel mehr Arbeit geben.“

„Ach Silberdistel, dabei kannst Du doch auch stehen. Aber im Stehen schlafen, das geht nicht. Das wirst Du doch wohl einsehen und außerdem solltest Du Dich nicht so haben, Herr Silberdistel lässt mich auch immer auf seinem Sessel sitzen. Der steht gerne für mich.“

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„Na, dann geh‘ doch zu Herrn Silberdistel, Torty.“

„Geht nicht, Silberdistel, bin soooo schlappppp …brrrrr…puhhh…brrrr…puuuhhhhh …“

… also … fotografiert. Eigentlich aber habe ich auch wieder keine Meise fotografiert, denn genau genommen gehört dieser langschwänzige Federball, obwohl man ihn als Meise bezeichnet und er auch eng mit den eigentlichen Meisen verwandt ist, zu einer eigenen Familie, zur Familie der Schwanzmeisen. Letztes Jahr um diese Zeit habe ich das winzige Vögelchen mit dem überlangen Schwanz das erste Mal überhaupt in meinem Garten entdeckt, d.h., das erste Mal war’s sogar im Nachbargarten. Ihr auffällig langer Schwanz dient den Schwanzmeisen übrigens als Balancehalter, denn sie turnen bei der Nahrungssuche gern auf superdünnen Zweigen umher und da ist so ein Balancehalter sehr sinnvoll. Er macht sogar über die Hälfte ihrer Körperlänge aus, und wer hätte es gedacht, er gab den Vögeln auch ihren Namen. Schwanzmeisen sind sehr sozial lebende Vögel und außerhalb der Brutzeit sind sie oft  und gern in kleinen Trupps unterwegs, was ich auch gerade gut beobachten konnte.

Als ich unlängst unsere Katzen zu einem kurzen Reviergang in den Garten entließ, hörten ich ein Vögelchen  ganz furchtbar schimpfen. Die Schimpflaute hörten sich anders an als die, die sonst von Meise, Spatz und Co. durch mein kleines Gärtchen klingen. Aufmerksam geworden, schaute ich in die Richtung, aus der das Gezeter zu mir drang. Und wen entdeckte ich? Eine Schwanzmeise (Aegithalos caudatus). Leider hatte ich in dem Moment keine Kamera zur Hand und als ich wenig später damit zurück kam, war von dem Vögelchen mit dem langen Schwanz nichts mehr zu sehen und zu hören. Als Vogel hätte ich mich in Anbetracht der drei Katzen wohl auch eher aus dem Staube gemacht. Ich hatte aber die leise Hoffnung, dass mir die kleinen Langschwänze noch eine Chance zum Fotografieren geben würden.
Gestern nun war sie da, die Chance für ein paar Fotos, als ich rein zufällig aus dem Fenster hinab in meinen Garten schaute. Wie freute ich mich, denn ein ganzes Bündel von Schwanzmeisen hing an der Knödelstation und schlug sich die kleinen Vögelmägen voll.

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Dieses Mal hatte ich die Kamera aber sehr schnell zur Hand und wie ich erst später am PC sah, waren mir sogar gleich zwei verschiedene Unterarten der Schwanzmeise vor die Kamera gekommen.

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Was die Bilder ein wenig beeinträchtigt hat, war die Fensterscheibe, die ich leider während des Fotografierens  zwischen mir und den Meisen hatte. Trotzdem kann man gut erkennen, dass zwei unterschiedliche Schwanzmeisen zu sehen waren – einmal die mitteleuropäische Unterart (Aegithalos caudatus europaeus) mit schwarzem Scheitelseitenstreif (Bild oben links) und zum anderen die nordeuropäischen Gäste (Aegithalos caudatus caudatus) mit dem weißen Kopf (Bild oben rechts), die hier sicher nur auf der Durchreise sind.